mz_logo

Politik
Montag, 29. Mai 2017 28° 1

Rede

Barley: Extremismus kriecht wieder näher

In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg warnt die SPD-Generalsekretärin vor dem „hellbraunen Spuk“ der AfD.
Von Sebastian Heinrich, MZ

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley (2.v.r.) besuchte die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Foto: Sebastian Heinrich

Flossenbürg.SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat bei ihrem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg an die Gräuel des Nationalsozialismus gedacht – und an die Gefahren durch politischen Extremismus erinnert. „Es kriecht wieder näher“, sagte Barley bei einer Rede am Ende eines Rundgangs durch die Gedenkstätte neben einem Gedenkstein für in Flossenbürg ermordete Sozialdemokraten. Barley spielte damit auf islamfeindliche und homosexuellenfeindliche Positionen in der rechtspopulistischen AfD an. Die „Schicht der Zivilisation“, die über den zwölf Jahren NS-Gräuel in Deutschland liege, sei „leider verdammt dünn“. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam diesen hellbraunen, noch hellbraunen Spuk aus Deutschland gemeinsam wieder wegbekommen können“, sagte Barley zum Abschluss ihrer Rede.

An dem Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte nahmen neben Barley gut 50 SPD-Mitglieder mit - darunter die Oberpfälzer SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und Uli Grötsch und die Landtagsabgeordneten Annette Karl und Franz Schindler. Den Rundgang leitete Gedenkstätten-Leiter Jörg Skriebeleit.

Schindler, der auch Bezirksvorsitzender der Oberpfälzer SPD ist, betonte die Wichtigkeit Flossenbürgs für die Identität der SPD. An diesem Ort überwiege aber Scham darüber, dass die erste deutsche Demokratie, die Weimarer Republik, so schnell geendet sei - und dass es nach dem Zweiten Weltkrieg Jahrzehnte gedauert habe, bis, so Schindler, „die Bereitschaft da war, der ganzen Wahrheit ins Auge zu sehen.“

In Flossenbürg waren zwischen 1938 und 1945 schätzungsweise 100 000 Menschen inhaftiert, etwa 30 000 starben hier. Am Wochenende hatte der offizielle Gedenkakt zum 71. Jahrestag der Befreiung Flossenbürgs stattgefunden.Dabei war ein Gedenkstein für die in Flossenbürg ermordeten Sinti und Roma enthüllt worden.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht