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Gesundheit - Artikel
Sonntag, 29. März 2015 10° 7

Gesundheit

Trügerische Gute-Nacht-Geschichten

Vier Schlafmythen und was wirklich dahinter steckt. Aktuelle Studien widerlegen nämlich gängige Alltagsweisheiten.

Die üblichen Hausmittelchen wie zum Beispiel Lesen helfen nicht immer oder können sogar schädlich sein. Foto: dpa

München. Ein Glas Wein am Abend erleichtert das Einschlafen und ein gutes Buch kann helfen, wenn man nach zu frühem Aufwachen noch einmal zur Ruhe finden möchte. Ob diese Hausmittel gegen Schlaflosigkeit wirklich helfen und was hinter weiteren Mythen zum Thema Schlaf steckt, hat die Milchkristalle GmbH recherchiert.

1. Immer mit der Ruhe

Wer nachts häufig aufwacht, muss nur geduldig warten. Dann findet er zum Schlaf zurück = Mythos

Schwierigkeiten beim Ein- oder durchgängigem Schlafen sind Störungen, die aktiv behandelt werden sollten. Anstelle dazuliegen und abzuwarten, empfehlen Experten daher den Gang in einen anderen Raum und die Beschäftigung mit Musik oder leichtem Sport, wie Yoga oder Tai Chi. Nach etwa 15 bis 20 Minuten stelle sich daraufhin in der Regel ein Gefühl von Müdigkeit ein, das schließlich das Wiedereinschlafen ermögliche. Tritt diese Müdigkeit nicht auf, so sollte man davon absehen, sich wieder wach ins Bett zu legen und das eben beschriebene Programm wiederholen bis es den gewünschten Effekt erzielt.

2. Wein oder Bier – das rat ich dir

Ein Gläschen Rotwein zum Dinner oder das Bierchen vor dem Fernseher verschaffen einen ruhigen Schlaf = Mythos

Im Gegenteil: Alkohol verändert die natürlichen Schlafzyklen des Menschen, was ihn sogar vom Schlafen abhalten kann. Wie eine Klinik in Cleveland herausfand, beeinflusst die Einnahme von alkoholischen Getränken die sogenannte REM-Phase (“Rapid Eye Movement“) des menschlichen Schlafzyklus, die für das Träumen verantwortlich ist. Dadurch würden vermehrt Alpträume und unruhiges Schlafverhalten auftreten. Um diesen vorzubeugen, trinken Betroffene mitunter umso mehr Alkohol, da dieser sie ihren unruhigen Schlaf nicht merken lässt. Doch Vorsicht ist geboten. Denn besonders der regelmäßige oder übermäßige Konsum von Alkohol kann ernsthafte Schlafstörungen mit sich bringen.

3. Leseratten schlafen besser

Ein gutes Buch am Abend hilft beim Einschlafen. Zur Not tut es auch der Fernseher = Mythos

Das Prime-Time-Programm der Fernsehanbieter füllt bei der Mehrheit der Deutschen den alltäglichen Feierabend. Geschafft von der Arbeit, lümmelt man sich auf der Couch, bis man so müde ist, dass man einschläft. Frühere Studien zeigten bereits, dass dies nicht die Folge davon ist, dass uns das Fernsehen oder auch das Lesen von Büchern müde macht. Vielmehr lassen uns diese Tätigkeiten die Müdigkeit übergehen. US-Amerikanische Wissenschaftler belegten nun jedoch ernsthaftere Risiken. Das Licht, das die Leselampe oder der Fernseher ausstrahlen, unterdrückt die natürliche Melatonin-Produktion im Körper. Da das Hormon Melatonin unseren Schlafrhythmus steuert und nur bei Dunkelheit entsteht, kann das abendliche Fernsehen oder Bücherlesen somit zu Schlafproblemen führen. Gerade in den „kurzen Tagen“ des Winters kann die Einnahme von Melatonin, zum Beispiel in Milchkristallen, diesem Problem entgegen wirken. Denn die aus Kuhmilch gewonnenen Milchkristalle enthalten nicht nur das natürliche Hormon Melatonin, sondern auch große Mengen der Aminosäure Tryptophan, die nötig ist, um Melatonin selbst herzustellen. Milchkristalle gibt es rezeptfrei in Apotheken.

4. Schlafen kann man nie genug

Schlafen ist gesund und wer länger schläft, der lebt gesünder = Mythos

Das optimale Schlafpensum des Menschen liegt zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht. Starke Abweichungen - unabhängig von ihrer Richtung - können gesundheitliche Probleme verursachen. So erhöht das zu kurze Schlafen Wissenschaftlern aus Harvard zufolge das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten. Hingegen können zu ausgedehnte Mittagsschläfchen oder das zu lange Schlafen in der Nacht zu Depressionen und körperlichem Unwohlsein führen. Eine spanische Studie belegte zudem, dass Erwachsene mit einem Alter von über 65 Jahren stärker zu Demenz neigten, wenn sie mehr als neun Stunden am Tag schliefen. Für einen gesunden Schlaf gilt daher vielmehr die Regel: Qualität statt Quantität.

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