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Politik
Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 2

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Digitale Abwehr stärken

Der Aufbau der Einheit „Kommando Cyber“ ist ein wichtiger Schritt. Dazu braucht es keine Waffen, sondern kluge Köpfe.
Von Oswin Veith

Oswin Veith, Mitglied des Deutschen Bundestages für die CDU und seit August 2016 Präsident des Reservistenverbandes

Die Stärkung der digitalen Kräfte der Bundeswehr ist ein wichtiger Schritt. Für jeden von uns. Der sperrige Begriff „Cyberabwehr“, der im Zusammenhang mit der Berichterstattung rund um die Indienststellung des neuen Organisationsbereiches der Bundeswehr, dem „Kommando Cyber und Informationsraum“, immer wieder fällt, führt da manch einen in die Irre. Unsere heutige Welt ist vernetzt, digitale Infrastrukturen begleiten unseren Alltag – und haben ihn massiv verändert.

Wir sind heute immer und überall erreichbar, wickeln unsere Bankgeschäfte zu großen Teilen über das Smartphone ab, steuern oft genug sogar unsere Haushaltsgeräte zu Hause mit der App auf dem Tablet. Toll, wenn das Wohnzimmer schon heimelig warm ist, wenn wir nach einer längeren Dienstreise müde nach Hause kommen.

All das sind Annehmlichkeiten, die unseren Alltag komfortabler gestalten. Doch sie machen uns auch angreifbar: Wird das Bankkonto gehackt oder die Alarmanlage lahmgelegt, kann das schlimme Folgen haben. Und was für uns Privatleute im Kleinen gilt, gilt für Unternehmen und Behörden im Großen: Sie sind einem stetig wachsenden Risiko ausgesetzt. Dass die Bundeswehr ein hochrangiges Ziel für Angriffe aus dem Cyberraum darstellt, ist daher nicht verwunderlich. Der Aufbau einer Organisationseinheit, die sich mit Strategien zur Abwehr solcher Angriffe beschäftigt, ist die logische Konsequenz. Dazu braucht es keine Waffen im herkömmlichen Sinn, sondern in erster Linie kluge Köpfe.

Die Bundeswehr hat jedoch ein Problem: Wie soll die Einsatzfähigkeit dieses Kommandos mit all dem dafür benötigten Personal, dem Wissen und den Fähigkeiten möglichst schnell, spätestens bis 2021, aufgebaut werden? Wie gewinnt man die dafür notwendigen Menschen und das spezifische Know-how? Fragen, mit denen auch der Reservistenverband sich seit einiger Zeit beschäftigt.

Unserer Auffassung nach tragen wir Reservisten und Reservistinnen hier eine große Verantwortung. Wir arbeiten dort, wo Ideen geboren werden und wo sie laufen lernen, wo Technologien weiterentwickelt werden. Oder wir kennen Menschen, die jemanden kennen, der zwar bisher keine Berührungspunkte mit dem Militär hatte, sich aber dennoch verantwortlich für unser Land fühlt. Daher konzentrieren wir uns zunächst auf den Aufbau eines Netzwerks von Menschen, die dem Thema grundsätzlich verbunden sind.

Dazu haben wir den „Arbeitskreis Cyber und Innovation“ gegründet, der in Berlin seine Arbeit aufgenommen hat. Und auch die Bundeswehr hat erkannt, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen, um die Sicherheit unserer Armee und unseres Landes auf diesem Feld verteidigen zu können. Die Bildung einer Cyberreserve, die von höchster Stelle im Ministerium gefordert und gefördert wird, unterstreicht die Bedeutung, die den Reservisten bei der Auftragserfüllung des neuen Kommandos „Cyber- und Informationsraum“ der Bundeswehr zukommt.

Es gilt gemeinsam neue Wege zu beschreiten, um auch von denjenigen lernen zu können, die üblicherweise nicht im unmittelbaren Umfeld der Bundeswehr und ihrer Reserve tätig sind.

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