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Berg und Ski aktuell
Freitag, 28. Juli 2017 25° 3

Reise

Adrenalinkick überm Goldenen Dachl

In Innnsbruck lässt sich Skifahren auf der Nordkette perfekt mit dem Genuss einer wunderschönen Stadt verbinden.
Von Stefan Gruber, MZ

  • Wer auf der Nordkette abschwingt, sollte sicher auf den Brettern stehen. Der Blick auf die Stadt ist atemberaubend. rFoto: Grube
  • Städtisches Flair und Skisport lassen sich in Innsbruck perfekt verbinden. Foto: Innsbruck Tourismus

Innsbruck.Auch ein dumpfer Donner kann Freude auslösen. Wenn auf der Nordkette hoch über Innsbruck der Lawinendienst die Gefahrenhänge freisprengt, ist das für die Powderfans das Startsignal: Bunt gewandet und die breiten Latten lässig geschultert stapfen sie dann vorbei am Goldenen Dachl und der Hofburg in Scharen zur Hungerburgbahn. Jetzt nur nichts verpassen, heißt die Devise. Wer kann, lässt den Job diesmal Job sein und auch die Uni muss warten.

Atemberaubender Blick in die City

Eigentlich müsste die Seegrube viel eher „Seh-Grube“ heißen. Wer hier zum ersten Mal aus der Gondel der Nordkettenbahn steigt und auf die Weiterfahrt zum Hafelekar wartet, muss erstmal gucken und dann schlucken. Der Blick hinunter in die City ist atemberaubend, der hinauf Richtung Karwendel-Felsen lässt sogar den Atem stocken. Drei Rinnen ziehen sich – natürlich unpräpariert – von der Gipfelstation herunter zum Berghaus Seegrube. Mit 70 Prozent Gefälle zählen sie zu den steilsten Skirouten Europas. Schnell ist klar: Die grellgelbe Warntafel, die den Einstieg zur Hafelekar-Bahn nur routinierten Skifahrern empfiehlt, ist keine Übertreibung. Und selbst die meist als rot gekennzeichneten Pisten der Nordkette, die zwar präpariert aber nicht künstlich beschneit werden, kämen anderswo tiefschwarz daher.

Die alpenweit sehr seltene Kombination aus Stadtbesuch und Skivergnügen lässt sich in Innsbruck aber nicht nur als Brettl-Crack genießen. Neun Skigebiete sind von der dreimaligen Olympia-Stadt aus mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Neben der Axamer Lizum, wo 1976 aus Frau Mittermaier die Gold-Rosi wurde, garantieren Kühtai (das höchstgelegene Skidorf Österreichs) und der Stubaier Gletscher Wedelspaß auch bei magerer Schneelage.

Am schnellsten lässt sich neben der Nordkette der Patscherkofel erreichen. Der rote J-Bus fährt einmal quer durch die Altstadt und dann hinauf nach Igls. Schnapper, Latschenfleck oder Velodrom heißen ein paar der 18 markanten Punkte auf der Pisten Nummer 1, wo 1964 die Herren ihren Abfahrts-Olympiasieger ermittelten. Start war neben dem Schutzhaus, das unterhalb des kahlen Gipfels bis heute den rauen Winden trotzt. Die sind am Patscherkofel nicht so selten, auch wenn – kuriose Laune des Wetters – zeitgleich auf der gegenüberliegenden Nordkette infolge einer Inversionslage T-Shirt-Temperaturen herrschen.

Shoppingtour und viel Kultur

Nach dem erlebnisreichen Tag auf der Piste oder im Gelände heißt es: „Ab in die City“. Schließlich hat die quirlige 130 000-Einwohner-Stadt nicht nur jede Menge edle Restaurants, lauschige Kneipen und feine Cafés zu bieten, auch die Shoppingtour lässt sich in Innsbruck perfekt mit dem Winterurlaub verbinden. Oder darf es etwas Kultur sein? Während sich die in vielen anderen Skiorten auf das alkohol-intensive Aprés Ski in überfüllten Bars beschränkt, bietet die Tiroler Landeshauptstadt Museen, Galerien, Theater und Konzerte.

Ein – am besten geführter – Bummel durch die Altstadt darf nicht fehlen. Die Hofkirche beeindruckt mit den 28 überlebensgroßen Bronzefiguren am Grabmal von Kaiser Maximilian I. , das barocke Helblinghaus mit seinen Stuckaturen und dann wäre da noch das Goldene Dachl. Ein Selfie ist hier ein Muss – auch wenn die 2657 Schindeln am Prunkerker „nur“ aus vergoldetem Kupfer sind.

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