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Jahresrückblick 2011
Mittwoch, 27. Mai 2015 15° 3

Ehrungen

Sportler des Jahres 2011

Ein Faxenmacher, Frauenpower und ein Phantom – Dirk Nowitzki freut sich über die Wahl zum Sportler des Jahres, Vttel enttäuscht die Veranstalter

Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks ist Sportler des Jahres 2011.

Baden-Baden. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Dirk Nowitzki die richtige Wahl als Sportler des Jahres 2011 war, dann lieferte ihn der Basketball-Superstar am Sonntagabend selbst. Der erste NBA-Champion aus Deutschland von den Dallas Mavericks konnte wegen des bevorstehenden Saisonstarts zwar nicht an der Gala im Kurhaus von Baden-Baden teilnehmen, aber er war mit dem Herzen dabei. „Ich freue mich über diesen netten Award“, sagte der 33-Jährige in einer Live-Schaltung aus Dallas, dankte launig den Sportjournalisten für die Wahl, küsste die goldene Trophäe und alberte herum wie ein kleines Kind.

Bach nennt Nowitzki herausragende Sportlerpersönlichkeit

„Dirk Nowitzki ist eine herausragende Sportlerpersönlichkeit und ist bei allem Startum ein echter Mannschaftssportler geblieben“, lobte Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) den ersten Sportler des Jahres aus einer Teamdisziplin. Zwischen einer Trainingseinheit und einem Testspiel am Abend ließ sich Faxenmacher Nowitzki die gute Laune auch nicht von technischen Schwierigkeiten vermiesen. „Ich hatte gehofft, dass ich live dabei bin. Leider hat es wieder nicht geklappt“, sagte Nowitzki, der aber zugab, sich auf das erste Saisonspiel am 25. Dezember gegen Finalgegner Miami Heat zu freuen.

Nowitzki ist Nachfolger von Sebastian Vettel, der sich mit Ausweichmanövern in der letzten Sekunde gut auskennt. Als der zweifache Formel-1-Weltmeister am Sonntagabend auf einen kapitalen Imageschaden zusteuerte, versuchte der kesse Hesse mit einer Presseerklärung das Schlimmste zu verhindern. „Tut mir leid, dass ich heute nicht bei euch sein kann, aber es ließ sich diesmal einfach nicht einrichten“, schickte Vettel eine Botschaft an die Organisatoren der Sportlerwahl-Gala. Weil der diesmal auf Rang zwei gewählte Sportler des Jahres 2010 eine plausible Erklärung für seine Absage schuldig blieb, ist der Lack beim bislang makellosen Musterknaben aus Heppenheim jetzt etwas ab. „Dass Vettel nicht da war, ist ein bisschen enttäuschend“, gestand Dieter Gruschwitz, der Sportchef des diesmal von Absagen gebeutelten Wahlsenders ZDF.

Vettel war das Phantom einer Veranstaltung, bei der erstmals seit einem halben Jahrhundert gleich alle drei Erstplatzierten fehlten. „Es ist schon schade, wenn keiner der Männer auf den Plätzen eins bis drei da ist. Aber jeder hatte ja gute Gründe“, sagte Magdalena Neuner diplomatisch, die aufgrund ihrer im März gewonnenen WM-Titel acht bis zehn nach 2007 erneut zur Sportlerin des Jahres gewählte Ausnahme-Biathletin.

Gute Gründe hatte neben Nowitzki auch Tischtennis-Europameister Timo Boll. Der Drittplatzierte bereitet sich nach einer längeren Krankheitspause derzeit im Trainingslager intensiv auf die kommende Saison vor mit den Höhepunkten Heim-WM und Olympia und grüßte aus Teneriffa per Videoclip. Ein technisches Hilfsmittel, auf das auch der bis auf einmal stets von Ferne grüßende Michael Schumacher zurückgegriffen hatte. Vettel, der im Vorjahr seine Teilnahme für 2011 signalisiert hatte, hielt nicht mal eine Filmeinspielung für notwendig.

Petkovic vermutet versteckte Kamera

Die Männer glänzten weitgehend durch Abwesenheit - von den Dortmunder Spielern vertraten die Mannschaft des Jahres die derzeit lädierten Neven Subotic und Sven Bender, die Fußball-Nationalmannschaft repräsentierte allein der ebenfalls verletzte Bastian Schweinsteiger -, die Frauen mit schicken Roben und geschickten Reden. „Ich glaube immer noch, es ist hier versteckte Kamera. Ich weiß nicht, warum und ob ich diese Riesenehre verdient habe“, sagte die auf Rang zwei gewählte Tennisspielerin Andrea Petkovic, die nicht nur wegen ihres superlangen Abendkleids eine gute Figur machte.

Für Frauenpower sorgte auch Biathlon-Königin Magdalena Neuner, standesgemäß in Royalblau gehüllt. Die nun zehnmalige Weltmeisterin sorgte mit ihrer Aussage für Erheiterung, dass ja jeder im Saal wisse, dass sich ein achter WM-Titel anders anfühle als ein zweiter. Die 24-Jährige, die direkt vom Weltcup in Hochfilzen angereist war und im kommenden März ihre Karriere beenden wird, kündigte an: „Ich werde sicherlich wieder herkommen, dann ganz ohne den Stress eines Wettkampfs.“ Es klang nicht nach einem leeren Versprechen.

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