mz_logo

Aufgetischt Gasthäuser
Dienstag, 22. August 2017 26° 1

Gastrotipp

SoulFood – eine kleine Reise wert


Von Marianne Sperb, MZ

Michael Laus und Christine Heß im SoulFood: Seit fast genau einem Jahr serviert das Paar in Auerbach Essen für die Seele. Foto: Gabi Schönberger

Manche Perle liegt etwas versteckt. Das SoulFood in Auerbach, weit im Norden der Oberpfalz, ist so eine – und unbedingt eine kleine Reise wert.

Das Lokal, in netter Lage am Markt, ist betont schlicht eingerichtet: Weiß gedeckte Tische kontrastieren mit schwarz bezogenen Hochlehnern, einziger Schmuck sind eine avantgardistische Lampe und ein hinterleuchtetes Wandbild, das als Motiv zeigt, worum es geht: um feines Essen. Christine Heß und Michael Laus bieten hier seit fast genau einem Jahr Seelenfutter, oder auch: Essen mit Seele. Der Service ist nicht nur aufmerksam, sondern auch humorvoll, die Weinkarte bietet schöne Entdeckungen, die Käse (vom Affineur Waltmann, Erlangen) verdienen Extra-Punkte.

Der Gault Millau listet das SoulFood mit 15 Punkten, der Reiseführer Gusto 2013 schwärmt und der MZ-Test vor Ort belegt: Das Konzept – „Spitzengastronomie zum kleinen Preis“ – geht auf. Die Karte ist übersichtlich, die Qualität durchgehend hoch und Genießer finden hier köstliche Überraschungen. Das fängt beim Aperitif an, bei Raritäten wie Pflaumen-Secco oder hausgemachter Limonade, und hört bei den Vorspeisen – etwa glasierten Zanderbäckchen und einer perfekten Erbsenschaumsuppe mit Eisbein und Walnüssen – längst nicht auf.

Die Black-Tiger-Garnelen kommen in knackiger Hülle, mit milder Wasabi-Mayonnaise und Kirschtomaten, die wie kleine rote Aromabomben im Mund explodieren. Das sanft gegarte Lachsfilet auf einem Bett aus Gurke und Crème fraîche ist kulinarischer Minimalismus in Bestform. Und über die hausgemachten Tagliatelle hobelt der Chef am Tisch so unbefangen-großzügig einen Trüffel, als wär’s Kartoffel – und nicht ein Bianchetti für rund 70 Euro pro 100 Gramm.

Mein Favorit war – neben der herzhaft-zarten geschmorten Lammhaxe – der Teller mit Zweierlei vom Stubenküken. Das Geflügel, erst mariniert, dann gebraten, kam innen saftig und außen in einen leichten Mantel aus Brösel von japanischem Brot gehüllt. Begleiter waren grüner Spargel, Karotten und eine Mais-Creme von so intensivem Aroma, dass ich jede Gabel davon lange im Mund auskostete.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht