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Politik
Mittwoch, 29. März 2017 19° 1

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Frühkindliche Bindung prägt Gesundheit

Wer als Kind vertrauensvolle Beziehungen erlebt, ist nachweislich im Erwachsenenalter gesünder und psychisch stärker.
Von Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern

Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern

Von der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensjahre werden die Grundsteine für die psycho-emotionale Entwicklung und für die körperliche Gesundheit eines Menschen gelegt. Als erste Bezugspersonen des Kindes nehmen Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher durch eine vertrauensvolle und feinfühlige Beziehung zum Kind Einfluss auf dessen lebenslange gesundheitliche Entwicklung. Aus präventiver Sicht ist der Zusammenhang sehr wichtig, weil eine positiv erlebte frühkindliche Bindung mehr Gesundheit für das ganze Leben bedeutet.

Es ist bekannt, dass psychische und körperliche Krankheiten einander begünstigen. Nachweisbar machen schwerwiegende psychosoziale Belastungsfaktoren in Form von Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch krank. Aber auch mangelnde Zuwendung oder einschneidende Veränderungen im familiären Umfeld erhöhen die Wahrscheinlichkeit, psychisch und körperlich im weiteren Lebensverlauf zu erkranken. Verschiedenen Studien zufolge nimmt die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel an Diabetes mellitus Typ 2, Schlaganfall, koronarer Herzerkrankung oder chronischen Lungendefekten zu erkranken um das Zwei- bis Vierfache zu, wenn in der frühen Kindheit mehrereschwerwiegende Belastungsfaktoren zusammenkommen, aber nicht erkannt und verarbeitet werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen aber auch, dass es möglich ist, Kinder für den Umgang mit Belastungsstörungen stark zu machen. Kinder, die in den ersten Lebensjahren über eine Hauptbezugsperson viel Zuwendung erfuhren, sind schwerwiegenden sowie alltäglichen Stresssituationen gut gewachsen. Eine gesunde Entwicklung ist wesentlich für die Gesundheit im Erwachsenenalter. Kinder müssen sich verstanden und geborgen fühlen und leben können, was sie wirklich sind. Dadurch werden sie gestärkte und resiliente Persönlichkeiten und haben bessere Chancen, zu psychisch-emotional und körperlich starken Menschen heranzuwachsen.

Eltern, Erzieher und andere Bezugspersonen haben nicht nur eine prägende Vorbildfunktion in Bezug auf einen psychisch und physisch gesundheitsbewussten Lebensstil. Sie unterstützen auch mit ihrer Zuwendung langfristig die Gesundheit ihrer Kinder. Dabei ist auch die Bedeutung des Spiels wichtig. Denn wir wissen, dass Kinder spielerisch lernen, nicht zwischen Spielen und Lernen unterscheiden und hierbei erfahren, über sich hinaus zu wachsen.

Aus Sicht der Betriebskrankenkassen ist es enorm wichtig all diese Zusammenhänge in die Alltagspraxis zu bringen. In der Zusammenarbeit mit dem bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik ist so ein Präventionsangebot entstanden, das Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher anregt, die Kinder auf ihrem Weg hin zu psychisch und physisch starken Menschen zu unterstützen.

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