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Politik
Donnerstag, 28. Mai 2015 21° 2

Hochwasser

Ticker: Donau-Sintflut trifft Regensburg

Die Menschen kämpfen weiter gegen die Flut. Der Regensburger OB Schaidinger spricht vom gewaltigsten Hochwasser seit 130 Jahren. Der MZ-Ticker vom Dienstag:
Von unseren Korrespondenten aus den Lokalredaktionen und von den Agenturen

  • Regensburg aus der Luft: Die Donau durchströmt die Stadt. Foto: Winter
  • Regensburg aus der Luft: Mit einer Drohne der Regenstaufer Firma Cadmicopter ist am Dienstag dieses Foto der Domstadt im Hintergrund der Steinernen Brücke entstanden. Foto: Cadmicopter GmbH – www.cadmicopter.de
  • Die Wurstkuchl in Regensburg ist am Dienstag kaum noch zu erkennen. Foto: Lex
  • Feuerwehrler kämpften in Bach a. d. Donau gegen das Hochwasser. Foto: Luft
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) besuchten am Dienstagmorgen das vom Hochwasser arg gebeutelte Passau. Foto: dpa
  • Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler, sprach am Dienstag in Passau mit Bundeswehr-Soldaten, die eine Straße vom Schlamm befreiten. Foto: dpa

21.25 Uhr, Straubing: Vom Hochwasser bedrohte Orte werden evakuiert

Wegen Hochwassers müssen Einwohner von fünf Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen am Dienstagabend ihre Häuser verlassen. Das Landratsamt ordnete die sofortige Evakuierung ganzer Ortsteile beziehungsweise größeren Straßenzügen an. In örtlichen Turnhallen oder Bürgerhäusern wurden Notquartiere eingerichtet. Betroffen sind die Gemeinden Parkstetten, Aiterhofen, Irlbach, Niederwinkling und Mariaposching. Die Anwohner können über das Bürgertelefon im Landratsamt Straubing-Bogen unter der Telefonnummer 09421/973-332 weitere Auskünfte erhalten.

19.40 Uhr, Regensburg: Pegel sinkt

Das Wasserwirtschaftsamt hat sinkende Wasserstände vorhergesagt. Demnach werde der Pegel an der Eisernen Brücke – derzeit bei 6,82 Metern – in den kommenden Stunden nach und nach zurückgehen. Zuletzt mussten die Hilfskräfte das Erdgeschoss des Salzstadels fluten, weil der Druck auf die Schutz-Elemente dort zu stark wurde. Brennpunkt ist im Moment noch die Badstraße. Dort drückt hinter den Hochwasser-Elementen das Grundwasser nach oben. Mit Pumpen versuchen die Helfer, die Situation Im Griff zu behalten. Die K-Elemente sind dort laut Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra stabil.

19.11 Uhr, Regensburg: Der Scheitel kommt

Unklare Prognosen für Regensburg: Um 18 Uhr führte die Donau dem Hochwassernachrichtendienst zufolge immer noch einen Pegel von 6,82 Meter. Der automatischen Ansage des Pegeltelefons nach wird um 23 Uhr an der Eisernen Brücke ein Wasserstand von 7 Metern erreicht – die Hochwasser-Hotline der Stadt nennt diese Information veraltet. Eine offizielle Stellungnahme der Stadt liegt noch nicht vor. Der Krisenstab bespreche sich zur Zeit, heißt es aus der Pressestelle.

18.55 Uhr, Sulzbach: Ein Ort im Ausnahmezustand

Selbst alteingesessene Dorfbewohner sind in Sulzbach überwältigt von den Wassermassen. Anwohner kämpfen am Dienstag um ihre Häuser. 31 Bundeswehrsoldaten aus Donauschingen lösten bereits am Nachmittag die erschöpften Helfer ab, nachdem der Otterbach den Donaustaufer Ortsteil geflutet hatte.

18.05 Uhr, Kallmünz: Triathlon wird verschoben

Das Hochwasser lässt den Veranstaltern vom ATSV keine andere Wahl: Der für Samstag geplante Kallmünzer Triathlon muss verschoben werden. Neuer Termin ist der 27. Juli. Laut Hauptorganisator Robert Frankl ist eine Ausrichtung am Wochenende „aufgrund der Hochwasserlage unmöglich.“

18 Uhr, München: THW beziffert den Großeinsatz

Das Technische Hilfswerk (THW) ist beim Hochwasser mit mehr als 950 Helfern im Einsatz. Alle siebzehn Fachgruppen Wasserpumpen des Landesverbandes arbeiten daran, die Wassermassen aus den überfluteten Wohngebieten abzupumpen. Nach Passau ist die THW-Fachgruppe Ölschaden aus Kelheim auf dem Weg. In der Nacht auf Dienstag beförderte das THW 350.000 Sandsäckein die Einsatzgebiete.

17.46 Uhr, Deggendorf: A3 wegen Gefahr der Überflutung gesperrt

Im Raum Deggendorf hat sich die Hochwasserlage weiter zugespitzt. Am Dienstagnachmittag wurde die Autobahn 3 zwischen Passau und Nürnberg in beiden Richtungen gesperrt werden. Wasser aus der Donau lief über die Fahrbahn, wie ein Sprecher des Landratsamtes berichtete. Zuvor hatten Helfer noch versucht, Sand aufzuhäufen, um die Autobahn vor den Wassermassen zu schützen. Auch die nahegelegene Ortschaft Fischerdorf wurde überschwemmt. „Da war nichts mehr zu halten“, sagte der Sprecher. Das Dorf war zuvor bereits evakuiert worden, ein Damm hatte das Hochwasser nicht mehr aufhalten können. Weitere Informationen zu den Straßensperrungen in Bayern finden Sie hier.

17.30 Uhr: Hilfsorganisationen bitten um Spenden

Wegen des verheerenden Hochwassers in Süd- und Ostdeutschland bitten zahlreiche Hilfsorganisationen um finanzielle Unterstützung für die Opfer. Die Caritas Passau hat ein eigenes Hochwasserhilfe-Büro eingerichtet. Der Bayerische Rundfunkt bringt Helfer und Hilfesuchende zusammen, das Bayerische Sozialministerium richtet eine kostenfreie Spendenhotline ein. Ein Überblick über die Spendenkontos finden Sie hier.

