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Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Kurioses

Königlicher Böllerlärm verschaffte Gehör

Ein brennender Teppich, ein detonierter Briefkasten und ein Gedicht auf Pappkarton: Beim Sternsingen gibt es Überraschungen.
Von Philipp Seitz

In der Pfarrei Berg gibt es über die Sternsinger so manche Anekdote zu erzählen. Symbolfoto: dpa

Berg.Weihrauch-Fehlalarm, brennende Kohlen und böllernde Sternsinger: Josef Meindl hat in all den Jahren als Gemeindereferent schon viel erlebt. Seit 30 Jahren ist Meindl „im Geschäft“, wie er sagt, und betreut stets die Sternsinger in der Pfarrei. Die können allerdings auch Lausbuben sein. An einige Schandtaten seiner kleinen Könige und Anekdoten erinnert sich Meindl noch heute. Ein Vorfall ist schon 20 Jahre her. Eine Sternsingergruppe aus Berg zog damals noch am Vormittag des Neujahrstags durch die Straßen. Die älteren Könige hatten noch vorhandene Böller von Silvester dabei, die auf ihrer Tour dann auch gezündet wurden. So kündigten die Sternsinger ihr Kommen schon von Weitem an.

Eine königliche Bescherung

Bergs Gemeindereferent Josef Meindl. Foto: Seitz

Der Plan ging auf: Viele Berger wachten auf. Weil auch noch ein Briefkasten mit Böllern gesprengt wurde, hielt sich die Begeisterung bei Meindl über diese Sternsingergruppe in Grenzen. „Die Täter konnte ich schnell überführen, weil wir Gebiete eingeteilt hatten“, sagt er. Pech für die Jugendlichen: Ihr Trinkgeld und die Süßigkeiten mussten sie abliefern, um den Briefkasten zu ersetzen. Einen ähnlichen Fall wird es nicht wieder geben, versichert Meindl: „Seit Jahren begleiten Erwachsene die Gruppen und achten auf die Seriosität der Sternsingeraktion.“ Derartige „Lausbubenstreiche“ würden so der Vergangenenheit angehören. Die Berger nahmen es aber mit Humor: Im Pfarramt beschwerte sich lediglich die Familie, deren Briefkasten gesprengt wurde.

Einen Beitrag zur bundesweiten Aussendung der Sternsinger hören Sie hier:

Weniger erfreuliche Vorfälle gab es aber auch mit dem Weihrauch: Nicht selten schlugen die Rauchmelder in den Wohnungen Alarm. Einmal sollten die Sternsinger im Wohnzimmer den Spruch aufsagen. Beim Schwenken des Weihrauchfasses trug sich ein Missgeschick zu: Die noch glühende Kohle fiel aus dem Weihrauchfass direkt auf den teueren Teppich der Familie. Auch das kann den Sternsingern in Berg heute nicht mehr passieren: Sie verzichten auf Weihrauch, um die Rauchmelder nicht zu reizen.

Lesen Sie mehr: Ein Interview mit Pfarrer Martin Fuchs über die Bedeutung des Weihrauchs finden Sie hier.

Für die Sternsinger gedichtet

In seinen Ordnern hat Meindl noch andere Geschichten abgeheftet. Besonders rührend findet er das Gedicht der damals fast 90-jährigen Lucie Rothdauscher. Die Witwe wartete sehnlichst auf die Sternsinger. „Aber sie musste noch zum Einkaufen gehen“, sagt Meindl. Was tun? Kurzerhand verfasste sie auf einen Pappkarton ein Gedicht und hängte dieses mit ihrer Geldspende an ihre Gartentür. Das Gedicht lautete: „Nicht länger konnt ich warten mehr, auf Euch, ihr hohen Herren. Denn ich brauch einige Sachen noch, bevor die Läden sperren. Den Schein tut für die Armen rein, die Münzen sollen für Euch sein!“

Die Vorfreude in Neumarkt auf die Aussendung ist schon groß:

Die Vorfreude in Neumarkt auf die Sternsinger wächst.

Was hat es mit dem Stern von Bethlehem auf sich und warum muss Postbauer-Hengs Bürgermeister im Januar ebenfalls als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen? Lesen Sie alles in unserem MZ-Spezial zu den Sternsingern.

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