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Dienstag, 21. November 2017 7

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Tipps für den perfekten Halloween-Horror

Wenn es früh dunkel und neblig wird, beginnt die perfekte Zeit, um sich bei einem Horrorfilm auf der Couch zu gruseln.
Von Katrin Wolf, MZ

Zombies – hier eine Teilnehmerin am World Zombie Day 2016 in Paris – dürfen auf Halloween-Parties nicht fehlen. Und auch viele Horrorstreifen drehen sich um die Untoten. Foto: epa/Christophe Petit Tesson/dpa

Regensburg.Passend zur Halloween-Saison stellen wir unsere Horrorfilm-Favoriten vor:

Zombiber:

Ein paar sexhungrige Collegestudenten auf Ausflug in einer einsamen Hütte treffen auf Biber, die dank radioaktiven Abfalls zu Zombies mutiert und dementsprechend hungrig sind – der Plot verspricht großartige Unterhaltung. Dabei ist „Zombiber“ die Parodie eines sowieso bereits sehr selbstironischen Genres und zieht sämtliche Klischees von Mutierte-Tiere-Fressen-Menschen-Trash-Streifen durch den Kakao. Überlebt der Hund sonst immer – hier ist er das erste Opfer. Dass die Zombie-Biber schlimmer aussehen als abgefackelte Kirmes-Stofftiere mit Neon-Leuchtaugen macht die Sache nicht besser. Wer auch noch herzlich lachen kann, wenn das Blut spritzt und Körperteile durch die Gegend fliegen, kann mit dieser Horrorkomödie nichts falsch machen. „Sharknado“-Fans werden sie lieben.

Rec:

Die spanische Mockumentary gehört immer noch zum innovativsten, was das Horrorgenre in den vergangenen Jahren zu bieten hatte: In einem Appartementhaus in Barcelona bricht ein Zombievirus aus. Eine TV-Reporterin und ihr Team, die eigentlich eine Reportage über die Arbeit der Feuerwehr drehen wollten, werden mit den Bewohnern im Haus eingeschlossen. Stockwerk für Stockwerk bis hinauf zum Showdown im Dachboden kämpfen sie sich durch. Die Handlung ist nur durch die Kameralinse zu sehen, was das Blickfeld einschränkt und endlose Möglichkeiten für Jump-Scares eröffnet. Und dann wird es auch noch stockdunkel... Nichts für Schreckhafte, aber ein Muss für alle Zombie-Fans.

Trollhunter:

Eine weitere Mockumentary, diesmal aus Norwegen. Eine Gruppe Studenten will einen Film über den Bärenjäger Hans drehen. In Wirklichkeit jagt der Trolle, von deren Existenz aber niemand erfahren darf. Verlassen die Trolle ihr angestammtes Revier und richten Verwüstungen in der Zivilisation an, muss Hans eingreifen – ein lebensgefährliches Unterfangen. Aber so brutal, gemein und rücksichtslos kann ein Troll gar nicht sein, dass ihn die Menschen nicht um Längen schlagen, wie die überraschende Schlusspointe zeigt. Großartige Effekte und atmosphärische Bilder machen diesen Film zu einer echten Perle des skandinavischen Horrors.

The Wickerman:

Der Streifen von 1973 ist in Deutschland zu unrecht relativ unbekannt, und das, obwohl er vom Filmmagazin „Cinefantastique“ als „Citizen Kane der Horrorfilme“ bezeichnet wurde und Hauptdarsteller Christopher Lee ihn immer noch als den besten Film bezeichnet, den er je gedreht hat. Mit dem bekannteren unseligen Remake mit Nicolas Cage hat das Original glücklicherweise nicht viel gemeinsam. Der Plot: Sergeant Howie kommt auf die abgelegene Hebrideninsel Summerisle, um ein verschwundenes Mädchen zu finden. Dort hat sich ein heidnischer Fruchtbarkeitskult erhalten. Der scharfsinnige Inspektor trifft auf Sitten, mit denen sein analytischer Verstand nicht viel anfangen kann: Nackte Frauen tanzen als Teil eines Schwangerschaftskults um ein Feuer, und Halsschmerzen werden mit Fröschen kuriert. Und die Bewohner haben einiges zu verbergen... Die mystische, geheimnisvolle Atmosphäre sorgt für kalte Schauer auf dem Rücken. Und das Ende gehört zum Besten, was die Geschichte des Horrorfilms zu bieten hat.

