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Panorama
Mittwoch, 21. Februar 2018 3

Fastenzeit

Vier MZ-Kollegen fasten ab heute

Am Aschermittwoch ist der Spaß vorbei. Ab heute wird gefastet. Vier MZ-Kollegen wollen ab sofort verzichten.
Von Isolde Stöcker-Gietl, Nina Rottach, Bernhard Fleischmann, Teresa Hartl

Bei der „Schneewittchen-Diät“ sind die Schlafgewohnheiten extrem wichtig. Foto: Nicoleta Ionescu

Ich hab’ schon alles ausprobiert. Vom ekeligen Ahornsirup-Fasten bis zur euphorisierenden F.X.-Mayr-Kur. Diesmal hilft mir hoffentlich Schneewittchen.

Von Isolde Stöcker-Gietl

Die Zahnbürste wird in den kommenden Wochen spätestens um 19 Uhr zum Einsatz kommen. Danach noch kräftig mit Mundwasser gurgeln und auf keinen Fall spät ins Bett. Wer schläft, der sündigt nämlich nicht. Und genau das ist dieses Mal in der Fastenzeit mein Plan.

„Schneewittchen-Diät“ nennen sie es in den Foren für Abnehmwillige. Die Regeln sind extrem einfach und auch in einen stressigen Tagesablauf integrierbar. Denn stundenlanges kalorienreduziertes Kochen, aufwendige Smoothie-Pürier-Aktionen oder Fett-Bilanzbuchhaltung sind gar nicht nötig. Schneewittchen hat in einen Apfel gebissen und ist in den Schlaf gefallen und so ähnlich funktioniert das auch mit der Diät. Im Schlaf kann man nicht essen und damit dem Körper auch keine Kalorien zuführen. Also keine Chips, kein Familienbecher Joghurt und keine Kinderschokolade nach dem Abendessen mehr. Zudem will ich den Kohlenhydrate-Gehalt der letzten Mahlzeit am Tag gering halten, damit die Fettverbrennung sozusagen wie im Schlaf funktioniert. Aber mehr Regeln gibt es nun wirklich nicht. Perfekt für mich!

Wenn Sie meinen, Fastenzeit muss Entbehrung sein, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Fastenzeit soll eine Zeit der inneren Einkehr sein. Mir fehlen dafür jetzt nur noch sieben Zwerge, die mir dafür noch etwas Zeit verschaffen.

Mich täglich über die gleichen Dinge ärgern, schadet vor allem mir selbst. Also lass’ ich es bleiben. Autofahren ist dabei sicher die größte Herausforderung.

Mit mehr Gelassenheit durch den Alltag. Foto: Jürgen Fälchle - stock.adobe.com

Von Nina Rottach


Ich bin ein freundlicher und zufriedener Mensch. Wirklich! Ich habe tolle Freunde, eine super Familie und eine Ausbildung, die mir Spaß macht – kein Grund zum Meckern also? Stimmt!

Wären da nicht diese Rückenschmerzen, die ich habe, seit ich letztes Jahr 20 geworden bin. Und ständig stellt der Alltag die eigenen Nerven aufs Neue auf die Probe: Wieso werden die Heftklammern eigentlich jedes Mal leer, wenn ich sie gerade brauche – genauso wie das Druckerpapier? Vorhandene Papierhandtücher auf Toiletten kenne ich ebenfalls nur aus Erzählungen. Was ich dafür zu genüge bekomme: schlechte Fernsehsendungen, keinen Parkplatz und Pickel, wenn ich mich darüber ärgere. Sie merken schon – irgendwas ist ständig! Am schönsten aufregen lässt es sich aber noch immer beim Autofahren und dafür habe ich die besten Voraussetzungen. Ich habe nämlich ein Auto, sogar eines der wenigen mit Blinker, und einen Arbeitsweg von insgesamt 90 Kilometern. Landstraße, Autobahn, Stadtverkehr – volles Programm. Dabei muss man sich doch aufregen, oder? Ich möchte mich selbst vom Gegenteil überzeugen und nehme die Herausforderung an: 40 Tage lang nicht schimpfen – nicht mal in Gedanken. Mein Motto ab sofort: Bevor ich mich aufreg’, ist es mir lieber egal! Meine Rückenschmerzen werde ich damit nicht reduzieren – aber vielleicht meinen Blutdruck?

