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Region Amberg
Mittwoch, 20. September 2017 15° 4

Festival

Auch „nur“ 8500 Gäste rocken gewaltig

Die G.O.N.D. hatte weniger Besucher als in den vergangenen Jahren. Die genossen besten Deutschrock an drei Tagen in Kreuth.
Von Andreas Brückmann

Zum Abend hin füllte sich der Platz vor der Hauptbühne der G.O.N.D. mehr und mehr. Foto: Andreas Brückmann

Rieden.Das war sie also, die G.O.N.D. 2017 in Kreuth. Mit weniger Besuchern als in den vergangenen Jahren. Aber zumindest doch mit den 8500 Gästen, die offiziell angekündigt waren. Bei bestem Deutschrock an drei Tagen, bei herrlichstem Sonnenschein – aber auch bei heftigen Regenschauern. Bei ausgelassener Feierstimmung auf den beiden Bühnen und auf den Zeltplätzen. Und auch bei den Organisatoren Timo Hofmann und Steffen Kiederer.

„Zunächst hoffe ich jetzt noch, dass das Wetter hält“, war Kiederers erster Gedanke an diesem Samstagnachmittag, als er eine erste Zusammenfassung der letzten Tage zog: „Die Stimmung war und ist immer noch gut, auch füllt sich das Festivalgelände zum Abschluss jetzt immer noch mehr, so dass wir heute Abend dann mit allen einen gewaltigen Abschluss vor der Bühne feiern können.“ Denn Kiederer selbst stand am letzten Festivaltag noch mit seiner Band „King Kongs Deoroller“ selbst auf der Bühne. „Ich denke, und hoffe, dass auch der letzte Tag so cool, entspannt und friedlich sein wird, wie die beiden Tage davor. Und dass dann am Sonntag wieder alle gut und wohlbehalten nach Hause kommen.“

Ein fester Platz an der Bar backstage

Ohrenfeindt auf der Bühne bei der G.O.N.D. 2017. Foto: Andreas Brückmann

Dass es heuer weniger Besucher waren, merkten Bernhard Spies und Matthias Rauscher nicht. Die beiden Riedener stehen seit 2010, als die G.O.N.D. zum zweiten Mal in Kreuth zu Gast war, an der Bar im Backstagebereich, also „hinter der Bühne“: „Wir merken hier nichts, da ja eh nur die Bands sowie das Organisationspersonal bei uns vorbei kommen.“ Hierfür stehen die beiden an allen drei Tagen von 14 Uhr bis mindestens eine Stunde nach dem offiziellen Ende hinter dem Tresen.

„Für uns ein toller Job, der uns trotz der vielen Jahre, die wir den jetzt hier schon machen, immer noch unglaublichen Spaß macht. Auch wenn das Trinkgeld etwas mehr sein könnte“, merkte Spieß augenzwinkernd an. Und dann auch wieder im nächsten Jahr, wobei für die beiden da noch eine Frage offen blieb: „Du kannst dich mal schlaumachen, an welchem Datum die G.O.N.D. nächstes Jahr steigt.“

Natürlich nachgefragt bei Timo Hofmann: „Es wird im nächsten Jahr wieder eine G.O.N.D. geben, das ist so weit sicher.“ Wobei zwei Dinge nach seinen Worten dabei noch nicht so sicher sind: „Zum einen steht das Datum noch nicht fest. Zum anderen ist es nicht sicher, ob wieder in Kreuth.“ Man müsse die nächsten Tage abwarten, dann wollen sich Kiederer und Hofmann über die sozialen Netzwerke zur Standortbestimmung mit Blick aufs nächste Jahr äußern.

Das Telefon im Büro stand nicht still

Es war die 12. Auflage der G.O.N.D. in Kreuth – und vielleicht auch die letzte? Foto: Andreas Brückmann

Trotzdem aber zeigte auch Hofmann sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf: „Ein großartiges Fest. Stimmung großartig, wie sie bisher noch nie war auf dem Platz. Wetter ein Traum, schau, grad kommt die Sonne wieder raus, und Bands so genial wie nie. Mehr fällt mir gerade im Moment dazu nicht ein.“ Kein Wunder, auch in den letzten Stunden des Festivals hatte er noch einiges zu organisieren, das Telefon im Organisationsbüro stand auch Samstagnachmittag nicht still.

Eine große Sache lag ihm dann aber doch noch am Herzen: „Wir wollen uns an dieser Stelle bei den Besuchern bedanken, die in diesem Jahr derart kooperativ mitgespielt haben. Ein riesen Lob unsererseits auch an alle Fachstellen und Behörden – so was ist nicht alltäglich und nicht überall anzutreffen. Dafür vielen, vielen Dank.“

Dieser richtete sich auch an Riedens Bürgermeister Erwin Geitner, der sich mit dem Verlauf bereits am Samstagnachmittag bestens zufrieden zeigte. Per Telefon ließ er wissen, dass „ich sowie die Gemeindeverwaltung nichts zu bemängeln haben. Es war wie bereits in den Jahren zuvor ein für uns angenehmes Publikum, welches wir heuer in Rieden begrüßen durften“, so das Resümee des Bürgermeisters.