Die Frau in Schwarz:

Daniel Radcliffe wollte nach Harry Potter mal was anderes machen. Also suchte er sich eine Rolle aus, in der er einen zurückhaltenden Anwalt mit Brille spielt, der in einem großen alten Gebäude mit fantastischen Dingen konfrontiert wird. Das mit dem Rollenwechsel hat nicht so ganz geklappt, aber dabei ist ein guter Film herausgekommen: Anwalt Arthur Kipps reist in ein abgelegenes Dorf, um den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow zu regeln. Im Ort sterben immer wieder Kinder bei seltsamen Unfällen – das Werk der unheimlichen „Frau in Schwarz“, die auch Arthur immer wieder erscheint. Ein verlassenes Herrenhaus im Moor, Geister, mysteriöse Todesfälle, Kinderspielzeug, das sich wie von selbst bewegt – statt auf Schockeffekte und abgetrennte Gliedmaßen setzt Regisseur James Watkins auf subtilen Horror und erzeugt eine von der ersten Szene an gruselige Atmosphäre. Wer sich danach noch auf einen nächtlichen Herbstspaziergang traut, ist wirklich abgebrüht.

The Descent – Abgrund des Grauens:

Ein neues Höhlensystem erkunden: Gute Idee. Niemandem Bescheid sagen, wo man ist: weniger gute Idee. Als dann auch noch ein Schacht einstürzt und den Weg zurück versperrt, ist eine Gruppe Freundinnen auf sich allein gestellt. Als wäre es nicht schon schwer genug, trotz Dunkelheit und aufkommender Klaustrophobie den Weg nach draußen zu finden, leben in der Höhle die „Crawler“, fiese Wesen, die hungrig auf Menschenfleisch sind. Dazu kommen Konflikte zwischen den Frauen, die um ihr Überleben kämpfen. „The Descent“ ist ziemlich blutig und absolut nervenzerfetzend. Und bietet neben großartigen Bildern im Gegensatz zu den meisten Horrorfilmen etwas Besonderes: Schauspielerinnen, die wirklich schauspielern können, und eine vielschichtige und nuancierte Story.

Hostel:

Man muss schon einen extrem schwarzen Humor haben, um die Gags von Eli Roth zu mögen. Kaum ein Horrorstreifen sorgte in den vergangenen Jahren für vergleichbare Kontroversen. Dabei ist der Film vor allem ein Beispiel für perfektes Marketing: Die berühmte Folterszene auf dem Kinoplakat kommt überhaupt nicht vor. Und die ersten 60 Minuten passiert – absolut nichts, außer dass konsumgetriebene und wohlstandssatte Backpacker sich in ihrem Hostel in Bratislava langweilen. Mit dem Versprechen nach wildem Sex mit hübschen Osteuropäerinnen wurden die US-Amerikaner Paxton und Josh und ihr isländischer Kumpel Oli dorthin gelockt. Bald finden Sie sich in einem verlassenen Fabrikgelände wieder, in dem noch wohlstandssattere Typen sie für Geld zu Tode foltern dürfen. Was folgt, ist nichts für Zartbesaitete – das Genre nennt sich nicht umsonst „Torture Porn“. Was durch die Diskussion um die Gewaltdarstellungen unterging, ist, dass der Film vor allem ein Kommentar auf die Folterskandale amerikanischer Soldaten im Irak war. Und auf die Ignoranz vieler Touristen, Politiker und Zuschauer, denen man ein Bratislava im Jahr 2005 verkaufen kann, in dem Kinderbanden für Kaugummi morden.

Orphan - Das Waisenkind:

„Etwas stimmt nicht mit Esther“, lautet der Untertitel von „Orphan“. Davon abgesehen, dass die kleine Esther, die Katherine und John Coleman adoptiert haben, für ihr Alter außergewöhnlich intelligent und gebildet ist und sich sehr altmodisch kleidet, scheint sie zunächst nicht anders zu sein als andere Kinder. Doch Esther hat ein Geheimnis, und die Familie schwebt in großer Gefahr. „Orphan“ verbreitet bis zum furiosen Finale perfekten Halloween-Grusel. Im Vergleich zu Esther ist Damien aus der „Omen“-Reihe in puncto Fiesheit ein Waisenkind.

Mehr zum Thema Film und Fernsehen finden Sie in unserer Rubrik „angeschaut!“

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