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Sonntag, 23. April 2017 9

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Smarte App wird zum ständigen Begleiter

Drei Regensburger OTH-Studenten entwickelten die „Komm gut Heim“-App. Sie bringt Spätheimkehrer mittels vernetzten Begleitern sicher ans Ziel.
Von Micha Matthes, MZ

Die „Komm gut Heim“-App hilft, Spätheimkehrer im Auge zu behalten. Foto: Screenshot „Komm gut Heim“-App

Regensburg.Die wunderschöne Regensburger Altstadt mit ihren vielen kleinen Gässchen hat auch ihre Schattenseiten. Auf dem nächtlichen Nachhauseweg greifen da ängstliche Personen auch schon mal zum Handy, um mit Freunden oder Verwandten zu telefonieren bis die Wohnungstür sicher hinter ihnen ins Schloss fällt.

Eine einfachere und fortgeschrittenere Variante, sich aus der Ferne begleiten zu lassen, bietet die „Komm gut Heim“-App. Im Rahmen eines Wettbewerbs der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg entwickelten die drei Maschinenbau-Studenten Katharina Hochmuth (20), Tim Hautkappe (22) und Mario Pfaller (20) einen vernetzten Begleiter für den Nachhauseweg.

Sobald die Smartphone-App gestartet wird, werden ausgewählte Freunde aus der Kontaktliste per Push-Nachricht informiert und können die Route des Spätheimkehrers in Echtzeit verfolgen. Der virtuelle Begleiter weiß also immer ganz genau, wann die beobachtete Person losgegangen ist, wie lange sie schon unterwegs ist und – dank GPS – wo sie sich im Moment genau befindet. Damit es zu keinen Missverständnissen kommt, wird dem digitalen Aufpasser sogar der genaue Akkustand des Heimkehrers angezeigt.

Ein gutes Gefühl – nicht nur für Spätheimkehrer

Die Daten werden dabei sicher verschlüsselt. „Es handelt sich also keinesfalls um eine Stalker-App“, sagt Katharina Hochmuth. Auch dem Nutzer selbst wird angezeigt, wer von den Eltern und Freunden ein wachsames Auge auf ihn hat. Außerdem sieht der Spätheimkehrer mit der App auch, ob einer der ausgewählten Freunde zufällig gerade in der Nähe ist.

Wenn man schließlich gut zu Hause angekommen ist, werden die digitalen Begleiter automatisch informiert. Für den Fall der Fälle, wird die Route zusätzlich noch aufgezeichnet und zwei Wochen lang gespeichert. „Die App bietet eine einfache Möglichkeit, sich selbst und andere zu beruhigen“, sagt Katharina Hochmuth.

Dabei ist die Anwendung gar nicht ausschließlich für Spätheimkehrer gedacht. Viele andere Nutzungsmöglichkeiten bieten sich an. Die „Komm gut Heim“-App kann auch Eltern von Grundschülern mit Smartphone ein gutes Gefühl geben. Oder Angehörige von Fahranfängern können sich automatisch benachrichtigen lassen, wenn der Führerscheinneuling gut am Ziel angekommen ist. „Früher habe ich mich mit meinen beiden Mitbewohnerinnen immer abgesprochen, wenn eine von uns spät nach Hause gegangen ist“, erzählt Katharina Hochmuth. „Heute drücken wir nur noch auf ,Losgehen‘ und die anderen wissen Bescheid.“

Seit Weihnachten können iPhone-Besitzer die „Komm gut heim“-App im App-Store herunterladen. Fast 600 Nutzer haben sie bereits in Gebrauch – auch in China und England, denn die App funktioniert weltweit.

Ab April soll es eine Android-Variante geben und auch eine Premiumversion haben Katharina, Tim und Mario schon in Planung. „Deine Sicherheit ist unbezahlbar – bei uns ist sie (noch) kostenlos“, heißt es in einem Werbepost auf der Facebookseite der „Komm gut Heim“-App.

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