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Region Amberg
Samstag, 25. November 2017 7

Entwicklung

Auf der Suche nach Gewerbeflächen

Nachverdichtung und die Revitalisierung von Brachen sieht die Amberger CSU als Chance für expansionswillige Unternehmen.
Von Gerd Spies

Zurzeit Parkraum, potenzielles Gewerbegebiet für Dienstleistungen: das Areal an der Schlachthausstraße Foto: Spies

Amberg.Gleich an zwei Orten beschäftigte sich Anfang dieser Woche die CSU-Stadtratsfraktion mit einem für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wichtigen Thema: der Bereitstellung von Gewerbeflächen. Im Industriegebiet Nord und an der Schlachthausstraße machten sich die Stadträte Gedanken, wie standortnahe Expansionsmöglichkeiten geschaffen werden könnten. Fachmännischen Rat holten sie sich von Karlheinz Brandelik von der Amberger Gewerbebau und Elisa Puchner vom städtischen Baureferat.

„Es darf unter keinen Umständen passieren, dass Unternehmen uns den Rücken kehren, weil sie nicht genügend Expansionsflächen haben“, gab Fraktionschef Dieter Mußemann gleich die Marschrichtung vor. Gerade in einer Zeit, in der die beiden Amberger Groß-Unternehmer Siemens und Grammer über Stellenabbau nachdenken würden, müsse man sich verstärkt um die mittelständischen Betriebe kümmern. Und unter diesen gibt es laut Mußemann in Amberg viele Weltmarktführer und „Hidden Champions“, die ihre Produktionsstätten erweitern wollen. Allein im Industriegebiet Nord würden vier konkrete Anträge von expansionswilligen Unternehmen vorliegen, erklärte Brandelik.

Enorme Kosten einsparen

Karlheinz Brandelik von der Amberger Gewerbebau (rechts) und Elisa Puchner vom Baureferat (links) zeigen den CSU-Stadträten anhand des Bauplans mögliche Flächen zur Nahverdichtung im Industriegebiet Nord auf. Foto: Spies

Revitalisierung von Brache und Nahverdichtung: Diese beiden Möglichkeiten zur Gewinnung neuer Gewerbeflächen sieht Mußemann als Gebot der Stunde. Im Industriegebiet Immenstetten sei der Weg der Nachverdichtung realisierbar und sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll.

Es gebe hier schmale Waldzonen, die aber ökologisch ohne Bedeutung seien. 25 000 Quadratmeter Fläche könne man so auf diese Weise gewinnen. Man spare sich damit die enormen Kosten, die bei der Erschließung eines neuen Gewerbegebiets anfallen würden.

Allerdings müsste nicht nur die Bauleitplanung, sondern das gesamte Areal auch technisch überarbeitet werden, erklärte Elisa Puchner, die zuständige Leiterin des Stadtplanungsamts. Die Kanäle arbeiteten heute schon am Anschlag.

Ideen für Gelände an der Schlachthausstraße

Aufgrund der Anfragen von vier Firmen nach Erweiterungsflächen in diesem Industriegebiet sei jetzt dringender Handlungsbedarf gegeben. „Wir müssen sicherstellen, dass sich die Firmen entwickeln können“, erklärte der Gewerbebau-Chef. Schließlich sei die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle der Kommune, ohne die die enormen Investitionen im Bildungs- und Sozialbereich nicht möglich wären. „Eine Stadt kann nur dann eine soziale Stadt sein, wenn sie wirtschaftlichen Erfolg hat“, betonte Mußemann.

Revitalisierung von Brache heißt das Schlagwort für die 6000 Quadratmeter große, hochwertige nutzbare Fläche zwischen der Regensburger Straße und der Schlachthausstraße gegenüber dem neuen Bürgerspital. Auf das Areal, das zurzeit als Parkfläche dient, habe bereits ein Nahversorger ein Auge geworfen, der von der Sandstraße hierher umsiedeln will, hieß es. Außerdem brauche das nahe gelegene Amberger Unternehmen DEPRAG, laut Brandelik Weltmarktführer in Sachen Pressluftmaschinen, weitere Expansionsflächen.

Stichwort: ISEK

  • Der Konzeptentwickler

    Das Büro Dragomir Stadtplanung GmbH mit Sitz in München hat den Auftrag, ein Entwicklungskonzept für die Stadt Amberg zu erarbeiten, ein sogenanntes „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (SEK)“.

  • Die Themen

    In dem staatlich geförderten Projekt werden die Fachbereiche Stadt- und Landschaftsplanung, Wirtschaftsgeografie und Verkehrsplanung für das gesamte Stadtgebiet ausgearbeitet. Diese Ergebnisse dienen dann als Handlungsleitfaden für die politischen Entscheidungsträger. (age)

Innenstadt hat höchste Priorität

Es werde aber, zumindest für die Bauphase des neuen Parkdecks, auch Parkraum hier benötigt, erklärte Oberbürgermeister Michael Cerny. Und der Deutschen Bahn müsste hier ebenfalls Fläche zur Verfügung gestellt werden, wenn der Neubau der Eisenbahnbrücke angegangen wird.

Wie am Ende die Nutzung des sehr verkehrsgünstig am Rand der Altstadt gelegenen Areals auszusehen hat, müsste in enger Abstimmung mit ISEK, dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungs-Konzept, geplant werden. Denn über eines waren sich alle CSU-Stadträte einig: Die Amberger Innenstadt hat bei der Stadtentwicklung die höchste Priorität.

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