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Polizeimeldungen
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Polizei

Neonazis zünden Deutschlandfähnchen an

90 Mitglieder des „Dritten Wegs“ standen in Arnbruck 500 Gegendemonstranten gegenüber. Am Rande gab es einen Polizei-Einsatz.

Kurzfristig festgesetzt wurde ein Teilnehmer der Neonazi-Kundgebung. Sympathisanten versuchten, ihn zu befreien. Symbolfoto: dpa

Arnbruck.Am Samstag gab es von 15bis 17.15 Uhr in Arnbruck eine Versammlung des rechtsextremen „Dritten Wegs“ und eine Gegenkundgebung. „Die beiden Veranstaltungen verliefen weitgehend friedlich“, wie die zuständige Polizeiinspektion aus Viechtach danach mitteilte.

An der Demo des „Dritten Wegs“ am Dorfplatz hatten demnach rund 40Personen teilgenommen, am anschließenden Zug durch den Ort etwa 90. Die Zahl der Teilnehmer an der Gegenkundgebung – neben vielen Bewohnern des Ortes auch einige Personen aus dem linksextremen Spektrum – wird auf 500 geschätzt. Wiederholt hätten Personen aus der linksextremen Szene versucht, den Aufzug des „Dritten Wegs“ zu stören, wie die Polizei mitteilt, was durch die eingesetzten Beamten allerdings habe verhindert werden können.

Die Demonstration verlief zwar weitgehend ruhig – allerdings muss die Polizei im Nachklang trotzdem noch tätig werden. So werde gegen einen Versammlungsteilnehmer wegen des „Verdachts auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ während der Veranstaltung ermittelt. Weiter werde gegen drei Personen ermittelt, weil „nach Beendigung und abgesetzt von der Veranstaltung ein kleines Deutschlandfähnchen angezündet wurde“. Bei der damit in Zusammenhang stehenden Überprüfung der Personalien wurden Polizeibeamte beleidigt. „Weiterhin wurde durch einen Veranstaltungsteilnehmer versucht, diese Person aus dem kurzfristigen polizeilichen Gewahrsam zu befreien“, so die PI in ihrer Pressemitteilung weiter. Eingesetzt waren neben Beamten der Polizeiinspektion Viechtach weitere Kräfte aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern und Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei.

Die Demonstration war auch Thema bei der Versammlung der Arnbrucker Vereine kurz vor den Aufmärschen. Bürgermeister Hermann Brandl erklärte bei der Sitzung, dass nach einem Informationsgespräch im Landratsamt als zuständige Behörde per E-Mail ein Rundschreiben mit den neuesten Informationen auch an die Vereinsvorstände versendet werde. Darüber hinaus werde am 29. März um 19.30 Uhr im Pfarrheim der Gemeinde ein Informationsabend zum Thema „Asyl“ stattfindet. Dazu seien alle Bürger von Pfarrer Josef Gallmeier und ihm selbst herzlich eingeladen. Eventuell werde bei dieser Zusammenkunft auch ein Asyl-Helferkreis gebildet. Maria Müller vom Pfarrgemeinderat regte außerdem an, die Bewohner der Asylunterkunft im Rahmen der Integration auch an der Aktion „Rama-Dama“ zu beteiligen.

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