mz_logo

Polizei
Donnerstag, 8. Dezember 2016 -1° 12

Verfahren gegen Nutzer von Internet-Kinderpornografie

Die 500 deutschen Nutzer kinderpornografischer Internetseiten gehören nach Angaben der Bonner Behörde zu einer Gruppe von weltweit 4000 Nutzern, die namentlich enttarnt worden waren. Im Zuge der seit 2006 andauernden Ermittlungen seien Fahnder im Internet auf einen Server mit kinderpornografischem Inhalt gestoßen, bei dem Nutzer sich namentlich anmelden und Beträge zwischen 100 und 2000 Dollar zahlen mussten. „Diese Nutzer kommen aus allen Teilen des Bundesgebiets und aus allen Schichten“, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Mittwoch.

Nach der namentlichen Enttarnung von über 500 deutschen Nutzern kinderpornografischer Internetseiten müssen mehrere Tatverdächtige mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Gegen einen Teil von ihnen seien bereits Verfahren eingeleitet worden, sagte am Mittwoch ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Bonn. Nähere Angaben hierzu machte er nicht. Bei einer Verurteilung erwarte die Täter eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Die 500 deutschen Nutzer kinderpornografischer Internetseiten gehören nach Angaben der Bonner Behörde zu einer Gruppe von weltweit 4000 Nutzern, die namentlich enttarnt worden waren. Im Zuge der seit 2006 andauernden Ermittlungen seien Fahnder im Internet auf einen Server mit kinderpornografischem Inhalt gestoßen, bei dem Nutzer sich namentlich anmelden und Beträge zwischen 100 und 2000 Dollar zahlen mussten. Nach der Sicherung der Kundendaten habe es bei den in Deutschland ermittelten Personen Durchsuchungen gegeben. Bei 45 Personen seien die Ermittlungen inzwischen wieder eingestellt worden.

„Diese Nutzer kommen aus allen Teilen des Bundesgebiets und aus allen Schichten“, sagte der Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, am Mittwoch. Die Behörde ermittele gemeinsam mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf. Nicht ausgeschlossen sei, dass es noch eine Gruppe von Hintermännern gebe.

Zum aktuellen Fall wollte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben machen. Ein Sprecher verwies lediglich darauf hin, dass es seit Jahren einen konstanten Anstieg bei der Beschaffung und Verbreitung von Kinderpornografie gebe. Im Jahr 2007 seien 11 357 solcher Fälle amtlich registriert worden, das sei gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 7318 Fällen.

Auch das LKA wollte sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Die Düsseldorfer Ermittler arbeiten in einer zentralen Auswertungs- und Sammelstelle gegen Verdächtige im Bereich Kinderpornografie. Acht Kriminalbeamte hätten bei der Sammelstelle „die sehr belastende Aufgabe, diese Webseiten auszuwerten und Bilder etwa daraufhin zu untersuchen, ob es sich bei den Abgebildeten tatsächlich um Kinder handelt“, sagte LKA-Sprecher Frank Scheulen.

Allein in Nordrhein-Westfalen verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 271 Strafverfahren, bei denen wegen der gewerbsmäßigen Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt worden war. Im Jahr 2006 waren es lediglich 27 Fälle gewesen. Beim Besitz oder Verkauf von Kinderpornografie gab es von 2006 auf 2007 einen Anstieg von 1087 auf 1775 Fälle.

Die Aufklärungsquote sei hoch und bewege sich zwischen 90 und 95 Prozent, sagte LKA-Sprecher Scheulen. Fast jeder Täter werde erwischt, oftmals durch „Dominoeffekte“. Über die IP-Adresse und andere Spuren im weltweiten Netz komme man Tätern und danach über Kontaktdaten oft weiteren Verdächtigen auf die Spur.

Verdächtige versuchten sich oftmals mit der Ausrede herauszureden, sie seien beim Surfen „zufällig“ auf die kriminellen Internetseiten gelangt, fügte Scheulen hinzu. Auf kinderpornografische Seiten in Netz gerate man jedoch nicht zufällig und ohne Vorsatz.

Erst im August hatten bayerische Fahnder ihren bisher größten Schlag im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet bekannt gegeben. Demnach ermitteln die Staatsanwaltschaften bundesweit gegen 987 Verdächtige, die auf entsprechende Videodateien im Internet zugegriffen haben sollen.

Links zu diesem Artikel

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht