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Politik
Montag, 20. November 2017 7

Schlagabtausch

Fakten zum politischen Aschermittwoch

Heuer liefern sich Parteien wieder verbale Schlachten in Niederbayern. Sieben Hintergrundinfos zur Traditionsveranstaltung.
Von Johanna Herlan, Johanna Pichler und Carmen Vitzthum, MZ

Ministerpräsident Horst Seehofer ist als Hauptredner der CSU in Passau im Einsatz. Foto: Peter Kneffel/dpa

1. Was ist der politische Aschermittwoch?

Es ist eine traditionelle, lokale und regionale Versammlung der (meist) größten deutschen Parteien. Dort liefern sich die Redner einen teils derben und rhetorischen Schlagabtausch.

2. Wo hat diese Tradition ihren Ursprung?

Bereits im 16. Jahrhundert trafen sich bayerische Bauern, auf dem Vieh- und Rossmarkt in Vilshofen an der Donau, zum Feilschen der Preise und Diskutieren über die Tagesthemen. Ab dem 19. Jahrhundert stand auch die königlich-bayerische Politik zur Debatte. Das eigentliche Geburtsjahr des politischen Aschermittwochs ist 1919. Von da an veranstaltete die Bayernpartei regelmäßig zum Aschermittwoch eine offizielle, politische Kundgebung. Ab 1953 dann auch die CSU, unter Franz Josef Strauß.

3. Wo finden die Veranstaltungen statt?

Innerhalb Bayerns tagen die Parteien in: Passau (CSU und Die Linke), Vilshofen (SPD), Dingolfing (FDP), Deggendorf (Freie Wähler), Landshut (Die Grünen) und Osterhofen (AfD). Die Veranstaltungen erlangen bundesweit Beachtung. Die einst bayerische Tradition pflegt man mittlerweile auch in anderen Bundesländern.

4. Wer spricht?

Hauptprotagonisten des politischen Aschermittwochs sind die Spitzenpolitiker der teilnehmenden Parteien. Für die CSU spricht beispielsweise der Ministerpräsident Horst Seehofer selbst. Angela Merkel spricht für die CDU in Mecklemburg-Vorpommern. Der Kanzlerkandidat Martin Schulz tritt für die SPD in Vilshofen auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel tritt nicht in Bayern auf, sie nimmt in ihrer Heimat am politischen Aschermittwoch der CDU teil. Foto: Swen Pförtner/dpa

5. Für was nutzen die Parteien den politischen Aschermittwoch?

Allem voran wollen sie ihren politischen Standpunkt weiter vertreten. In ihren teils ausfälligen Reden kritisieren die Politiker ihre politischen Gegner. Es ist nicht selten der Fall, dass die Parolen das eine oder andere Mal ins Lächerliche gezogen werden.

6. Wo kann man die Veranstaltungen verfolgen?

Falls Sie nicht persönlich vor Ort sein können, zeigt der Nachrichtensender „Phoenix“ von 10:30 Uhr bis 17:30 Uhr, den „Politischen Aschermittwoch der Parteien“ live. Auch einen Live-Stream bietet Phoenix auf seiner Internet-Seite an.

7. Findet der politische Aschermittwoch jedes Jahr statt?

Ja, die Veranstalung findet jedes Jahr statt. Eine Ausnahme gab es letztes Jahr. Aufgrund des Zugunglücks in Bad Aibling, sagten die Parteien ihre Veranstaltungen ab.

Genauere Infos zum Ablauf des politischen Aschermittwochs finden Sie hier.

Unsere Reporter berichten live vom politischen Aschermittwoch:

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