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Politik
Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 1

Durchsuchungen

Hessen: Festnahme nach Terrorverdacht

Bei einer Razzia in mehreren Städten ist ein Verdächtiger verhaftet worden. Er soll einen Terroranschlag vorbereitet haben.

Mehrere Objekte werden in Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Foto: dpa

Frankfurt.Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Insgesamt 54 Objekte seien betroffen gewesen, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über den Einsatz berichtet. Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der Oberstaatsanwaltschaft gegen 16 Beschuldigte zwischen 16 und 46 Jahren. Gegen einen 36-jährigen Tunesier wurde Haftbefehl erlassen. Er soll als Anwerber und Schleuser für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) tätig gewesen sein. Er habe ein Terrornetzwerk aufbauen wollen, um einen Anschlag zu verüben. Es habe kein konkretes Anschlagsziel gegeben, sagte ein Sprecher der Landespolizei. Die Planung sei noch in einer frühen Phase gewesen. Durchsucht wurden unter anderem Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt wollen in einer Pressekonferenz am Vormittag Details zu den Ermittlungen bekannt geben. Am Dienstagabend waren in Berlin drei Terrorverdächtige verhaftet worden.

An Anschlag in Tunesien beteiligt

Gegen den verhafteten Terrorverdächtigen wird in seinem Heimatland Tunesien wegen des Anschlags auf das Bardo-Museum in Tunis ermittelt. Der 36-Jährige soll an der Planung und Umsetzung des Anschlags beteiligt gewesen sein, bei dem im März 2015 mehr als 20 Touristen getötet worden waren. Deshalb gab es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt auch ein Festnahmeersuchen der tunesischen Behörden.

Der 36-Jährige saß deshalb zwischenzeitlich in Deutschland schon in Auslieferungshaft. Weil bis zum Ende der Frist die tunesischen Behörden nicht die vollständigen Auslieferungsunterlagen vorgelegt hätten, sei der Mann am 4. November 2016 aus der Haft entlassen worden und von da an bis zu seiner Festnahme am Mittwoch rund um die Uhr observiert worden.

Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden reiste der Verdächtige im August 2015 als Asylbewerber nach Deutschland ein. Der Tunesier habe aber bereits zwischen 2003 und April 2013 in der Bundesrepublik gelebt. Der 36-Jährige soll auch an einem Angriff auf die tunesische Grenzstadt Ben Gardane im März 2016 beteiligt gewesen sein.

Das Motto: Lieber frühzeitig eingreifen

Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) waren an der Großrazzia mehr als 1100 Beamte beteiligt. Seinen Angaben zufolge wurde mit der Maßnahme „ein weit verzweigtes salafistisches Netzwerk zerschlagen“. Dabei sei es nicht darum gegangen, einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag zu verhindern. Die hessischen Sicherheitskräfte hätten vielmehr frühzeitig eingegriffen, um die Bürger vor drohendem Schaden zu bewahren.

Sobald es weitere Informationen gibt, finden Sie diese unter www.mittelbayerische.de!

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