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Politik
Mittwoch, 13. Dezember 2017 11

Kommentar

Der Rexit naht

Ein Kommentar von Daniela Weingärtner, mz

Je länger sich die Brexit-Verhandlungen hinziehen, desto unwirklicher kommt einem die Prozedur vor. Premierministerin Theresa May, die angetreten war, einen guten Deal für ihr Land herauszuschlagen, sind inzwischen große Teile ihres Kabinetts abhanden gekommen. Fast ist man erleichtert, wenn Chefunterhändler David Davis mit schöner Regelmäßigkeit in Brüssel aufschlägt. Bei so vielen Turbulenzen im Londoner Regierungsbezirk könnte auch sein Stuhl bald wackeln.

Die EU zeigt sich hingegen weiterhin erstaunlich geschlossen und konsequent. Sämtliche britische Versuche, die Mitgliedsstaaten mit ihren Interessen gegeneinander auszuspielen und zu spalten, scheiterten bislang – was die Europäer selbst wohl am meisten überrascht. Aber es zeigt sich eben, dass Großbritannien die EU weit mehr braucht, als es umgekehrt der Fall ist. Ein Beispiel: Nach dem Brexit muss London ungefähr eintausend Handelsabkommen neu abschließen, während für die Kontinentaleuropäer alles beim alten bleibt.

Die Rückabwicklung einer EU-Mitgliedschaft erweist sich als so gigantische Aufgabe, dass es potenzielle Nachahmer abschrecken dürfte. In Brüssel glauben viele, dass nicht einmal die Briten die Prozedur bis zum bitteren Ende durchhalten werden. Einen „Rexit“ sieht sogar Chefunterhändler Michel Barnier als Option.

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