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Polizeimeldungen
Sonntag, 19. November 2017 7

Unfall

Brücke bricht ein: Jugendliche verletzt

Eine Jugendgruppe aus dem Raum Hemau verunglückt bei einer Wandertour im Berchtesgadener Land. Elf mussten ins Krankenhaus.
Von Bettina Mehltretter, MZ

Eine rund zehn Meter lange Fußgängerbrücke über dem Weißbach ist völlig zerstört. Darunter, im seichten Bachbett, liegen große Felsbrocken und Steine. Foto: dpa

Hemau.Ein Feriencamp im Berchtesgadener Land endete für 40 Kinder und Jugendliche der Junioren-Fördergemeinschaft (JFG) Tangrintel aus dem Raum Hemau böse: Als sie am Donnerstagnachmittag auf einer Fußgängerbrücke über dem Weißbach nahe Schneizelreuth ein Gruppenfoto machen wollten, gab die Brücke unter ihnen nach. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Ein dicker, tragender Holzstamm brach auseinander. Bohlen der Brücke fielen in die Tiefe. Ein Teil der Reisegruppe konnte sich halten, etwa 20 Kinder und Jugendliche aber stürzten und rutschten aus etwa 1,50 Meter in den Weißbach. Dieser ist dort zwar nur 20 bis 30 Zentimeter tief. Doch im Bett des Baches liegen große Steine und Felsbrocken. Mehrere Kinder und Jugendliche wurden verletzt.

Zunächst war dieses Ausmaß allerdings nicht klar. Denn die Fußballer im Alter zwischen zehn und 17 Jahren konnten alle wieder selbst aus dem Wasser klettern. Ein Bus brachte sie und ihre zehn Betreuer zurück in ihr Quartier, ins Sport- und Jugendferiendorf des Bayerischen Landessportverbands nach Inzell. Seit vergangenem Samstag hatten sie dort eine Woche lang auf den Fußballplätzen, im Freibad und auf dem Grillplatz eine unbeschwerte Zeit erleben wollen, so wie in jedem Sommer seit 2008. Doch zurück im Camp klagten einige der Kinder und Jugendlichen über Schmerzen.

Prellungen und Schürfwunden

20 Rettungskräfte rückten zum Camp der Hemauer Gruppe aus, als der Notruf einging. Foto: BRK Berchtesgadener Land

Die Betreuer alarmierten die Rettungskräfte. Kurze Zeit später rückte ein Großaufgebot des Roten Kreuzes an: 19 Sanitäter und ein Notarzt waren mit insgesamt neun Rettungswagen aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sowie mit dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ im Einsatz. Sie brachten elf Kinder und Jugendliche zur Untersuchung und Versorgung in die Kliniken nach Bad Reichenhall und Trostberg. Die meisten von ihnen hatten Prellungen und Schürfwunden erlitten. Unterdessen informierten die etreuer die daheimgebliebenen Eltern.

„Wir haben großes Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist.“

Andreas Kern, Vorsitzender der JFG

Zwei Mitglieder der Hemauer Reisegruppe mussten über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, kehrten am Freitag aber wieder ins Camp zurück. „Wir haben großes Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist“, sagte Andreas Kern, Vorsitzender der JFG, am Freitagmorgen dem Bayerischen Rundfunk. Für unser Medienhaus war Kern dann bis zum Abend nicht zu erreichen. Auch die Website www.jfg-tangrintel.de ist seit dem Freitagmittag offline. Dort war zuvor unter anderem ein Gruppenfoto zu sehen, das die JFG-Mitglieder bei einem früheren Feriencamp auf exakt der gleichen Brücke gemacht hatten – damals noch mit Erfolg: 46 Personen lachten in die Kamera.

Warum die Brücke an diesem Donnerstag dem Gewicht der Gruppe nicht mehr standhielt, klärt nun die Polizei. Am Donnerstagabend hat ein Alpinbeamter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall die Ermittlungen übernommen, um den genauen Unfallhergang zu untersuchen.

Weitere Bilder vom Einsatz der Rettungskräfte und von der Unglücksstelle sehen Sie hier:

Brücke stürzt unter Hemauern ein

Ursachenforschung ist aufwendig

Nach ersten Informationen der Polizei war eine der Bohlen an der Holzkonstruktion wohl bereits ziemlich morsch. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim erklärte auf Anfrage unseres Medienhauses, dass die Ermittlungen noch Tage bis Monate dauern werden, zumal die Beamten vor Ort erst Stunden später von dem Unfall erfahren hatten: „Da müssen wir jetzt erst einmal die Personalien zusammentragen.“ Untersucht werden müsse nun neben dem grundsätzlichen Zustand der Brücke auch, ob die Gemeinde Schneizlreuth, die für das Bauwerk verantwortlich ist, alle Vorschriften eingehalten hat. Bürgermeister Wolfgang Simon hat Medienberichten zufolge bereits Kontakt zur Staatsanwaltschaft Traunstein, zur Polizei und zur Versicherung aufgenommen.

Die JFG Tangrintel

  • Zweck der JFG:

    Die Junioren-Fördergemeinschaft Tangrintel wurde im Jahr 2007 gegründet, um den Jugendfußball in der Region Hemau gezielt zu fördern. Gemeinsam bilden die Trainer und die Betreuer die Jugendfußballspieler der SG Hohenschambach, des TV Hemau 04 und des SV Aichkirchen aus.

  • Mannschaften:

    In der kommenden Saison spielt die A-Jugend (U19) wie auch die B-Jugend (U17) in der jeweiligen Regensburger Kreisliga. Die C-Jugend (U15) kickt in der Kreisgruppe 5. Und die drei D-Jugend-Mannschaften (U13) sind in der Kreisliga, in der Kreisklasse und in der Kreisgruppe 5 aktiv.

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