17.21 Uhr, Regensburg. Unterricht an der Gerhardinger Grundschule entfällt

Die Gerhardinger Grundschule in Regensburg sagt für Mittwoch, 5. Juni 2013, wegen des Hochwassers den Unterricht ab. Wie das Schulamt mitteilte, könne aufgrund steigender Pegelstände die Schulwegsicherheit nicht gewährleistet werden. Kinder, die dennoch in die Schule kämen, würden aber betreut. Der Unterricht an der Grundschule Steinweg findet laut Mitteilung regulär statt.

17.18 Uhr, München: Kultusministerium gibt Mitteilung zu den Abiturprüfungen heraus

Trotz der Hochwasserkatastrophe und der Überschwemmungen in Teilen Oberbayerns und Niederbayerns finden die Prüfungen zur Hochschulreife an den meisten staatlichen Gymnasien und den Fachober- und Berufsoberschulen derzeit statt. Das teilt das Bayerische Kultusministerium mit. An Berufs- und Fachoberschulen in und um Passau und Rosenheim sowie den Landkreisen Traunstein und Erding konnten die Deutsch-Prüfungen am Montag jedoch nicht geschrieben werden, wie das Kultusministerium am Dienstag mitteilte. Sie sollen aber an diesem Mittwoch aber – mit anderen Aufgaben aus den gleichen Fachgebieten – nachgeholt werden. An Gymnasien in einigen betroffenen Gebieten konnten die mündlichen Prüfungen nicht abgehalten werden. Das soll aber nach Ministeriumsangaben noch bis zum Ende kommender Woche nachgeholt werden. Kultusminister Ludwig Spaenle dankte allen Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern, dass sie die schwierige Phase derzeit gemeinsam als Schulfamilien meisterten.

17.10 Uhr, Straubing: Helfer sichern den Allachbach ab

Land unter in Straubing: Die Donaupromenade ist überflutet – und auch die Bäche in der Stadt machen Schwierigkeiten. Besonders kritisch stellt sich die Lage bei Sossau dar. Helfer arbeiten auch auf Hochtouren, um den Allachbach abzusichern.

16.54 Uhr, Schwandorf: Das Hochwasser im Landkreis geht langsam zurück

Aufatmen im Landkreis Schwandorf: Die Flut geht ganz langsam zurück – sowohl Bürgermeister als auch Anwohner in den betroffenen Ortschaften sind erleichtert. Für den gesamten Landkreis teilte der Pressesprecher des Landratsamts, Franz Pfeffer, am Dienstagnachmittag mit, „dass wir wohl durch das Schlimmste durch sind“. Auch die Naab scheint laut Landratsamt „die Spitze durchzuhaben“. Zwar schwoll der Donauzufluss entsprechend den Prognosen des Wasserwirtschaftsamtes bis zum Dienstag weiter an, dennoch schätzten die Experten die Lage als wenig dramatisch ein.

16.07 Uhr, Cham: Warten auf weitere Helfer

Zwei weitere Kontingente von Hilfskräften der Feuerwehren aus dem Landkreis Cham sind angefordert. Eines davon wird am Abend aufbrechen, das andere am Mittwochmorgen. Mögliche Einsatzorte sind Regensburg und Deggendorf. Die Verwendung wird je nach Lage kurzfristig entschieden. Ein Kontingent besteht aus etwa 100 Feuerwehrleuten.

16 Uhr, Regensburg: Katastrophen-Alarm bleibt weiter bestehen

Der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger spricht in einer Pressekonferenz vom gewaltigsten Hochwasser seit 130 Jahren. Der Scheitelbereich steht am Dienstagnachmittag bei 6,80 Meter, mit ein bis zwei weiteren Zentimetern wird noch gerechnet. Die Werftstraße ist überflutet, die Pumpen sind abgestellt. Es habe keinen Sinn mehr, weiter zu pumpen, sagte der OB. Er sorge sich derzeit auch um die Badstraße: Den Angaben zufolge steht das Wasser dort zwischen 25 und 30 Zentimeter hoch.

15.50 Uhr, München/Deggendorf: Viele Straßen und Bahnstrecken gesperrt

Die Verkehrslage in den bayerischen Hochwassergebieten bleibt weiter angespannt. Wichtige Fernstraßen bleiben unpassierbar. Die wichtige Autobahn München-Salzburg (A8) war wegen Überschwemmungen an der Anschlussstelle Grabenstädt (Landkreis Traunstein) gesperrt. Der Bahnverkehr litt in Oberbayern unter den Fluten, etliche Bahngleise waren unpassierbar. Das Autobahnkreuz Deggendorf auf der A92 bleibt in Richtung A3 Hengersberg wegen der Überflutungen voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt.

15.39 Uhr, Schmidmühlen: Die Vils kehrt ins Flussbett zurück

Das Wasserwirtschaftsamt meldet in Schmidmühlen an den Messstellen Vilseck und Amberg fallende Pegel. Der Scheitel bewegt sich jetzt auf die Naab zu.

15.41 Uhr, Regensburg: Gerücht, Ingolstädter Schleusen seien geöffnet worden, ist falsch

Entgegen anderslautender Medienberichte sind in Ingolstadt am Dienstagnachmittag keine Schleusen geöffnet worden. Wie Karl Deindl, Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Ingolstadt, sowie Anna Grohsy, im Amt verantwortlich für Warndienste, der MZ auf Nachfrage erklärte, könnte lediglich das Wassersammelbecken „Roter Gries“ nicht mehr genügend Wasser fassen. Der Rest des Wassers laufe zwar in die Donau, sorge aber höchstens für einen Anstieg im minimalsten Bereich.

14.12 Uhr, Regensburg: THW-Kräften zufolge soll der Pegel noch einmal steigen

Wie regensburg-digital.de auf seiner Facebookseite berichtet, sei nach Angaben von Kräften des Technischen Hilfswerks begonnen worden, den Damm am Gries zu verstärken. Das Wasser werde noch einmal steigen, in Ingolstadt seien die Schleusen geöffnet worden. Bilder vom Hochwasser finden Sie auch im Hochwasser-Blog der Mittelbayerischen Zeitung.

15.07 Uhr, Sulzbach: Die Helfer sind da!

Strammen Schrittes marschiert der Bundeswehrtrupp aus Donaueschingen durch Sulzbach an der Donau. Aufgabe der 31 Mann soll es laut Oberstleutnant Kästner sein, das Wasser bestmöglich im Griff zu halten und mit Schaufeln Dämme aufzuschütten.

