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Politik
Montag, 20. November 2017 5

EU

Sexuelle Belästigungen im EU-Parlament

Laut der britischen Zeitung „The Sunday Times“ soll es in Straßburg zu schweren sexuellen Belästigungen gekommen sein.

Das Europaparlament in Straßburg. Foto: Christian Hartmann

Brüssel.Europaabgeordnete haben entsetzt auf einen Bericht reagiert, nach dem es auch im EU-Parlament zu schwerwiegender sexueller Belästigung gekommen sein soll. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sei eine schreckliche Art von Machtmissbrauch, sagte die deutsche Grünen-Politikerin Terry Reintke.

Sie ermutige alle betroffenen Parlamentsmitarbeiterinnen, Übergriffe beim zuständigen Ausschuss anzuzeigen. „Jeder Fall von sexueller Belästigung muss untersucht werden“, ergänzte die österreichische Grünen-Abgeordnete Monika Vana.

Parlamentarier soll vor Assistentin masturbiert haben

Die britische Zeitung „The Sunday Times“ hatte schwere Vorwürfe von Parlamentsmitarbeiterinnen öffentlich gemacht. So sollen männliche Abgeordnete Frauen auf verschiedenste Arten sexuell bedrängt oder begrapscht haben. In einem Fall habe ein Parlamentarier vor einer jungen Assistentin masturbiert.

Der Zeitung zufolge sind unter den Beschuldigten mindestens zwei deutsche Abgeordnete. Einer von ihnen wird sogar als „führend“ bezeichnet.

Namentlich genannt wird in dem Bericht allerdings nur ein 71 Jahre alter französischer Grünen-Politiker, der der Mitarbeiterin eines anderen Abgeordneten eine unsittliche Textnachricht geschrieben haben soll. Die Identitäten der anderen Beschuldigten enthüllte das Blatt nicht - nach eigenen Angaben auf Wunsch der Parlamentsmitarbeiterinnen. Die Frauen hätten Angst um ihre Karrieren und fürchteten eine mögliche juristische Auseinandersetzung, schrieb die „The Sunday Times“.

Bisher noch keine Belästigungsvorwürfe angezeigt

Ein Sprecher des EU-Parlaments sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, dass dem zuständigen Beschwerdeausschuss bislang noch keine Belästigungsvorwürfe angezeigt worden seien.

Dass die Betroffenen anonym ihr Schweigen brachen, erklärt das Blatt mit dem Skandal um den Filmmogul Harvey Weinstein. Seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den Mann berichten Frauen in aller Welt unter dem Stichwort „#MeToo“ von schlechten Erfahrungen.

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