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Politik
Samstag, 21. Oktober 2017 19° 3

Kommentar

Späte Genugtuung

Ein Kommentar von Katrin Wolf, MZ

Der Prozess gegen Anton Schlecker ist für die ehemaligen Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriekette wichtig. Er hilft ihnen, mit dem Erlebten abzuschließen.

Finanzielle Entschädigungen haben die Schlecker-Frauen nie gesehen. Auch wenn es zu einem Schuldspruch kommen sollte, ist das höchst unwahrscheinlich. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Vielen würde auch eine Entschuldigung Anton Schleckers schon das Gefühl geben, nicht vergessen worden zu sein. Sie müssen damit leben, dass der Betrieb, für den sie zum Teil jahrzehntelang gearbeitet haben, möglicherweise mit Absicht in die Insolvenz gebracht wurde. Nicht alle hatten so viel Glück wie Eva Demetz und Christine Gansbühler, die beide eine adäquate neue Stelle gefunden haben. Viele sind in Hartz IV gerutscht, andere arbeiten jetzt zu schlechteren Konditionen. Die meisten Schlecker-Frauen gehören Gruppen an, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Wenn sie durch den Prozess noch einmal Aufmerksamkeit erfahren, ist schon viel gewonnen.

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