14.57 Uhr, München: Seehofer verliest Regierungserklärung zur Flut

Das Kabinett wird schon am Mittwoch 150 Millionen Euro als Hilfe für die Hochwasseropfer beschließen. Es ist ein Paket mit „atmenden Deckel“, so Ministerpräsident Seehofer bei seiner Regierungserklärung zur Flutkatastrophe. Sollten die Mittel nicht ausreichen, werde aufgestockt. Der Freistaat erhält Geld aus einer 100-Miilionen-Tranche, die der Bund für deutsche Flutopfer bereitstellt. Die Höhe des Anteils steht noch nicht fest. Bundespräsident Joachim Gauck überbrachte Seehofer in einem Telefonat sein Mitgefühl mit den von Überschwemmung betroffenen Bürgern im Freistaat. Kanzlerin Angela Merkel sicherte Seehofer zu, dass die Bundeswehr bei den Aufräumarbeiten helfen wird.

14.56 Uhr, Burglengenfeld / Teublitz: Städtedreieck kommt mit blauem Auge davon

Burglengenfelds Bürgermeister Heinz Karg atmet tief durch: „Wenn man unsere Lage mit der Situation in Passau oder Regensburg vergleicht, dann sind wir diesmal mit einem blauen Auge davongekommen.“ In Dietldorf an der Vils werde der Wasserstand im Laufe des Nachmittags sinken, teilte das Wasserwirtschaftsamt mit. Auch der Scheitel der Naab dürfte den Pegel Münchshofen im Laufe des Nachmittags erreichen. Die Meldestufe 4 werde dabei wohl nicht erreicht werden. Der Ort Mossendorf war am Dienstag über die Kreisstraße SAD 7 nicht mehr erreichbar. Der Ortsteil See konnte nur noch über die sogenannte Hochwasserstraße zur Verbindungsstraße Burglengenfeld-Dietldorf angefahren werden. „Auf jeden Fall gelohnt“ habe sich laut Bürgermeister Heinz Karg die Investition der Städte Burglengenfeld und Teublitz in die gemeinsame Sandsackabfüllanlage. Die Gefahr eines noch größeren Hochwassers dürfte auch in Teublitz gebannt sein. Am Mittag wurde der Pegelhöchststand von 320 Zentimetern in Münchshofen erreicht.

14.44 Uhr, München: Feuerwehrchef fordert Geldstrafen für Gaffer

Um Katastrophen-Touristen von Einsatzorten besser fernhalten zu können, hat Bayerns oberster Feuerwehr-Vertreter hohe Geldstrafen für uneinsichtige Gaffer gefordert. „Wenn er weiß, dass er 2000 bis 3000 Euro Strafe zahlen muss, wird es sich der Gaffer vielleicht überlegen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl. Die Polizei könne zwar Platzverweise aussprechen, aber vom Gesetzgeber vorgesehene Geldbußen könnten diesen Aufforderungen besser Nachdruck verleihen.

14.23 Uhr, Sulzbach: Aktionismus statt Schockstarre

Sulzbachs Ehrenkommandant Klaus Kirchner hat solch ein Hochwasser, wie es zurzeit den Ort bedroht, noch nicht erlebt – vor allem, weil es bereits so lange dauert. Schon seit Freitag ist die Feuerwehr mit 80 bis 100 Mann im Einsatz, unter anderem wegen umgefallener Bäume. Besonders kritisch sei es in der Nacht zum heutigen Dienstag geworden. Der Strom sei ausgefallen und damit auch die Tauchpumpen. Etliche Keller waren vollgelaufen. Bisher haben die Feuerwehren in Sulzbach 4500 Sandsäcke verbaut, 1500 weitere werden sie nun füllen, um Dämme zu stützen bzw. neu zu errichten. Derzeit steigt der Pegel leicht – in der vergangenen Stunde um rund 3 Zentimeter.

14.15 Uhr, München: Sonne in Sicht!

Noch ist „Sabine“ etwas zurückhaltend, doch in den kommenden Tagen soll das Hochdruckgebiet über Bayern immer kräftiger werden. Bis zum Wochenende könnte das Thermometer mancherorts auf bis zu 24 Grad steigen. Allerdings sind die frühsommerlichen Freuden nicht überall ungetrübt, liegt der Freistaat doch nur am Rande des Hochs. Nachmittags und abends könnte es vereinzelt Schauer und Gewitter geben, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Für eine neue Hochwasserwelle dürften die Regenfälle jedoch nicht sorgen: „Das ist nicht vergleichbar mit dem, was wir hatten, sondern örtlich eng begrenzt.“

13.45 Uhr, Regensburg: Scheitel erreicht Regensburg

Wie die Freiwillige Feuerwehr Regensburg auf ihrer Facebook-Seite schreibt, wurde um 13.45 Uhr an der Eisernen Brücke ein Pegel von 6,80 Metern gemessen: „Tendenz: fallend!“

13.54 Uhr, Deggendorf: Dammbau an der A3

Das Hochwasser in Niederbayern gefährdet auch den Verkehr auf der Autobahn 3. Am Dienstag musste die Autobahn in Richtung Passau nahe Deggendorf kurzzeitig gesperrt werden, war dann aber wieder befahrbar, wie ein Polizeisprecher sagte. Mit Sandsäcken und Sandaufschüttungen wollten die Einsatzkräfte verhindern, dass Wasser aus der nahen Donau auf die Fahrbahn gelangte. Mit Hilfe von Lastwagen und anderen Baugeräten sollte ein provisorischer Damm errichtet werden.

13.50 Uhr, Landshut: Stadt warnt Bürger

In Landshut ist die Hochwasserlage weiterhin angespannt. Die Pegelstände an der Isar sollen in den nächsten Tagen hoch bleiben. Die Stadt befürchtet, dass es durch den Hochwasserdruck und den steigenden Grundwasserpegel zu Überflutungen in bislang nicht betroffenen Stadtgebieten kommen kann. In einer Mitteilung warnt sie daher Bürger, sich vorsorglich auf Überschwemmungen vorzubereiten. Der Katastrophenalarm für Landshut bleibt bestehen.

13.30 Uhr, Regensburg: Eiserner Steg gesperrt

Die Stadt Regensburg hat bekannt gegeben, dass nun auch der Eiserne Steg gesperrt ist.

13.25 Uhr, Regensburg: Verzweifelter Kampf um die Werftstraße

Die Helfer von THW und Feuerwehr geben alles, um die Bewohner vor den Fluten zu schützen. Das Wasser schwappt dort seit Stunden über den Hochwasserschutz. Die dahinter liegenden Pumpen können das Wasser kaum noch bewältigen. Derzeit ist nach Auskunft der Stadt nicht sicher, ob die Einsatzkräfte die Werftstraße halten können. Auf alle Fälle gesichert werden soll die Badstraße.

13.24 Uhr, Cham: Weitere Helfer Kontingente für Deggendorf

Die ersten 140 Einsatzkräfte der Chamer Feuerwehren nehmen ihre Arbeit auf. Gleichzeitig werden im Landkreis Cham weitere Helfer-Kontingente zusammengestellt, die im Laufe des Nachmittags und der Abendstunden in Richtung Deggendorf aufbrechen. Derzeit wird in diesem Raum ein Flutwelle von einem Meter erwartet.

13.23 Uhr, Deggendorf: Vorlesungen fallen aus

Wie die Hochschule Deggendorf auf ihrer Facebookseite bekannt gab, stellt sie aufgrund des Hochwassersituation vom 5. bis 7. Juni den Lehrbetrieb ein. Die Veranstaltungen entfallen ersatzlos, heißt es. Das Personal dürfe auf Dienstzeit zuhause bleiben.

13.15 Uhr, Abensberg: Aufräumen hat begonnen

Nach dem Wasser kommt das große Aufräumen: In Abensberg und Neustadt ist das Schlimmste vorbei. Das Hochwasser ist wieder gefallen. Deiche und Dämme haben gehalten. Die Bürger sind erleichtert. Doch nun geht es an’s Aufräumen.

13.06 Uhr, Regensburg: Grieser Steg wohl einsturzgefährdet

Das THW stapelt Sandsäcke am Ufer der Donau vor dem Andreasstadel. Wie lange die Rettungskräfte die Lage noch halten können, sagen sie nicht. Unterdessen hat die Polizei den Grieser Steg abgesperrt. Nur äußerst widerwillig erklärt ein Beamter, dass die Brücke momentan nicht betretbar sei, weil sie einsturzgefährdet ist. Ein treibender Baum könnte das Bauwerk zum Einstürzen bringen.

13.02 Uhr, Hengersberg: Erster Einsatz der Chamer Feuerwehr

Die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Cham erhöhen derzeit mit Sandsäcken den Damm an der Autobahn A3 bei Hengersberg. Es sind nur noch 20 Zentimeter zwischen dem Wasserpegel und der der bisherigen Dammkrone.

12.54 Uhr, Kelheim: Scheitel ist in Kelheim

Der Scheitel des Hochwassers auf der Donau ist wohl derzeit in Kelheim: Der Pegel liegt aktuell bei 7,14 bis 7,15 Meter hoch und schwankt, da die Scheitelwelle sich hinaufzieht bis Ingolstadt, hieß es gerade eben in einer Pressekonferenz.Die Lage im Landkreis an der Hochwasserfront ist nach wie vor angespannt, gleichzeitig gibt es aber keine neuen Brennpunkte, die ein massives Eingreifen notwendig machen würden. Die Bundeswehr war am Morgen beim Ort Weltenburg eingesetzt. Dort hatten sich Steine, die auf die Hochwasserschutzmauer aufgesetzt worden waren, bewegt. Hier evakuierte man die Bewohner dreier Häuser an der Asamstraße und brachte sie im Vereinsheim unter.

12.53 Uhr, Sulzbach: Sulzbach wartet auf die Bundeswehr

Selbst alteingesessene Bewohner des Donaustaufer Ortsteils haben so ein Hochwasser, das der Otterbach führt, noch nicht gesehen. Die Dorfgemeinschaft schaufelte stundenlang Sand in Säcke, um Barrieren gegen die Flut errichten zu können. Zwischenzeitlich gingen sogar die Säcke aus. Die Helfer sind an ihrer Leistungsgrenze. Sie sollen laut offiziellen Mitteilungen am Nachmittag von 60 Soldaten abgelöst werden.

12.40 Uhr, Regensburg: Bislang keine Verletzten oder Vermissten

12.33 Uhr, Passau: Aufatmen in der Dreiflüssestadt

Das Hochwasser in Passau geht weiter zurück. Die aus Regensburg nahenden Fluten seien keine weitere Gefahr mehr, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs. Bis zum Dienstagabend erwartet Passau einen Pegelstand von 10,80 Meter. Am Montagabend hatte die Donau noch den Rekordstand von 12,89 Meter aufgewiesen. Dass die Städte Regensburg, Deggendorf und Straubing am Dienstag Höchststände an der Donau vermeldeten, dürfte nach Angaben der Sprecherin keine größeren Auswirkungen auf Passau haben. Entscheidend sei, dass der Inn-Pegelstand rasch sinke und es so keinen Rückstau in die Donau mehr gebe.

12.31 Uhr, Regensburg: Die Donau wächst langsamer

Das Wasser steigt langsamer. Letzter Pegel Eiserne Brücke: um 12 Uhr bei 6,79 Metern. Damit ist der Prognosewert von 6,80 Meter noch nicht ganz erreicht.

12.29 Uhr, München: THW bayernweit mit 950 Helfern im Einsatz

Einsatzschwerpunkte des Technischen Hilfswerks in Bayern sind aktuell Regensburg, Passau, Deggendorf und Neustadt a. d. Donau. Nach Passau ist zur Stunde auch die Fachgruppe Ölschaden auf dem Weg. Die mehr als 950 Kräfte des THW haben allein in der vergangenen Nacht 350.000 Sandsäcke in die Hochwasserregionen transportiert. Außerdem sind sie unter anderem in der fachlichen Beratung in den Stäben der Landkreise tätig.

