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Dienstag, 21. November 2017 7

Bundestagswahl

30 Prozent der Wähler grübeln noch

Bayerntrend des BR: CSU hält SPD zweieinhalb Wochen vor Wahltag deutlich auf Abstand – doch Rennen ist längst nicht gelaufen.
Von Christine Schröpf, MZ

Wer ist am 24. September auf der Seite der Sieger – und wer muss sich unter die Verlierer einreihen? Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl ist das Rennen noch nicht entschieden. Foto: dpa

München.Die CSU hält die SPD im neuen Bayerntrend des BR-Politikmagazins Kontrovers weiter deutlich auf Abstand. Zwischen den 47 Prozent der Seehofer-Partei und den 17 Prozent für die SPD klaffen im Freistaat satte 30 Prozent. Trotzdem bleibt der Ausgang der Bundestagswahl zweieinhalb Wochen vor der Abstimmung offen – vor allem die Frage, welche Koalitionen am Ende in Berlin möglich sein werden. Denn im Freistaat haben sich 30 Prozent der Wähler noch nicht festgelegt, wo sie am 24. September ihr Kreuz machen wollen. Das gilt nach dem am Mittwoch veröffentlichten Umfrageergebnis des Bayerischen Rundfunks speziell für die Anhänger der Grünen und der SPD, von denen mehr als 40 Prozent nicht ausschließen, sich noch einmal umzuorientieren. Besonders sicher in ihrer Wahlentscheidung sind dagegen bereits die Anhänger von AfD (90 Prozent) und CSU (79 Prozent).

Kommentar

Eigene Welt

Die Welt erscheint AfD-Anhängern ungerechter, dunkler und angsteinflößender als das bei Wählern von CSU, SPD, FDP oder Grünen der Fall ist. Der neue Bayerntrend...

Sowohl CSU und SPD haben in der Sonntagsfrage übrigens je ein Prozent eingebüßt und verfehlen nach aktuellem Stand das Bundestagsergebnis von 2013. Die CSU hatte damals 49,3 Prozent erreicht, bei der SPD waren es 20 Prozent. Bei den kleineren Oppositionsparteien zeigt sich in der Sonntagsfrage ebenfalls Bewegung – am stärksten bei den Liberalen: Die FDP bringt es in Bayern nun auf sieben Prozent und damit drei Prozent weniger als im Bayerntrend vom Mai. Die Grünen rangieren bei neun Prozent (plus 1) die AfD bei acht Prozent (plus 1), die Linke bei fünf Prozent (plus 1).

Merkel-Schulz: 54 zu 21 Prozent

Migration und Asylpolitik bleiben wichtigste Themen im Bundestagswahlkampf. Foto: dpa

Kanzlerin Angela Merkel hält SPD-Herausforderer Martin Schulz in Sachen Beliebtheit weiter deutlich in Schranken. Auch wenn sie im Vergleich zum Bayerntrend vom Mai drei Prozent verliert, bleibt sie für 54 Prozent der Befragten die Wunschkandidatin fürs Kanzleramt. Unter den CSU-Anhängern genießt die CDU-Chefin mit 91 Prozent fast ungeteilte Unterstützung – sie hat zudem Rückhalt bei 45 Prozent der Grünen-Anhänger. Schulz bringt es in der Umfrage nur auf einen Zustimmungswert von 21 Prozent (minus 1). Wichtigstes Thema im Wahlkampf bleiben Migration und Flüchtlingspolitik. Es liegt mit 58 Prozent mit deutlichem Abstand auf Platz 1 – gefolgt von Fragen der Ungerechtigkeit in der Gesellschaft (20 Prozent), Rente und Alterssicherung (17 Prozent) sowie Bildung und Ausbildung (14 Prozent). Die EU-Krise landet mit 3 Prozent weit abgeschlagen. Auch Innere Sicherheit, Kriminalität und Terror waren trotz des Anschlags von Barcelona Mitte August nur sechs Prozent der Befragten wichtig.

AfD-Anhänger scheren aus

AfD-Anhänger scheren bei den Umfrage-Ergebnissen in mehreren Kategorien aus: Sie haben mit 68 Prozent sehr hohe Zweifel an gerechten Verhältnissen in Deutschland – nur die Linken-Wähler bringen es in dieser Kategorie auf einen ähnlich deutlichen Wert. AfD-Sympathisanten haben mit 84 Prozent auch die größten Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen. Mit 44 Prozent gaben auch überdurchschnittlich viele an, sich mit Blick auf Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung in Deutschland eher unsicher zu fühlen. Selbst die wirtschaftliche Lage in Deutschland beurteilen sie weniger rosig als die Wählerklientel anderer Parteien: 24 Prozent schätzen die Situation als weniger gut ein, 76 Prozent als sehr gut bis gut. Zum Vergleich: Bei CSU-Anhängern ist das Verhältnis 9 zu 90.

Das Institut Infratest dimap hatte im Auftrag des BR-Politikmagazins Kontrovers zwischen 30. August und 4. September 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger Bayerns telefonisch befragt.

Union bei 38,5 Prozent

Den Bundestrend spiegelt eine weitere neue Umfrage wider, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben hatte. Danach verliert die Union leicht an Zustimmung. CDU/CSU kommen noch auf 38,5 Prozent, nach 39,5 Prozent zwei Wochen zuvor. Die SPD verharrt bei 24 Prozent. Auch der Anteil der FDP ist unverändert: Sie ist weiter mit zehn Prozent drittstärkste Kraft. Linke und AfD liegen mit acht Prozent gleichauf, wobei die Rechtspopulisten einen Zugewinn von einem Prozentpunkt verzeichnen. Die Grünen würden demnach mit 7,5 Prozent die kleinste Partei im künftigen Bundestag. Die Befragung fand noch vor dem Fernsehduell Merkel-Schulz am vorigen Sonntag statt.

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