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Regensburg
Sonntag, 21. Januar 2018 5

Politik

Empfang: Stadt-Chefin spielt Hauptrolle

Ob Defilee, Rede oder Smalltalk: Den Regensburger Neujahrsempfang am Freitag muss die Bürgermeisterin alleine bestreiten.
von Heike Haala, MZ

Vor einem Jahr: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hört der Neujahrsrede des inzwischen suspendierten Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs (SPD) zu. Am Freitag übernimmt sie diese Aufgabe.Fotos: altrofoto.de

Regensburg.Er ist einer der ersten und auch einer der wichtigsten Termine im Kalender der Stadt: der Neujahrsempfang. Am Freitag ab 11 Uhr erwartet die Verwaltung im Historischen Reichssaal neben 400 geladenen Gästen auch Regensburger, die sich eine der für Bürger reservierten Karten im Alten Rathaus geholt haben. Dieser Neujahrsempfang wird allerdings keiner wie alle anderen sein: Denn Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) muss die Veranstaltung weitestgehend alleine bestreiten.

Unterstützt wird sie dabei lediglich von der Schülerband der Clermont-Ferrand-Mittelschule, zehn Ratstöchtern, die sich während des Empfangs um den Service für die Gäste kümmern, sowie fünf weiteren städtischen Angestellten, die für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen. Für die beiden Schwerpunkte der Veranstaltung – die Neujahrsrede und das Defilee – aber ist in diesem Jahr ausschließlich Maltz-Schwarzfischer zuständig.

Karten für den Neujahrsempfang

  • Termin:

    Der Neujahrsempfang der Stadt ist am Freitag, 12. Januar, um 11 Uhr im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses.

  • Eintritt:

    Für interessierte Bürger ist ein begrenztes Kontingent an kostenlosen Eintrittskarten reserviert.

  • Abholung:

    Die Karten können am Dienstag, 8. Januar, von 9 bis 13 Uhr im Alten Rathaus, Zimmer 3, abgeholt werden.

Händeschütteln im Akkord

Das Defilee dauerte in den vergangenen Jahren zwischen 60 und 90 Minuten. Die Gäste reihten sich stets in einer langen Schlange im Historischen Reichssaal ein, um den drei Regensburger Bürgermeistern ihre Neujahrswünsche zu überbringen. Dieses Händeschütteln im Akkord könnte am Freitag ein wenig schneller über die Bühne gehen als in den vergangenen Jahren. Denn am Ende der Schlange wird einzig und alleine Maltz-Schwarzfischer stehen, um die Gäste zu begrüßen.

Der Grund: Für den im Zuge der Regensburger Korruptionsaffäre suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) gilt laut Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt, weiterhin eine so genannte Kontaktsperre. Der sich seit Juli im Krankenstand befindende Bürgermeister Jürgen Huber (Grüne) habe zwar eine Einladung erhalten. Von Roenne-Styra geht jedoch davon aus, dass er nicht am Neujahrsempfang teilnehmen kann.

Sehen Sie hier ein Video vom letzten Neujahrsempfang

Neujahrsempfang in Regensburg

Respekt vor dem Empfang

Die Bürgermeisterin indessen feilt in diesen Tagen an ihrer Neujahrsrede. Seit Weihnachten hat sie immer wieder Aspekte für das Manuskript notiert und sich mit ihren Mitarbeitern dazu abgesprochen. Auch wenn sie Wolbergs inzwischen seit fast einem Jahr vertritt, hat sie Respekt vor dieser Aufgabe. „Das ist etwas Besonderes, diese Rede bekommt viel Aufmerksamkeit“, sagt Maltz-Schwarzfischer. Im Moment ist sie ihr noch zu lange. Deswegen wird sie den Text noch eindampfen. „Auf dem Empfang sollen sich alle wohlfühlen“, sagt sie. In der Neujahrsrede geht es traditionell um die groben Züge der Stadtpolitik im kommenden Jahr. So standen in den vergangenen Jahren etwa der Wohnungsbau, die Flüchtlingspolitik, der Neubau der Regensburger Synagoge oder das Jubiläum der Universität im Vordergrund.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie vom letzten Neujahrsempfang

Impressionen vom Neujahresempfang in Regensburg

Auch Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer wird Themen in ihre Rede packen, die im neuen Jahr für die Bürger und die Politik relevant sein werden. Welche Themen das sind, verrät sie noch nicht. Auf jeden Fall werde es einen Rück- und einen Ausblick geben. Sie hat sich überlegt, was sie als Bürgerin wissen wollen würde. Außerdem wird sie Dinge ansprechen, die die Stadtgesellschaft aus ihrer Sicht als Bürgermeisterin wissen soll.

Sollte ihr das gelingen, hat sie auf jeden Fall schon einmal die Erwartungshaltung von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes erfüllt. Er wünscht sich, „dass Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer trotz der zeitintensiven Vertretung von OB Wolbergs und Bürgermeister Huber in ihrer Rede Zukunftsprogrammbausteine für Regensburg aufzeigt“. Aus seiner Sicht wird die Region Regensburg ihre wirtschaftliche Attraktivität und Lebensqualität nur dann erhalten können, wenn es Stadt und Landkreis gelingt, eine gemeinsame Wachstumsstrategie für die Zukunft zu entwickeln. Helmes freut sich auf Gespräche mit den Verantwortlichen der Stadt und anderen Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Das tut auch der Dekan Eckhard Hermann. Josef Zimmermann, CSU-Fraktionschef im Regensburger Stadtrat, dagegen ist gelassen. Er erwartet sich für Freitag weder Highlights noch Tiefpunkte.

Ein Höhepunkt wird die Veranstaltung auf jeden Fall für die Mitglieder des Jugendbeirats und die Mitarbeiter der Regensburger Stiftungen sein. Sie werden die Gäste beim Neujahrsempfang über ihre Anliegen informieren.

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