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Aufgetischt Gasthäuser
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Gastrotipp

Der Berg ruft nicht nur einmal

Der Prössl auf dem Adlersberg weiß nicht nur, wie man besondere Biere braut. Er serviert auch feine bayerische Küche.
Von Wolfgang Ziegler, MZ

Entenbraten mit Reiberknödel: Bei Bräu und Wirt Heiner Prössl ist man in besten Händen, wenn es um bayerische Küche geht. Foto: Lex

Adlersberg.Immer am Palmsonntag ruft er, der Berg. Worauf sich in Regensburg regelmäßig Heerscharen aufmachen und auf Pilgerfahrt gehen – hinauf zum Prössl auf dem Adlersberg, um den exzellenten Bieren des Bräu zu huldigen. Vor allem der „Palmator“ hat es den Massen in den beinahe gleichnamigen Krügen angetan – jenes dunkle Gold also, das es halt nur beim Prössl gibt, weil nur er die Rezeptur kennt.

Der Berg ruft aber nicht nur einmal im Jahr, eigentlich ruft er immer, weil der Prösslbräu eines der wenigen Traditionswirtshäuser ist, die diesen Namen verdienen und weil er nicht nur Bier brauen kann. Diese Erfahrung haben jedenfalls wir gemacht, als wir Speis’ und Trank auf dem Adlersberg genauer unter die Lupe nahmen.

Wir wählten aus der umfangreichen Karte bewusst bayerische Schmankerl, weil man wegen eines Putenbruststeaks – auch das gibt es – gewiss nicht auf den Adlersberg geht. Also fingen wir mit zwei typisch bayerischen „Startern“ an: Pfannkuchensuppe und Leberknödelsuppe. Beide hinterließen einen guten Eindruck – die Rindssuppe war selbst gemacht und Nachwürzen nicht nötig.

„A feine Sach’“ waren auch die Hauptgerichte. Wir nahmen einen Zwiebelrostbraten aus der Rinderlende und einen „Adlersberger Klosterteller“ – Geflügel, Schweinefleisch und Schweinshaxe in Biersoße mit Knödel. Altgedienten Köchinnen zufolge ist ein Wirtshaus in Bayern dann zu empfehlen, wenn man dort weiß, wie Reiberknödel gehen, und wenn der Schweinsbraten schmeckt. Stimmt diese These, ist man auf dem Adlersberg allerbestens aufgehoben. Aber nicht nur deshalb: Auch der Zwiebelrostbraten, medium bestellt, war innen zartrosa, ganz so wie er sein soll, und butterweich.

Die optisch perfekten Bratkartoffeln dazu waren vielleicht ein bisschen sehr salzig, was wir – vielleicht vorschnell – einem „verliebten Koch“ in die Schuhe schoben. Möglicherweise hat der Prösslbräu die aber auch genau so in Auftrag gegeben, damit er noch eine Halbe mehr von seinem ausgezeichneten Bier verkauft. A Hund is a nämlich scho! Wir taten ihm jedenfalls den Gefallen.

Die wichtigsten Infos über das Restaurant in aller Kürze:

Weitere Infos

  • Öffnungszeiten

    Di-So: 8-24 Uhr; Montag: Ruhetag

  • Weitere Infos:

    Die Bierspezialitäten gibt es auch zum Mitnehmen. Das Wild stammt aus der eigenen Jagd. Das Lokal ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

  • Preise

    Suppen: 3,00 Euro; Hauptgerichte: ab 6,90 Euro; Getränke: Helles (0,51) 3,00, Schoppenweine 4,00 Euro

Die Lage des Restaurants:

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