12.28 Uhr, Regensburg: 60 Soldaten rücken zum Einsatz im Landkreis an

Nach dem Ausrufen des Katastrophenfalls im Landkreis Regensburg haben die Verantwortlichen die Bundeswehr zur Hilfe gerufen. Wie ein Behördensprecher sagte, sollen 60 Soldaten die Kräfte im Landkreis unterstützen. Eine erste Einheit – mit rund 30 Soldaten – soll im Bereich Sulzbach zum Einsatz kommen, wo durch einen Rückstau des Otterbachs mehrere Wohnhäuser betroffen sind.

12.20 Uhr, Deggendorf: Zwei weitere Dämme brechen, 4000 Menschen vor Evakuierung

Zwei weitere Dämme sind bei Deggendorf gebrochen. Im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf fließt das Wasser über den Schutzwall, wie die „Passauer Neue Presse“ meldet. Der Isardamm sei seit dem Vormittag nicht mehr weiter verteidigt worden, hieß es von der Stadt Deggendorf. 1000 Menschen aus Fischerdorf waren rechtzeitig aus dem Gebiet gerettet worden. Ein paar davon haben sich in der Sammelstelle (Stadthalle Deggendorf) eingefunden. Die meisten Bewohner sind bei Verwandten untergekommen. Auch der Niederaltaicher Donaudamm ist gebrochen, wie der Sprecher des Landratsamts, Josef Ehrl, sagte. Dabei sei vermutlich ein Gehöft überspült worden. Drei Menschen hätten gerettet werden können. Im gesamten Landkreis sollen bis zum Abend etwa 4000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Der Scheitelpunkt der Donau wird laut Ehrl erst in der Nacht zum Mittwoch erwartet. Die Donau soll Schätzungen zufolge um weitere 40 Zentimeter auf einen Pegel von 8,40 Meter steigen. „Das hatten wir noch nie – auch 2002 nicht. Die Marke von 1954 ist längst erreicht“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Deggendorf. Die Schäden seien noch nicht absehbar.

12.18 Uhr, Regensburg: Auch Landkreis löst Katastrophenalarm aus

Wie das Landratsamt Regensburg informiert, hat der stellvertretende Landrat Otto Ganscher bereits um 11 Uhr den Katastrophenfall ausgelöst. Am Vormittag hätte im Landratsamt eine Krisensitzung stattgefunden, heißt es in der Mitteilung. Mehrere Gründe hätten schließlich dazu geführt, auch für den Landkreis Katastrophenalarm auszulösen. Notfallnummern und weitere Informationen zur Auslösung des Katastrophenfalls im Landkreis...

12.00 Uhr, Regensburg: Schulamt bittet Eltern, ihre Kinder von der Schule abzuholen

Das Staatliche Schulamt hat die Erziehungsberechtigten, deren Kinder die Gerhardinger Grundschule besuchen und die im Bereich des Grieser Stegs wohnen, aufgefordert, ihre Kinder persönlich von der Schule abzuholen. Falls dies nicht möglich sei, werde eine sichere Betreuung an der Schule gewährleistet, schreibt das Schulamt.

12.00 Uhr, Cham: Cham atmet auf

In Cham sind die wichtigsten Durchfahrtsstraßen wieder frei und gereinigt. Letzte Sperrungen in Flussnähe werden bei weiter sinkenden Pegel am Nachmittag aufgehoben.

11.53 Uhr, Passau: Zentraler Trinkwasserverkauf gestartet

In Passau, wo seit am Montag die Trinkwasserversorgung unterbrochen ist, wird laut „Passauer Neuer Presse“ mittlerweile an separaten Stellen Trinkwasser verkauft. Ein Getränkemarkt verteilt eine kostenlose LKW-Ladung Wasser.

11.50 Uhr, Deggendorf: In Niederbayern bricht der Donaudamm

In der Gegend um das niederbayerische Deggendorf verschlechtert sich die Hochwasserlage weiter: Beim Schöpfwerk Autowörth oberhalb der Ortschaft Winzer (19 km von Deggendorf entfernt) ist der Donaudeich auf einer Länge von 500 Meter gebrochen. Mehrere Ortschaften rund um Deggendorf mussten wegen des steigenden Donau-Hochwassers evakuiert werden: Fischerdorf, Natternberg-Siedlung, Mettenufer, Altholz und Scheuer. Weitere Orte sind von der Evakuierung betroffen. Seit Montag steht der Deggendorfer Hafen komplett unter Wasser, die mobilen Hochwasserschutzelemente wurden einfach weggespült. Der Pegel soll im Laufe des Dienstags noch weiter steigen und wird vermutlich die 8-Meter-Marke knacken. Der Wasserhöchststand wird allerdings erst für Mittwoch erwartet.

11.45 Uhr, Miltach: Chamer Rettungskräfte auf dem Weg nach Deggendorf

140 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis Cham und zwei Helfer des Roten Kreuzes sind vom Sammelpunkt Miltach aus gerade unterwegs in Richtung Deggendorf. Sie werden dort helfen, die Dämme zu sichern und abzudichten. Ihre genauen Aufgaben erfahren die Chamer vor Ort.

Dienstag, 11.42 Uhr, Regensburg: Kommt der Scheitel nun doch erst später?

Die Voraussagen des Scheitels der Flutwelle bleiben offenbar weiter spekulativ. Aus Polizeikreisen verlautete nun, der Höhepunkt des Hochwasser am Pegel Eiserne Brücke werde erst im Verlauf des Nachmittags erreicht. Bislang war man von 12 Uhr ausgegangen. Um 11.40 Uhr war an der Eisernen Brücke ein Pegelstand von 6,79 Metern erreicht worden. Damit war der Wasserstand nach Angaben der Stadt so hoch wie seit mehr als 130 Jahren nicht mehr.

Dienstag, 11.35 Uhr, Regensburg: Grieser Steg und Eiserne Brücke gesperrt

Am späten Vormittag hat die Polizei nun auch den Grieser Steg und die Eiserne Brücke in Regensburg für Fußgänger gesperrt. Der Scheitelpunkt der Donau wird mit 6,80 Meter gegen 12 Uhr erreicht, wie der Hochwassernachrichtendienst zeigt.

Dienstag, 11.30 Uhr, Passau: Hilft der Bund nun mit 50 oder 75 Millionen?

