mz_logo

Politik
Mittwoch, 18. Oktober 2017 20° 2

Extremismus

Brandanschläge auf Bahnanlagen

In mehreren Bundesländern kommt es zu Zugverspätungen und -ausfällen. Vermutet werden politische Motive vor dem G20 Gipfel.

Eine Hinweistafel informiert in Berlin die Reisenden und Pendler im S-Bahnhof Treptower Park über einen Kabelbrand. Foto: Paul Zinken

Berlin.Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg haben vermutlich extremistische Täter in mehreren Bundesländern Bahnanlagen in Brand gesteckt.

Züge fielen am Montagmorgen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen. Insgesamt gab es nach ersten Ermittlungen etwa ein Dutzend Anschläge.

Betroffen waren nach Angaben der Bundespolizei Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, Leipzig und Bad Bevensen in Niedersachsen. Auch in Bremen habe es eine mutmaßliche Brandstiftung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover.

Bayern bleibt verschont

Bayern ist von den Brandanschlägen nicht betroffen, wie die Bundespolizei auf Nachfrage unseres Medienhauses mitteilte. Auch von Zugausfällen oder Verspätungen bleibt der Freistaat bislang verschont, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage bestätigte. In den betroffenen Bundesländern nahm der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen auf.

Im Vorfeld des G20-Gipfels hatten Linksextremisten wiederholt Aktionen und Anschläge angekündigt. Am 7. und 8. Juli treffen sich Staats- und Regierungschefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie Vertreter der EU. Nach Einschätzung des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der sächsischen Polizei haben die Vorfälle möglicherweise einen Bezug zum G20-Gipfel. Eine politische Motivation könne nicht ausgeschlossen werden und sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen, teilte das OAZ mit.

Brandanschläge im Raum Leipzig

Im Raum Leipzig wurden nach Angaben der Bundespolizei seit 2.40 Uhr am Montag Brandanschläge auf Kabelschächte und elektronische Stellwerke verübt. „In einigen Fällen konnten Brandvorrichtungen unschädlich gemacht werden, bevor sie Schaden anrichteten“, sagte ein Sprecher. Zudem sei mit einem Hubschrauber aus der Luft nach weiteren Brandorten gesucht worden.

Bisher seien bundesweit zwölf Brandanschläge auf Bahnstrecken in festgestellt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es zwischen den Bränden einen Zusammenhang gibt. Die Berliner Polizei sprach von 13 mutmaßlichen Anschlägen.

Es sieht derzeit danach aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.

Polizeisprecher Berlin

Am Berliner S-Bahnhof Treptower Park wurde vermutlich ein Feuer in einem Kabelschacht gelegt. „Es sieht derzeit danach aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde“, sagte ein Polizeisprecher.

In Hamburg gab es zwei Brände an Zuggleisen, im Stadtteil Eidelstedt und im Bereich Höltigbaum brannten Kabel neben den Gleisen. Der Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Lübeck war unterbrochen. Die Störung werde vermutlich den ganzen Tag dauern.

Weitere Nachrichten aus der Politik finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht