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Montag, 20. November 2017 5

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Der Mann hinter dem goldenen M

Ray Kroc überredet Brüder, aus ihrem Restaurant eine Kette zu machen. „The Founder“ mit Michael Keaton zeigt die Geschichte.
Von Katharina Eichinger, MZ

Michael Keaton steht als Roy Kroc in einer Szene des Films „The Founder“ vor einem neueröffneten McDonalds-Restaurant. Foto: Splendid Film GmbH/dpa

San Bernardino.Ray Kroc, gespielt von Michael Keaton, ist der Mann hinter McDonalds. Eigentlich ist er ein mäßig erfolgreicher Handelsvertreter. Er fährt in den Vereinigten Staaten von Dorf zu Dorf und versucht, Restaurants einen Edelstahlmixer zu verkaufen. Das Besondere: Das Gerät kann sechs Michshakes gleichzeitig zubereiten. Sein Vorhaben erscheint zunächst noch aussichtslos, bis plötzlich eine Bestellung für gleich sechs der Mixer bei Kroc eingeht. So lernt der Vertreter die Brüder Mac und Dick McDonald kennen. Sie betreiben ein Restaurant, dessen Konzept für die 50er-Jahre ungewöhnlich war. Es ist auf Familien ausgerichtet, Besteck und Teller fehlen völlig, doch die Qualität des Essens ist hervorragend – und es schmeckt. Kroc ist begeistert: Vor dem Restaurant sind lange Schlangen, trotzdem sind die Wartezeiten kürzer als bei anderen Restaurants. Kurzerhand überredet er die Brüder, ihr Konzept als Franchise auszuweiten.

Michael Keaton steht als Roy Kroc in einer Szene des Films „The Founder“ vor einem McDonalds-Restaurant. Der Film kam am 20. April 2017 ins Kino. Foto: Splendid Film GmbH/dpa

Kroc verpfändet sein Wohnhaus, bettelt bei Freunden um Geld – und droht, die Kontrolle über die Restaurants zu verlieren. Doch er wird zunehmend erfolgreicher und versucht mit allen Mitteln, seinen Einfluss auf die Restaurants auf Kosten der McDonald-Brüder auszuweiten. Aus dem anfangs so freundlichen Vertreter wird zuweilen ein gieriger und erbarmungsloser Burgerhai. Irgendwann willigen die Brüder ein, die Rechte am Konzept und dessen Namen an Kroc zu verkaufen. Sie führen weiterhin ihr Restaurant in San Bernardino – abrt unter anderem Namen –, Kroc eröffnet daraufhin gegenüber eine McDonalds-Filiale und treibt den Laden der Brüder in den Ruin. Regisseur John Lee Hancock zeigt eine solide Filmbiografie. Hat man zu Beginn noch Mitleid mit dem Vertreter und würde ihm ein wenig Erfolg gönnen, so wird gegen Ende sein wahrer Charakter klar: Kroc ist es egal, wer auf seinem Weg zum Erfolg auf der Strecke bleibt – das kann auch die eigene Frau sein.

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