Klicken Sie sich hier durch unsere Fotostrecke vom Festival in Kreuth!

Festival G.O.N.D. in Kreuth

Rettungsgasse für die Helfer geschaffen

Ein friedliches Fest in Kreuth Foto: Andreas Brückmann

Für BRK-Einsatzleiter Dieter Hauenstein war es, wie er sagte, eine relativ entspannte G.O.N.D. „Wir waren heuer mit bis zu 80 Einsatzkräften und zwei Notärzten zu den Hauptzeiten vor Ort, die Stand jetzt 450 Patienten zu betreuen hatten“, berichtete er am Samstagnachmittag. Für die Größenordnung eine ganz normale Zahl. Wichtig auch, dass sich die Verletzungen „in einem ganz normalen Festivalrahmen“ bewegten, also nichts wirklich Schlimmes. „Bis jetzt zumindest.“

Über eine Aktion hat sich Hauenstein besonders gefreut: „Als ein Besucher vor der Hauptbühne stürzte und sich dabei verletzte, wurde sofort die Musik ausgemacht und eine Rettungsgasse für unsere Helfer geschaffen, so dass wir dem Patienten schnellstmöglich helfen konnten.“ Wie er erklärt, eine nicht alltägliche Situation. „Das war schon etwas Besonderes, was man sonst auf anderen Festivals nicht so feststellen kann.“ Und dann gab es noch Applaus. „Als wir den Verletzen geborgen hatten, zollte uns das gesamte Publikum Applaus. Das war eine tolle Aktion, über die sich unsere Leute besonders gefreut haben, dass ihre Arbeit hier so honoriert wird.“

Die Bilanz der Polizei

  • Dimensionen:

    Am Donnerstag, 13. Juli 2017, begann zum neunten Mal das Open Air Festival „G.O.N.D.“ (Größte Onkelz Nacht Deutschlands) auf dem Gelände rund um die Ostbayernhalle in Rieden, Ortsteil Kreuth. Die Polizeiinspektion Amberg zieht ihre Bilanz. Etwa 8000 Deutsch-Rock Fans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland fanden den Weg in die Oberpfalz. Die Anreise, die in den weiter zurückliegenden Jahren zu Rückstauungen und auch immer wieder zu deutlich spürbaren regionalen Verkehrsbehinderungen geführt hatte, gestaltete sich wie bereits letztes Jahr problemlos, teilt die Polizei mit. Die Witterungsbedingungen waren durch einen regnerischen Freitagabend und einen kühlen Samstag nicht ganz optimal für ein Open-Air-Festival. Im Vergleich zu den zurückliegenden acht Jahren kam es auch dieses Jahr wieder zu einigen Ordnungs- und Sicherheitsstörungen, heißt es weiter. Delikte, die bei derartigen Veranstaltungen auf der Tagesordnung stehen, mussten von der Polizei bearbeitet werden. Hauptursache für diese Taten, wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Diebstähle war wie sooft der übermäßige Alkoholkonsum. Aber auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz wurden beanstandet.

  • Schwerpunkte:

    Besonderes Augenmerk galt, nach den Erfahrungen im Jahr 2016, der Verhinderung des äußerst gefährlichen Abbrennens „bengalischer Fackeln“ in der Menschenmenge vor der Bühne. Am Freitagabend wurde dort eine Fackel entzündet. Nach dem Löschen mit Sand konnte die verantwortliche Person festgenommen werden. Während des Auftritts der vorletzten Band am Samstagabend kam es, wie befürchtet und trotz aller Vorkehrungen, zur Zündung mehrerer bengalischer Fackeln. Die Musik wurde unterbrochen, der Auftritt der Band beendet. Auch diese acht Verursacher werden angezeigt. Alle Personen, die sich nicht an die Regeln hielten, mussten das Festivalgelände, begleitet von Angehörigen des Sicherheitsdienstes, sofort verlassen. Mit Bezug auf den Besucherrückgang, die viertägige Veranstaltungsdauer und den durchwegs hohen Alkoholisierungsgrad der Teilnehmer ist laut Polizei die Zahl der straf- und ordnungsrechtlich relevanten Auffälligkeiten in diesem Jahr niedriger als die Jahre zuvor. Während der Abreise der Festivalteilnehmer kam es im Laufe des Sonntags zu keinen nennenswerten Verkehrsbehinderungen. Die Umwandlung des Festivalgeländes zum ursprünglichen Reitsportgelände wird sicherlich noch einige Tage in Anspruch nehmen, heißt es.

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