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Polizeimeldungen
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Kriminalität

Unbekannter flutet Netto-Baustelle

Der Täter legte einen Schlauch in den Rohbau in Bruck und drehte den Wasserschieber auf. Der Schaden ist beträchtlich.
Von Philipp Seitz

  • Die Bauarbeiten gehen wieder weiter. Doch durch den Vorfall vom Wochenende könnte der Eröffnungstermin der neuen Filiale in Gefahr sein. Foto: Seitz
  • Polizeihauptkommissar Rainer Hirschmann leitet die Polizeidienststelle in Nittenau. Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz

Bruck.Hin und wieder gebe es auf Baustellen schon mal Sachbeschädigungen, sagt Polizeihauptkommissar Rainer Hirschmann. Seit fast zwei Jahren leitet er nun die Nittenauer Polizeistation und hat in dieser Zeit schon einige Einsätze erlebt, die ihn nur mit dem Kopf schütteln lassen. Am Sonntag kam wieder einmal ein solcher Einsatz, den Hirschmann nicht verstehen kann: Ein unbekannter Täter flutete in Bruck die Baustelle eines Supermarktes. Das Motiv dafür gibt der Polizei Rätsel auf.

Klar ist nur, dass der unbekannte Täter den Wasserschieber auf der Baustelle des neuen Netto-Marktes in Bruck öffnete. Anschließend legte der Täter einen Schlauch in den Rohbau des geplanten Supermarkts und ließ das Wasser hineinlaufen. Das Wasser floß dann, so schildert es die Polizei, aus dem Rohbau hinab in eine Grube. Dort befanden sich drei bereits gesetzte Öltanks. Besonders ärgerlich für die Baufirma ist, dass durch das einlaufende Wasser zwei der leeren Öltanks angehoben wurden.

Schaden im fünfstelligen Bereich

Das bereitet nun zusätzliche Arbeit: Die Öltanks müssen neu gesetzt werden. Der entstandene Schaden liegt nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich. Hirschmann spricht von mindestens 25 000 Euro. Sollte auch der dritte Öltank neu gesetzt werden müssen, könnte die Schadenssumme noch steigen. Der Schlauch sei ursprünglich vor dem Gebäude gelegen, sagt Hauptkommissar Hirschmann und spricht von einer mutwilligen Tat. Mit dem vom Täter benutzten Schlauch hatten die Bauarbeiter ursprünglich ihre Werkzeuge gewaschen.

Die Nutzung des bisherigen Brucker Netto-Gebäudes bleibt weiterhin unklar. Foto: Seitz

Die Nittenauer Polizei übernahm bereits die Ermittlungen, tappt aber bisher noch im Dunkeln: „Spurentechnisch ist die Lage für uns derzeit leider aussichtslos“, sagt Hirschmann. Prinzipiell könnte der Täter durch seinen am Wasserschieber hinterlassenen Fingerabdruck ermittelt werden. Allerdings hätte es in der Nacht geregnet. Auch der Baustellenschlauch sei ziemlich dreckig, so dass es hier ebenfalls kaum möglich sei, brauchbare Spuren zu identifizieren. Hirschmann hofft deshalb auf Hinweise.

Der Brucker Bürgermeister Hans Frankl zeigte sich ebenfalls sehr überrascht und verärgert über den Vorfall. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer unserer Bürger so etwas macht“, sagt Frankl. Der Neubau des Brucker Netto-Marktes in der Nittenauer Straße hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. Fast direkt neben dem bisher bestehenden Netto-Markt soll das neue Gebäude des Discounters entstehen. Laut der Ratisbona Holding, die im Auftrag von Netto den Neubau realisiert, soll das neue Gebäude den Kunden „bessere und bequemere Einkaufsmöglichkeiten“ bieten.

Ein Pokerspiel um den Discounter

Der neue Discounter mit entsprechenden Parkplatz entsteht in der Lücke zwischen dem Anwesen Nittenauer Straße 38 und dem bestehendem Netto auf einer Gesamtfläche von 6317 Quadratmetern. Von einem „Pokerspiel“ war in der Folge immer wieder die Rede. Bürgermeister Frankl warnte davor, dass bei einer Entscheidung gegen den Neubau der Lebensmittelmarkt den Standort Bruck aufgeben könnte. Die Grünen forderten hingegen, dass der Ortskern gestärkt werden müsse. Die Freien Wähler kritisierten, dass die Weiterverwendung des alten Gebäudes, in dem sich aktuell noch der Discounter befindet, nicht hinreichend geklärt sei.

Bis heute sei noch nicht bekannt, wie die Immobilie künftig genutzt werde, sagt Bürgermeister Frankl. Von Mieter Netto gab es am Dienstag zu dem Vorfall auf der Baustelle und der künftigen Nutzung des bisherigen Gebäudes keine Stellungnahme. Der Discounter wolle sich aber in den nächsten Tage dazu äußern, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage unseres Medienhauses. Durch die Flutung des Gebäudes könnte nun, je nach Schadensausmaß, auch der Eröffnungstermin des neuen Marktes in Gefahr sein, heißt es von der Nittenauer Polizeiinspektion.

Die Nittenauer Polizei sucht nun nach Zeugen:

Das neue Discounter-Gebäude in Bruck

  • Tatzeitraum:

    Der unbekannte Täter soll nach Angaben der Polizei die Baustelle im Zeitraum zwischen Samstag, 17 Uhr, und Sonntag, 13 Uhr, betreten haben. Dann öffnete er auf der Baustelle den Wasserschieber und legte einen Schlauch in den Rohbau des Marktes.

  • Hinweise:

    Die Nittenauer Polizei hofft nun darauf, dass die Bevölkerung in Bruck verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat. Hinweise nimmt die Polizeidienststelle in Nittenau unter der Telnr. (0 94 36) 9 03 89 30 entgegen.

  • Kritik:

    Der Ersatzbau für den Discounter war vor Ort umstritten. Der Brucker Grüne Rudi Sommer störte sich besonders an der Versiegelung. Das Gebäude in der Peripherie von Bruck würde außerdem den Ortskern schaden, meinte Sommer.

  • Ausgleichsfläche:

    Ratisbona hatte in Absprache mit der Naturschutzbehörde und dem Markt Bruck ein ausreichend großes Grundstück als Ausgleichsfläche zur Verfügung zu stellen und sämtliche Kosten dafür zu tragen.

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