Über die Höhe der Soforthilfen für die Hochwasseropfer und über die Aufteilung der Mittel zwischen Bund und Bayern gibt es widersprüchliche Aussagen. Bayern hatte am Montag bereits 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Hälfte davon soll der Bund tragen. Insgesamt stellt die Bundesregierung bisher 100 Millionen Euro für alle betroffenen Gebiete in Deutschland zur Verfügung. Bei ihrem Besuch in Passau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings nur von einer Beteiligung in Höhe von 50 Millionen gesprochen. Ministerpräsident Horst Seehofer beteuerte allerdings, dass die Zusage von 150 Millionen weiter gelte, der Bund sich also mit 75 Millionen beteiligen müsste.

Dienstag, 11.20 Uhr, Regensburg: Starke Auswirkungen auf den Tourismus

Eine Sprecherin des Tourismusverbands Ostbayern sagte zu den Auswirkungen des Hochwassers: „Ganz schlimm ist es für die, die es direkt trifft“, also beispielsweise die Hotels direkt an den Flüssen. Es bräuchte lang, um die Schäden zu beseitigen. Die nicht direkt von der Flut betroffenen Regionen Ostbayerns leiden hingegen unter dem schlechten Wetter der vergangenen Wochen und Monate.

Dienstag, 11.11 Uhr, Landshut: Stadt Landshut richtet Notfalltelefon ein

Die Hochwasserexperten der Stadt Landshut schließen inzwischen nicht mehr aus, dass auch bislang nicht betroffene Stadtgebiete gefährdet werden können. Deshalb werden Anwohner gebeten, sich vorsorglich zu rüsten – zum Beispiel für den Fall, dass für „eine gewisse Zeit“ der Strom abgestellt werden müsse. Unter der Tel. Nr. (08 71) 88 14 80 ist eine Notfallhotline der Stadt eingerichtet; wer Fragen zur Stromversorgung hat, meldet sich unter der Tel. Nr. (08 71) 88 14 80 informieren.

Dienstag, 10.59 Uhr, Deggendorf / Hengersberg: A3 ist komplett gesperrt

Wie die Passauer Neue Presse berichtet, ist die A3 zwischen Deggendorf und Hengersberg komplett gesperrt worden. Der Damm drohe zu brechen.

Dienstag, 10.52 Uhr, Regensburg: Flut steigt wohl bis zum Mittag

Aktuelle Nachrichten aus dem Regensburger Krisenstab: Die Experten rechnen mit dem Hochwasser-Scheitel für 12 Uhr. Dann wird am Pegel Eiserne Brücke der Wasserstand etwa 6,80 Meter erreicht sein. Bis dato steigt die Flut noch immer leicht an.

Dienstag, 10.52 Uhr, Freising: Hochwasser verlagert sich in Oberbayern Richtung Norden

In Oberbayern verlagert sich das Hochwasser in die nördlichen Landkreise. Betroffen davon sind die Bewohner entlang von Flüssen vor allem in den Landkreisen Freising, Pfaffenhofen a.d. Ilm und Neuburg-Schrobenhausen. Die Paar und die Amper sind an zahlreichen Stellen über die Ufer getreten. Im Landkreis Freising wurde daher am Montagabend Katastrophenalarm ausgelöst. Im südlichen Oberbayern entspannte sich die Lage hingegen weiter. „Eine Gefahr ist derzeit nirgends erkennbar“, sagte ein Sprecher des Krisenstabes in Rosenheim. Auch im benachbarten Kolbermoor hielten die Dämme der Mangfall dem Druck stand. In den Landkreisen Miesbach, Mühldorf a. Inn, Erding, Berchtesgadener Land und Traunstein wurde der Katastrophenalarm aufgehoben. Die Pegelstände an den Flüssen gingen zurück.

Dienstag, 10.45 Uhr: Überschwemmungen machen Wirtschaft zu schaffen

Dramatisch ist die Situation für den Einzelhandel in den Hochwassergebieten Niederbayerns. Günter Hölzl, Geschäftsführer im Bezirk Oberpfalz/Niederbayern des Bayerischen Einzelhandelsverbands, denkt vor allem an die Händler in Passau. „Da ist etwa ein Drittel des Einzelhandels unter Wasser.“ Doch selbst in Regensburg gebe es unmittelbare Auswirkungen durch die hohen Pegelstände. Die Geschäfte seien zum Teil schwer zu erreichen, die Parkplatzsituation schwierig. Abgesehen davon käme jetzt ohnehin niemand zum Einkaufen in die Altstadt. Und von den Hochwassertouristen „ist keiner zum shoppen hier“, ist sich Hölzl sicher. Auch in den anderen Hochwassergebieten wie Cham und Kelheim leide der Einzelhandel unter den Einschränkungen. „Aber die haben jetzt anderes zu tun, als sich zu beschweren“, stellt Hölzl fest.

Dienstag, 10.40 Uhr, Regensburg: Werftstraße wird endgültig gesperrt

Die Werftstraße wird endgültig gesperrt und geräumt. Die Polizei fordert die Menschen auf, das Gelände zu räumen.

Dienstag, 10.38 Uhr, Regensburg: Helfer stützen den Damm in Stadtamhof

Auf Höhe des Andreasstadels (Nordarm der Donau) in Stadtamthof baut das THW derzeit einen Damm aus Sandsäcken auf. Die große Befürchtung der Helfer: Dieser Damm könnte bei weiter steigenden Pegeln nicht halten. Im Extremfall könnte das Wasser bis zur Gerhardinger Schule schwappen. Ein Anwohner aus Stadtamhof, der seit 28 Jahren hier wohnt, sagte der MZ: „Solche Fluten habe ich noch nicht erlebt.“

Dienstag, 10.32 Uhr, Regensburg: Hochwasser erreicht jetzt auch Inselstraße

Das Hochwasser in der Werftstraße in Regensburg steigt weiter. Die mobilem Schutzwände halten die Flut nicht ab. Mittlerweile dringt das Wasser auch in die Inselstraße vor. Noch immer tagt der Krisenstab der Stadt Regensburg.

Dienstag, 10.29 Uhr, Weltenburg: Scheitelpunkt erreicht das Kloster

Der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle hat den Ort und das Kloster Weltenburg erreicht. Werden die Schutzmaßnahmen ausreichen? In der Nacht zum Montag wurden Betonquader auf die Hochwassermauer aufgesetzt. Diese haben sich am Dienstag in der Nacht bewegt. Nun hofft man darauf, dass dies nicht noch einmal passiert, denn dann wäre die gesamte Asamstraße unter Wasser. Kloster und Klosterschenke sind aktuell noch trocken.

Dienstag, 10.13 Uhr, Nürnberg/Passau: Diakonie ruft zu Spenden auf

Das Diakonische Werk Bayern bittet um Spenden für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen. Zusammen mit der evangelischen Landeskirche und der Diakonie Katastrophenhilfe solle für die Krisenregionen rasche Hilfe aufgebaut werden, teilte das Diakonische Werk in Nürnberg mit. Das gesamte Ausmaß der Schäden sei derzeit noch nicht absehbar. In Regensburg bereitete sich die Stadt am Dienstag nach eigenen Angaben auf mögliche Evakuierungen vor.

Dienstag, 10.07 Uhr, Regensburg: Schlaflose Nächte auch in Sallern

Eine schlaflose Nacht liegt hinter den Bewohnern der Sattelbogenerstraße im Stadtteil Sallern. Schon am Montagabend dringt das Wasser in einige tiefer gelegene Häuser am Fluss ein. Die Pumpen laufen im Dauerbetrieb. Die Bewohner schieben abwechselnd Hochwasserwache. Gegen 4.30 Uhr beginnt der Pegel schnell zu steigen. Jetzt laufen auch in höher gelegenen Anwesen die Keller voll. Die Stege der Stadt sind zum Teil überspült und nur noch in Gummihosen zu erreichen. Meldungen, dass einige Anwohner in ihren Häusern eingeschlossen waren, wollte die Stadt am Dienstag noch nicht bestätigen.

Dienstag, 10.03 Uhr, Passau: Merkel sagt Hilfe für Hochwasser-Opfer zu

Bei ihrem Besuch in Passau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel rasche Hilfen für die Flutgebiete angekündigt. Der Bund werde 100 Millionen Euro als Soforthilfe bereitstellen, sagte Merkel. „Wenn die Mittel sehr schnell abfließen, werden wir sicher noch mal beraten“, fügte Merkel hinzu. „Vor allem geht es darum, dass wir jetzt unbürokratisch auszahlen.“ Von den vom Bund zugesagten 100 Millionen Euro Soforthilfe sind 75 Millionen Euro für Bayern blockiert, weil der Bund sich zur Hälfte an der von der bayerischen Staatsregierung bereits zugesagten Soforthilfe von 150 Millionen Euro beteiligen will. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte bei dem gemeinsamen Passau-Besuch mit Merkel: „Ein Euro aus Bayern wird ein Euro aus dem Bund nach sich ziehen.“ Dies bedeute, dass die 150 Millionen Euro zur Hälfte zwischen Bund und Bayern geteilt werden.

Dienstag, 9.50 Uhr, Neustadt/Abensberg: Die große Aufräumen beginnt

An den Brennpunkten des Montags im Landkreis Kelheim haben die Aufräumarbeiten begonnen. In Kelheim steigt der Pegel weiter, auch Kloster Weltenburg ist bedroht. Dramatisch ist die Situation in der Einsiedelei Klösterl im Donaudurchbruch. „Wir sind komplett abgesoffen“, schilderte Eigentümer Hermann Riemann am Dienstagmorgen die Situation der MZ. Zu dritt versucht man dort noch das Klösterlgebäude zu halten, „ich weiß aber nicht, ob wir das schaffen“. Um 12 Uhr gibt der Krisenstab eine Pressekonferenz.

Dienstag, 9.15 Uhr, Passau: Bundeskanzlerin Merkel wird erwartet

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer machen sich am Dienstag vor Ort ein Bild über den Einsatz der Hilfskräfte und die Lage der Betroffenen in der vom Hochwasser stark betroffenen Stadt Passau. Sie werden dabei von Oberbürgermeister Jürgen Dupper sowie von Wirtschaftsminister Martin Zeil, Umweltminister Dr. Marcel Huber und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner begleitet.

Dienstag, 8.45 Uhr, Regensburg: Eine Stadt zittert mit den Donauanrainern

Es war der wohl größte Thriller in der Regensburger Hochwassergeschichte: Eine ganze Nacht lang bangte die Stadt mit ihren Anwohnern an der Werftstraße, deren Glück am sprichwörtlichen seidenen Faden hing. Zwischenzeitlich hatte der Donaupegel an der Eisernen Brücke längst die kritische Marke von 6,60 Meter überschritten. Ob die mobilen Spundwände den enormen Wassermassen standhalten würden, stand sprichwörtlich auf Messers Schneide. Oberbürgermeister Hans Schaidinger gab gegen Mitternacht Auskunft: „Wir gehen hier wie auf der Rasierklinge. Man kann nur hoffen, dass das Wasser nicht mehr als zehn bis 15 Zentimeter steigt.“

Dienstag, 8.42 Uhr, Weltenburg: Gefahr für das Kloster

In der Nacht hat sich die Situation in Weltenburg noch einmal verschärft. Die massive Quadermauer hat sich etwas bewegt. Sämtliche Feuerwehrkräfte waren im Einsatz, um diese Mauer mit Sandsackbarrieren zu verstärken. Auch im Bereich der Staatsstraße wurde noch Sand aufgeschüttet. Die Bundeswehr ist laut Müller noch am Montagabend im Landkreis eingetroffen und wurde auch am frühen Morgen bereits in Weltenburg eingesetzt.

Dienstag, 8.30 Uhr, München: Innenminister verteidigt Hochwasserschutz

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Kritik am Hochwasserschutz zurückgewiesen. „Das System hat nicht versagt“, sagte er. Die derzeitige Situation sei völlig außergewöhnlich. „Wir haben schon sehr viel investiert, das war erfolgreich an vielen Stellen“, betonte der CSU-Politiker. Und dort, wo der Schutz jetzt nicht erfolgreich war, müsse sorgfältig analysiert werden, wie das künftig verhindert werden könne. Kurz vor dem erwarteten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Herrmann Geld vom Bund. „Wir erwarten auch vom Bund ganz klar eine noch stärkere Unterstützung“, sagte der CSU-Politiker.

