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Polizeimeldungen
Dienstag, 21. November 2017 5

Notfall

Feuer im Sportheim: 100 000 Euro Schaden

Im Mai feierten die Bernhardswalder Einweihung. Nun ist das Gebäude stark beschädigt. Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.
Von Ralf Strasser, MZ

Das neue Sportheim des TSV Bernhardswald war erst im Mai eingeweiht worden. Nun ist es stark beschädigt Foto: Strasser

Bernhardswald.Die Sirene ist mitten in der Nacht um 01.35 Uhr zu hören, wenig später klingelt das Telefon von Kassier Sepp Gietl vom TSV Bernhardswald. Die Nachricht, die er hört ist niederschmetternd. „Es brennt bei euch im Vereinsheim“, wird ihm gemeldet. Gietl ist neben dem Vereinsvorsitzenden Alfons Ebneth einer der Macher des neuen Vereinsheimes, das erst im Mai eingeweiht wurde und schon sich jetzt als beliebtes Zentrum des Sports entwickelt hat.

Dichter Rauch drang aus der Nacht aus dem Vereinsheim. Foto: Masching/Bock

Als Gietl in den Morgenstunden vor Ort eintrifft, haben die 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bernhardswald, Kreuth, Altenthann, Kürn und Grünthal die Lage im Griff, ein Drehleiterfahrzeug aus Nittenau ist im Einsatz, der Brand wird eingedämmt. „Gruppenleiter der FFW Bernhardswald, Markus Hechtbauer, und der Einsatzleiter Wolfgang Süß von der FFW Kreuth hatten schnell erkannt, dass eine Nachalarmierung notwendig war“, erklärt Kreisbrandmeister Andreas Rockinger. „Das Feuer ist von einem Abfallhäuschen auf das Gebäude und hat den Dachstuhl erfasst.“

„Wir haben sechs Jahre lang an der Realisierung des Sportheimes gearbeitet, haben 1000 Stunden ehrenamtliche körperliche Arbeit hineingesteckt, sind über Höhen und Tiefen gegangen. Und jetzt das.“

Alfons Ebneth, Vorsitzender des Vereins

Die schnelle Reaktion der Feuerwehr hat wohl Schlimmeres verhindert, doch der Schaden wird auf bis zu 100 000 Euro geschätzt. Ebneth, der am Morgen die Lage begutachtet, ist am Boden zerstört. „Wie kann das sein?“, fragt er fast schon verzweifelt. „Wir haben sechs Jahre lang an der Realisierung des Sportheimes gearbeitet, haben 1000 Stunden ehrenamtliche körperliche Arbeit hineingesteckt, sind über Höhen und Tiefen gegangen. Und jetzt das.“

Der Vorsitzende des TSV Bernhardswald, Alfons Ebneth, begutachtet den Schaden. Foto: Strasser

Es sei wie ein Messer, das einem ins Herz gestoßen wird, meint Ebneth niedergeschlagen. In der Tat, der Schaden ist immens: „Das Innendach ist im hinteren Teil des Gebäudes zum Teil verbrannt, die Balken sind verkohlt, die Solaranlage ist beschädigt. Wir haben einen Wasserschaden im unteren Bereich und die Küche ist verwüstet“, zählt Ebneth auf.

Bilder vom nächtlichen Feuerwehreinsatz sehen Sie hier:

Feuer im Bernhardswalder Sportheim

Auch Bürgermeister Werner Fischer wurde informiert, macht sich ein Bild. „Eine Sauerei“, sagt er kurz und knapp, Mitglieder des Vereins können nur noch den Kopf schütteln. „Ich bin total fassungslos. Wir hatten erst am Samstag ein wunderschönes Fußballfest, ich kann es gar nicht glauben“, sagt ein Jugendbetreuer. Nach drei Stunden konnten Kreisbrandmeister Rockinger und Kreisbrandinspektor Johann Bornschlegl den Abschluss des Einsatzes melden. Am Ende bleiben verrußte Ziegeln am Boden, Reste der Isolierung hängen zwischen verkohlte Dachbalken, die Nebenkammer der Küche ist verwüstet, die Fensterscheibe zerborsten, Teile der Solaranlage liegen am Boden. Mit Planen hat man das Dach notdürftig abgedeckt. Doch was ist zur Ursache zu sagen? Was ist genau ist passiert in der Nacht auf den Dienstag? Die Polizeiinspektion Regenstauf nimmt den Schaden auf, gibt ihn aber weiter an die Kriminalpolizei Regensburg. „Aus Erkenntnissen heraus und aufgrund der Schadenshöhe“, wie Polizeisprecher Dietmar Winterberg mitteilt. „Brandstiftung ist nicht auszuschließen.“

Das Feuer wurde anonym gemeldet

Der Brand wurde anonym gemeldet, heißt es aufseiten der Feuerwehr. Eine Rückverfolgung sei wohl möglich. Das Bemerkenswerte: In den letzten 14 Tagen wurden zwei Einbrüche der Polizei gemeldet, die auch in diese Richtung ermittelt. „Einmal hat man die Türe aufgebrochen und ein paar Euro aus der Kasse gestohlen“, erinnert sich Alfons Ebneth. „Beim zweiten Mal hat vermutlich der gleiche Täter ein Fenster aufgebrochen, ein paar Würstl mitgehen lassen, ein Bier getrunken und feinsäuberlich in den Papierkorb gestellt.“ War es derselbe Täter, der in der Brandnacht zum Feuerteufel wurde? „Das kann schon sein“, meint Bürgermeister Fischer, der den laufenden Ermittlungen nur Hinweise geben kann, denn auch bei der Schule und Kindergarten in der Nachbarschaft des Sportgeländes sind Einbruchspuren festzustellen. „Natürlich sind das Spekulationen, aber es wird wohl in diese Richtung gehen.“

Eine Folie deckt die schwer beschädigte Mauer ab. Foto: Strasser

Für den Verein ist das emotional eine Tragödie, meint er. Glück im Unglück: „Aufgrund der Einbrüche hatten wir für Dienstag um 9 Uhr einen Termin mit der Versicherung vereinbart“, sagt Alfons Ebneth. „Da kann der Vertreter gleich einen Brand mit aufnehmen.“ Wie geht es weiter? Ebneth schüttelt wieder den Kopf und zuckt mit den Schultern. „Das muss natürlich alles eine Firma machen, ehrenamtlich ist da nichts mehr möglich. Schaden dokumentieren und nach vorne schauen.“ Am Spielbetrieb werde sich allerdings nichts ändern, auch die Gaststätte wird wohl den Betrieb wieder aufnehmen können, ebenso ist der Jugendtreff nicht beeinträchtigt.

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