Früher bedeckten Wälder den Planeten, heute sind es Folien, Becher, Flaschen – alles aus Plastik. Unser Alltag funktioniert ohne den Stoff nicht mehr. Oder?

Von Bernhard Fleischmann

Plastik begegnet uns überall im Leben. Foto: Patrick Pleul/dpa


Als Jesus 40 Tage in der Wüste notgedrungen auf allerlei Annehmlichkeiten verzichtete, hat selbst der Prophet vermutlich kaum an Plastikflaschen und Brotzeitboxen gedacht. Insofern bleibt seinerseits die Frage: „Kann denn Plastik Sünde sein?“ unbeantwortet. Aber heute wissen wir genug, es gibt keine Ausreden: Wir benutzen zu viel Plastik. Es verseucht die Umwelt und gefährdet die Gesundheit von Mensch und Tier.

Es hat unseren Alltag völlig durchdrungen. Nun stellt sich die Frage: Wird ein Leben ohne Tüte und Folie zur Qual? Das stellt sich heraus, wenn man es versucht. Mein Unbehagen über Plastik ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Je mehr ich über die Auswirkungen seiner Verbreitung in der Umwelt erfahre, umso dringender erscheint mir eine Umkehr. Egal ob bei uns oder in fernen Ländern – Plastik ist überall. Bei uns gut sichtbar im Supermarkt, weniger in der Landschaft. Wir exportieren das Zeug schön weit weg, und dort landet es auf wilden Müllkippen oder eben gleich in Stadt, Land, Fluss, Meer.

Klar ist: Wir müssen weniger Plastik verbrauchen. Ich werde einfach versuchen, es zu vermeiden, wo immer es geht. Was „geht“, ist dehnbar. Ich werde mir nicht, um keine Plastikflasche zu erwerben, bei Regen im Geschäft Shampoo auf die Haare schmieren, um sie mir auf der Straße zu waschen. Bei Duschgel jedoch ... mal sehen.

Wenn man Notrufe des Körpers hört, ist es vielleicht schon zu spät. Zeit für die „SOS“-Diät. Ab heute keinen Zucker (Sugar), kein Fett (Oil) und kein Salz (Salt).


Von Teresa Hartl

Salz gilt als eine Ursache von Bluthochdruckerkrankungen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes – das sind nur wenige Beispiele möglicher Krankheiten, die unter anderem durch fehlerhafte Ernährung und eine ungesunde Lebensweise entstehen können.

Dass sich zu viel Zucker, Fett und Salz im Körper negativ auf die Gesundheit auswirken können, ist wohl den meisten bekannt – auch mir. Und trotzdem greife ich, getrieben von meiner Lust, aus Bequemlichkeit oder aufgrund mangelnder Disziplin, öfter als gewollt zu Süßigkeiten und Fast Food. Denn unmittelbar nach dem Essen sehe und spüre ich keine Anzeichen einer möglichen Herz-Kreislauf- oder sonstigen Erkrankung. Die akutesten Probleme nach dem ersten „Hoch“, das jeder noch so kleine Schokoriegel durchaus mit sich bringt, sind wohl eher der anschließende Leistungsabfall, ständiges Unwohlsein und Müdigkeit sowie die doch sehr bemerkbar wachsenden Pölsterchen rund um Hüfte und Bauch, die es allmählich einfach nicht mehr in die Lieblings-Jeans schaffen. An mögliche Spätfolgen denke ich in so einer Situation erst einmal nicht. Und doch beunruhigt mich der Gedanke an mögliche ernsthafte Erkrankungen im Alter. Denn: Der Mensch ist, was er isst!

Um den negativen Folgen entgegenzuwirken, möchte ich auf raffinierten Zucker, ungesunde Fette und Salz verzichten. Dadurch soll auch das Geschmacksempfinden verfeinert werden.

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