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Samstag, 1. Oktober 2016 24° 4

Gesellschaft

Kinder wollen mitreden dürfen

Laut LBS-Kinderbarometer gibt es keine Politikverdrossenheit: Zwei Drittel der Neun- bis 14-Jährigen wollen in ihrer Gemeinde mehr mitentscheiden.

Laut dem LBS-Kinderbarometer wünschen sich zwei Drittel der Neun- bis 14-Jährigen mehr Mitspracherechte. Foto: dpa

Münster/Berlin. Von wegen Politikverdrossenheit: Laut einer Studie will eine große Mehrheit der Jugendlichen zwischen 9 und 14 Jahren mitreden, wenn es um Entscheidungen in ihrem Umfeld geht. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich laut LBS-Kinderbarometer eine Beteiligung an Entscheidungen in ihrer Stadt oder Gemeinde.

Aber nur ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gab an, das Gefühl zu haben, dass die eigene Meinung auch etwas zählt. 67 Prozent beklagten, bei Entscheidungen nicht gefragt zu werden, ergab eine Studie, die die Bausparkasse LBS West am Montag in Berlin vorstellte. Bundesweit waren in der repräsentativen Umfrage 10000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren befragt worden. Fragen nach der Mitbestimmung wurden zum ersten Mal gestellt.

25 Prozent der Befragten gaben an, sich ehrenamtlich in der Schülervertretung oder der Kirchengemeinde zu engagieren. Laut Studie ist dies ein Beleg dafür, dass die Kinder „echten Gestaltungswillen“ haben. Christian Schröder vom LBS-Kinderbarometer: „Kinder haben häufig erfrischend unkonventionelle Ideen, wir sollten ihnen viel häufiger zuhören und ihr Engagement für die Gesellschaft fördern.“

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte über das Ergebnis der Studie: „Auf dieser Begeisterung müssen wir aufbauen. Wir sollten den Wunsch nach möglichst früher Beteiligung an Wahlprozessen ernst nehmen und, wo immer es geht, verstärken. Deshalb bieten wir auch zur kommenden Bundestagswahl wieder eine Juniorwahl an.“ Dabei würden bundesweit über 500 000 Jugendliche an mehr als 2200 Schulen im Vorfeld der Bundestagswahl ihre Stimme abgeben. Das Ergebnis werde am Wahlsonntag (22. September) unter www.juniorwahl.de veröffentlicht.

Die UN-Kinderrechts-Konvention aus dem Jahr 1990, die auch von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurde, sieht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der politischen Meinungsbildung vor. 83 Prozent der Befragten wussten das nicht. Die UN-Konvention ist in den ostdeutschen Ländern bekannter als im Westen. In Brandenburg kannten 37 Prozent die Konvention, in Mecklenburg-Vorpommern sind es noch 34 Prozent. Das untere Drittel bilden Baden-Württemberg (26 Prozent), Sachsen und Hamburg (25 Prozent) und Hessen 24 Prozent. (dpa)

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