Dienstag, 7.48 Uhr, Offenbach: Nur noch „unbedeutende“ Schauer

Aufatmen vor allem in den Hochwassergebieten im Osten und Südosten: Der Regen zieht am Dienstag mehr und mehr aus Deutschland ab, die Sonne setzt sich weiter durch. „Im Südosten gibt es heute nur noch leichten Regen, der ist aber eher bedeutungslos“, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Auch im Osten könne es noch einige Schauer geben, die aber mit Blick auf die Hochwasserlage ebenfalls „unbedeutend“ seien. Von Westen her stabilisiere sich das Wetter, verbreitet scheine die Sonne. Die Temperaturen klettern im Westen schon am Dienstag über die 20-Grad-Marke, am Mittwoch sollen „noch ein, zwei Grad“ dazukommen.

Dienstag, 7.30 Uhr, Regensburg: Einschränkungen im RVV

Bisher sind folgende Sperrungen bekannt:
– Linien 1, 6, 11: Umleitung über Albertstraße – Margaretenstraße – Bismarckplatz in beiden Richtungen

– Linie 2: Umleitung über Albertstraße – Margaretenstraße – Justizgebäude – Graß in beiden Richtungen

– Linien 3, 4, 8, 9: Umleitung über Minoritenweg – Dachauplatz – Albertstraße – Margaretenstraße in beiden Richtungen

– Linie 5: In Sulzbach kann die Haltestelle Dorfplatz nicht mehr bedient werden.

– Linien 13/17: Die Thundorferstraße und Wöhrdstraße sind gesperrt. Die Linien 13 und 17 werden über Nibelungenbrücke, Stobäusplatz, Ernst-Reuter-Platz zu Hbf/Albertstraße umgeleitet.

– Linie 16: Die Linie 16 kann Oberndorf nicht mehr anfahren.

– Linien 26 und 27: Diese Linien können die Haltestellen Sinzing Feuerwehr und Abzw. Bahnhof, sowie Riegling/Kleinprüfening nicht mehr bedienen. Die Linie 26 kann zusätzlich die Haltestelle Vogelsang nicht bedienen. Ersatzhaltestelle ist Sinzing Reitfeld.

– Linien 36 und 37: In Sulzbach kann die Haltestelle Dorfplatz nicht mehr bedient werden.

– Linie 41: Der Ort Diesenbach kann derzeit nicht angefahren werden. Die Bedienung von Regenstauf ist nicht gestört..

– Linie 43: Der Marktplatz in Nittenau ist gesperrt. Zudem ist die St2149 bei Stefling wegen eines Erdrutsches gesperrt. Die Linie 43 wird bis auf Weiteres über Obermainsbach, Dannersdorf, Karlstein nach Ramspau umgeleitet.

– Linien 111 und 112: In Matting ist die Straße an der Donau gesperrt. Die Haltestelle Matting an der Donau kann nicht angefahren werden. Ersatzhaltestelle ist Matting Feuerwehrhaus.

– Linie 127: Die Linie 127 kann die Haltestellen Abzw. Riegling/Kleinprüfening, Waltenhofen, Kleinprüfening, Sinzing Feuerwehr und Bahnhof nicht mehr bedienen.

Dienstag, 7.26 Uhr, Straubing/Deggendorf: Das Hochwasser steigt

Während flussabwärts die Pegelstände in Passau wieder sinken, steht in Straubing und Deggendorf der Wasserhöchststand noch bevor. „Wir rechnen im Laufe des Tages mit einem Pegel von bis zu 7,80 Metern“, sagte ein Sprecher des Landkreises Straubing-Bogen am Morgen. „Das sind noch einmal 30 Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser 2002.“ Die Stadt und der Landkreis Straubing sehen sich für die erwartete Scheitelwelle gut gerüstet: „Bislang halten die Deiche; wir hoffen, dass das so bleibt“. Im Landkreis Deggendorf werden bereits einzelne kleinere Ortschaften evakuiert. „Hier rufen natürlich besorgte Anwohner an“, sagte ein Mitarbeiter des Hochwasser-Telefons. „Es handelt sich aber zunächst um eine Vorsichtsmaßnahme.“

Dienstag, 7.08 Uhr, Schwandorf:

Die Hochwasserlage im Landkreis Schwandorf stellt sich nicht so dramatisch dar wie in anderen Regionen. Wenn überhaupt, ist nur noch mit einem leichten Anstieg der Pegel an Naab und Vils zu rechnen. In Münchshofen (Stadt Teublitz) wurde im Laufe der Nacht die Meldestufe drei (drei Meter) überschritten und beträgt aktuell 3.17 Meter (Stand 6.45 Uhr). Meldestufe vier (3,30 Meter) wird vermutlich nicht erreicht. In Dietldorf (Stadt Burglengenfeld) hat die Vils ihren Höchststand wohl bereits überschritten. Ein ähnliches Bild zeigt sicht in der großen Kreisstadt Schwandorf: „Das Hochwasser hat uns kaum Einsätze beschert“, sagte ein Polizeibeamter der MZ. Aus Burglengenfeld sind von der Wasserwacht-Ortsgruppe mehrere Aktive zusammen mit weiteren Helfern aus dem Landkreis in Passau beim Hilfseinsatz.

Dienstag, 5.37 Uhr, Passau: Sinkende Pegelstände an Inn und Donau

Beim Jahrhundert-Hochwasser in Passau ist nach Einschätzung des Krisenstabs das Schlimmste überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau seien im Laufe der Nacht deutlich gefallen, sagte ein Sprecher. So habe der Pegelstand der Donau um 04.00 Uhr mit 12,40 Meter mehr als einen halben Meter unter dem Höchststand gelegen. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf etwas über 10 Meter zurückgehen. Da auch der Wasserstand des Inn um mehr als zwei Meter sinken werde, könne das Hochwasser, das jetzt noch von Regensburg nach Passau fließe, gut kompensiert werden.

Dienstag, 1.13 Uhr, Regensburg: Stadt löst Katastrophenalarm aus

Die Prognose zur Hochwasserlage hat sich für die Nacht zum Dienstag verfestigt. Die Stadt Regensburg erwartet einen Pegelstand von bis zu 6,80 Metern am Eisernen Steg. Der Scheitel wird für Dienstag im Laufe des Vormittags erwartet. Der Katastrophenfall für Regensburg wurde am Dienstag um 1.13 Uhr ausgerufen, da vor allem die Werft-, aber auch die Badstraße und der Schopperplatz voraussichtlich nicht mehr mit den mobilen Hochwasserschutzelementen geschützt werden können. Außerdem hat sich die Anzahl der Einsätze erheblich erhöht.

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