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Gesundheit
Sonntag, 24. Juli 2016 30° 3

Interview

E-Zigarette: Tumorrisiko stark abgesenkt

Der Regensburger Lungenfacharzt Prof. Dr. Christian Schulz über die Auswirkungen der E-Zigarette und ihren Nutzen bei der Rauchentwöhnung.

Lungenfacharzt Prof. Dr. Christian Schulz Foto: UKR

Regensburg.Wie wirkt sich die wegfallende Verbrennung bei der E-Zigarette im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette aus?

Das Risiko hinsichtlich der Tumorentstehung ist durch die wegfallende Verbrennung stark abgesenkt. Es verringert sich gegenüber der normalen Zigarette und deren Verbrennungsprodukte um den Faktor 10- bis 450.

Kann sie also eine gesündere Alternative für einen Kettenraucher darstellen?

Für Nikotinabhängige stellt die E-Zigarette sicherlich eine gesündere Alternative dar, da die Emissionsrate extrem gering ist. Ob es letztlich zu potenziellen Schädigungen kommen könnte, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Die Verneblungssubstanz Propylenglycol befindet sich auch in Zahnpasta, Deodorants und in kosmetischen und medizinischen Salben. Welche Effekte kann die Aufnahme von Propylenglycol durch eine E-Zigarette verursachen?

Bei Personen die Propylenglycol inhalieren, kommt es vermutlich zu einer passageren leichten Verengung der Atemwege. Die Frage, ob darüber hinaus auch eine langfristige Schädigung resultiert, ist momentan noch nicht zu beantworten.

Kann der Passivdampf der E-Zigarette den Menschen schädigen?

Man kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass kein messbar erhöhtes Risiko besteht, wenn man dem Passivdampf ausgesetzt ist, wobei ein Restrisiko nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Hier fehlen noch belastbare Studienaussagen. Wenn man dieses Risiko aber mit dem des bereits etablierten Risiko der Passivrauchexposition vergleicht, ist dieses bei der Passivdampfexposition um mehrere Größenordnungen reduziert. Die Reduzierung ist wahrscheinlich so ausgeprägt, dass der Passivdampf nicht mehr zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko beiträgt.

Dient die E-Zigarette durch eine stetige Regulierung des Nikotingehalts in den sogenannten Liquids auch der Rauchentwöhnung?

Für Personen mit einer Nikotin- und Tabakabhängigkeit kann dies eindeutig mit ja beantwortet werden.

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