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Samstag, 20. Januar 2018 10

Menschenrechte

Sport als Chance für den Frieden

Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang nähren die Hoffnung auf Verständigung zwischen Süd- und Nordkorea.
Martin Lessenthin

Martin Lessenthin ist Mitglied im Kuratorium des Deutschen Instituts f. Menschenrechte (DIMR), Berlin und Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Frankfurt am Main.

Berlin.Wer erinnert sich an die Olympischen Spiele von 2004 in Athen, als Sportler beider koreanischer Staaten vereint an den Spielen teilnahmen? Einen historischen Durchbruch erzielten Nord- und Südkorea bereits bei den Spielen 2000 in Sydney, als die Mannschaften aus Süd und Nord gemeinsam hinter der Flagge der koreanischen Halbinsel einmarschierten. Diese große Geste nährte die Hoffnung für Frieden und Menschenrechte auf der koreanischen Halbinsel. Doch daraus wurde nichts. Aber mit Blick auf die am 9. Februar im südkoreanischen Pyeongchang beginnenden Olympischen Winterspiele sind die Hoffnungen auf eine Beteiligung und Gemeinsamkeiten beider Koreas umso größer. Denn noch nie wurden die von Nordkorea ausgehenden Gefahren so ernst empfunden, wie jetzt.

Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) wünscht sich Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf der Winterspiele. Es wirbt daher um eine Beteiligung Nordkoreas. Sogenannte „Wildcards“ für zusätzliche Wettkämpfer sollen den Diktator Kim Jong-un für die Teilnahme im südkoreanischen Pyeongchang erwärmen und von möglicherweise geplanten Störungen der Spiele abhalten. Nach Frieden und Sicherheit sehnen sich neben Athleten und Sportfunktionären auch die südkoreanische Bevölkerung und Regierung.

Das IOC setzt gegenüber der nordkoreanischen Führung konsequent auf die Kernpunkte der Olympischen Bewegung, die sich seit ihrer Entstehung Frieden und Verständigung auf die Fahnen geschrieben hat. Es war der Baron Pierre de Coubertin, der Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, der 1880 die Idee verbreitete, durch Sport junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen. Damit sich die Menschen achten können, müssen sie sich zuerst kennen lernen, schrieb Coubertin. Dies sollte auch heute Ansporn für die Wettkampfteilnehmer aus aller Welt, insbesondere aber aus beiden Teilen Koreas sein. Pyeongchang ist eine Chance für Frieden und Menschenrechte. Kim Jong-un und die Stützen seiner Herrschaft in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang müssen sich der Welt öffnen, wenn sie eine positive Zukunft für sich und die Menschen auf der koreanischen Halbinsel wollen.

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