mz_logo

Polizeimeldungen
Samstag, 18. November 2017 5

Kriminalität

Tausende Tiere in Transporter entdeckt

Die Polizei hat bei Schmidgaden mehr als 5000 Mäuse, Ratten und geschützte Exoten gefunden. Sie werden nun verteilt.

Die Tiere waren in viel zu kleinen Boxen zusammengepfercht. Viele von ihnen sind gestorben, sie hatten weder Futter noch Wasser. Foto: Spies

Amberg.Eine Zivilstreife der Verkehrspolizei Amberg hat am Sonntag gegen 19 Uhr auf der A 6 am Parkplatz Stocker Holz im Gemeindebereich Schmidgaden (Lkr. Schwandorf) einen illegalen Tiertransport gestoppt. In dem Kastenwagen aus Tschechien haben sich laut Polizei 5086 Mäuse, 833 Ratten, 212 Hamster, 28 Kaninchen, 76 Meerschweinchen, sieben Chinchillas, zwei Degus, vier Chamäleons, etwa 75 Axolotls sowie ein Konvolut von Insekten und Spinnen befunden. Die Tiere waren ohne Trinkwasser und in offensichtlich viel zu kleinen Transportboxen untergebracht. Deshalb wurde in der Nacht noch ein Veterinär hinzugezogen.

Die Kleintiere waren im Transporter eingepfercht. Foto: VPI Amberg

Der 26-jährige tschechische Fahrer konnte über seinen Arbeitgeber per Fax ad hoc für die Chamäleons eine Transporterlaubnis vorlegen. Vor diesem Hintergrund wird gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, das mit einem Strafrahmen von Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht ist, ermittelt.

Größter illegaler Tiertransport

Viele Tiere seien in viel zu engen und falsch temperierten Boxen untergebracht gewesen. Während des Transports hätten die Tiere kein Wasser und Futter gehabt, etliche seien beim Fund bereits tot gewesen, hieß es beim Tierschutzbund. Die Säugetiere galten wohl als sogenanntes Lebendfutter, heißt es in der Pressemitteilung des Tierschutzbundes. Die Experten sprechen vom größten illegalen Tiertransport, der jemals in Deutschland aufgegriffen worden sei.

Carmen Gurdan vom Amberger Tierheim füttert die Tiere. Foto: Spies

Die Wirbeltiere wurden schließlich in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Amberg einstweilen im Tierheim Amberg untergebracht und aus Versorgungsgründen zwischenzeitlich teilweise auf andere Tierheime weiterverteilt. Carmen Gurdan vom Amberger Tierheim kümmert sich zusammen mit ehrenamtlichen Helfern um die Tiere.

Nach Festsetzung einer Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro, die ausschließlich der Sicherung des weiteren Ermittlungsverfahrens dient, sowie der Bestellung eines Zustellungsbevollmächtigten wurde der beschuldigte Fahrer entlassen. Seitens der beteiligten Landratsämter Amberg-Sulzbach und Schwandorf wird aktuell ermittelt, inwieweit Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen.

Ermittlungen dauern an

Etwa 5000 Tiere hat die Verkehrspolizei bei Schmidgaden gefunden. Foto: VPI Amberg

Darüber hinaus wird derzeit über die zuständigen Fachbehörden abgeklärt, ob naturschutzrechtliche Verstöße vorliegen. Hinsichtlich des Fahrers ist ein solcher Vorwurf, aufgrund der Erfahrungen aus ähnlich gelagerten Fällen, regelmäßig nicht nachweisbar. Seitens der tschechischen Eigentümerfirma wurden der Polizei zahlreiche Lieferscheine und Zolldokumente über den Transport vorgelegt. Die Prüfung der Echtheit sowie des Umfanges dieser Dokumente ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Über eine Rechtsanwaltskanzlei aus Bielefeld wurde eine Erklärung der tschechischen Eigentümerfirma vom Montag vorgelegt, wonach auf das Eigentum an den sichergestellten Tieren verzichtet wird. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Diese umfassen auch die Frage einer etwaigen strafrechtlichen Verantwortlichkeit der Auftraggeber des Tiertransports.

Hier lesen Sie mehr Nachrichten aus Amberg.

Weitere Nachrichten aus Bayern lesen Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht