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50 Jahre Mauerbau
Montag, 20. November 2017 3

Grenze

Immer noch gibt es viele Mauern

Die Grenze in Berlin ist vor über 20 Jahren gefallen. Noch immer gibt es aber Mauern und Zäune, die Menschen trennen.

  • Die UN haben eine Pufferzone zwischen türkischem und griechischem Bereich eingerichtet,
  • Die Sperranlage in Israel soll laut Planungen 730 Kilometer lang werden.
  • Mehr als 1000 Kilometer ist der Sperrzaun zwischen den USA und Mexiko lang.
  • Zwei nordkoreanische Soldaten beobachten an der Grenze einen Südkoreaner.

Berlin. Die Berliner Mauer war über fast drei Jahrzehnte das Symbol des Kalten Krieges und der deutschen Teilung. Während sich die Bundesrepublik in diesen Tagen an den Baubeginn des ehemaligen „antifaschistischen Schutzwalls“ der DDR am 13. August 1961 erinnert, schotten sich andernorts Länder und Völker weiter mit Mauern, Zäunen und Sperranlagen voneinander ab.

Der „Tortilla-Vorhang“

Auf gut 3000 Kilometern prallen die Gegensätze zwischen der Supermacht USA und dem Schwellenland Mexiko aufeinander. Die im Volksmund „Tortilla Curtain“ (Tortilla-Vorhang) genannte Grenze ist mit mehr als einer Million Überquerungen täglich die verkehrsreichste der Welt – und für die Vereinigten Staaten ein Krisengebiet direkt vor der Haustür. Mexikanische Drogenkartelle kämpfen brutal um die besten Schmuggelrouten, jedes Jahr versuchen hunderttausende Menschen illegal nach Nordamerika zu gelangen. Zwischen 2006 und 2010 errichteten die USA einen mehr als 1000 Kilometer langen Sperrzaun, der teils mit Kameras, Flutlicht und Bewegungsmeldern ausgestattet ist.

Sperranlage in Israel

Im Jahr 2002 begann Israel mit dem Bau einer Sperranlage, um sich von den Palästinensergebieten im Westjordanland abzugrenzen – zum Schutz vor Anschlägen, lautet die offizielle Erklärung. Die Palästinenser werfen Israel dagegen vor, mit der Anlage einen Teil ihrer Gebiete faktisch zu annektieren und die Ansiedlung jüdischer Familien im Westjordanland voranzutreiben. Die Anlage aus Betonstelen und Wachtürmen soll sich eines Tages rund 730 Kilometer lang durch das Heilige Land ziehen. Bisher sind gut 400 Kilometer gebaut. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte den Zaun im Juli 2004 für illegal und verlangte den Abriss, ebenso wie später die UN-Vollversammlung. Israel weist die Forderungen zurück.

Geteilte Hauptstadt

Quer durch Zyperns Hauptstadt Nikosia verläuft die sogenannte Grüne Linie, die von der UNO überwachte Pufferzone zwischen dem griechisch und dem türkisch dominierten Inselteil. Zypern ist seit einem Staatsstreich griechisch-zyprischer Nationalisten und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 de facto geteilt. Im April 2008 wurde in der Hauptstadt zwar der bekannte Grenzübergang an der Einkaufsmeile Ledra-Straße geöffnet, Nikosia bleibt aber vorerst weiter die letzte geteilte Hauptstadt der Welt.

Der 38. Breitengrad

Zwischen Nordkorea und Südkorea verläuft die letzte Frontlinie des Kalten Krieges. Rund zwei Millionen Soldaten stehen sich auf den beiden Seiten der vier Kilometer breiten entmilitarisierten Zone mit Zäunen und Sperranlagen gegenüber. Nach dem Ende der japanischen Vorherrschaft 1945 hatten die USA und die Sowjetunion Korea am 38. Breitengrad aufgeteilt, der Koreakrieg Anfang der 50er Jahre zementierte die Demarkationslinie als Grenze zwischen dem kommunistischen Norden und dem pro-amerikanischen Süden. Bis heute befinden sich beide Länder im Kriegszustand.

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