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Region Amberg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 3

Kultur

Bayerisches Kabarett traf den Lachnerv

Bei der Amberger Lachnacht gab es mit Stefan Kröll und der Lach- und Schießgesellschaft ein durchaus kontrastreiches Angebot.
Von Andreas Brückmann

Stefan Kröll begeisterte das Amberger Publikum mit bayerischem Humor bei der Lachnacht im Stadttheater. Fotos: Brückmann

Amberg.Kontrastreicher hätte es nicht sein können, das Programm der diesjährigen Amberger Lachnacht. Bei der siebten Auflage der Benefizveranstaltung im Amberger Stadttheater traf mit Stefan Kröll original bodenständiges, bayerisches Mundartkabarett auf ein mit tiefsinnig-humoristischem Hintergrund dargebotenes Programm des Ensembles der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Kröll war kurzfristig für die erkrankte Constanze Lindner eingesprungen – aber er war mehr als „nur“ ein Ersatz, war mindestens ebenbürtig. Mit viel Ironie über sich und die bayerische Kultur im Vergleich von Großstädtern und der Landbevölkerung traf er mit seinem Programm „Gruam: Bayern von unten“ genau den Lachnerv des Amberger Publikums.

Publikum fühlte sich angesprochen

Da ging es um die Ingwertisierung von München – „Brauchst nur mal dem Schuhbeck in die Augen schauen, so groß wie die sind vor lauter Ingwerkochen“ –, um die Sprache selbst – „Kim, foa ma hoam. Ach, ihre Tochter heißt auch Kim?“ – oder auch um die Erziehung: „Kennst die, die Kinder, die selbst im Kreis immer vorn sitzen wollen?“

Stefan Kröll überzeugte vollends mit seinem einstündigen Programm. Viel Applaus zollte dem Gast aus Oberbayern das Amberger Publikum – das sich übrigens öfter auch selbst angesprochen fühlte. Zum Beispiel beim Lied über die Treue der Fans zum TSV 1860 München. „Einmal Löwe, immer Löwe“ ertönte es da aus dem Publikum. Überrascht grinsend stimmte Kröll zu: „Stimmt. Aber wir sind hier fei kein Mitmachtheater, gell.“

Wortakrobatik und Schauspiel

Das Ensembles der Münchner Lach- und Schießgesellschaft bot tiefsinnig hintergründigen Humor.

Tiefsinnig wurde es nach der Pause mit dem Ensemble der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Caroline Ebner, Norbert Bürger, Sebastian Rüger und Frank Smilgies stellten gleich zu Beginn die Frage, wer wir sind, was wir waren. Mit viel Wortakrobatik sinnierten sie in ihren Reimen und präsentierten dies auch schauspielerisch perfekt. Nur der Funke sprang dabei nicht wirklich richtig auf das Publikum über. Die Integration politischer Themen auf humorvolle Art war ein großer Bestandteil des einstündigen Programms, das von Akt zu Akt mit einer kleinen Musikeinlage verbunden wurde.

Wortspiele bekannter Schlagzeilen, zunächst vorgetragen, danach bunt durcheinandergewürfelt. Oder auch die weit fließenden Gedanken eines Babys, während sich die Eltern streiten und sein angeblich sinnloses Blabla immer mit dem Schnuller beendeten. Oder die Suche zweier angetrunkener Feriengäste, die am Nachtstrand in Griechenland nach ihrem Kumpel suchen und über angespülte Flüchtlinge stolpern.

Humoristisch ja, schauspielerisch sehr gut, am Ende mit Beifall vom Publikum bedacht. Aber zahlreiche Besucher verließen, nachdem das letzte Wort auf der Bühne gesprochen war, schon das Stadttheater.

Das kontrastreiche Programm der Lachnacht hat sich trotzdem gelohnt. Das Stadttheater war zwar nicht ausverkauft, aber bestens besucht. Und alle Einnahmen werden auch in diesem Jahr wieder von der Gewerbebau Amberg an verschiedene soziale Einrichtungen gespendet. (ahk)

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