mz_logo

Region Amberg
Donnerstag, 21. September 2017 16° 3

Brauchtum

Beim Austanzen wurde es richtig eng

Die Tänze der 22 Mendorferbucher Kirwapaare wollten Hunderte sehen. In den flotten Gstanzln haben sie manchen ausgesungen.

„In Bouch herauß is Kirwa“ hieß es am Wochenende in Mendorferbuch. 22 Paare tanzten heuer den Baum aus. Foto: abp

Hohenburg.Oh Kirwa, louh niat naou! Kein Wochenende im Jahr prägt das gesellschaftliche Leben im Dorf mehr als das Kirchweihfest. Vier Tage, vom Freitag bis zum Montag, drehten nicht nur die jungen Leute das Kirwakarussell am vergangenen Wochenende im Dorf. 22 fesche Kirchweihpaare haben heuer in Mendorferbuch den Kirchweihbaum ausgetanzt. Dass es da ganz schön eng im Hof vom „Wirts-Schore“, also im Hof von Georg Reis, zugeht, ist normal: Der große Zuspruch der Bevölkerung ist immer auch Anerkennung für den hohen Stellenwert des Festes im Jahreskreis.

Bereits am Freitagnachmittag hatte man den Kirwabaum aus dem Wald des Sponsoren ins Dorf gebracht und in einer „Nachtschicht“ geschält, verziert und kirwamäßig hergerichtet. Da gehörte natürlich auch die Kirwabaumwache mit dazu, damit nichts Außergewöhnliches passiert.

Das Dorf hält zusammen

Mit viel Unterstützung aus der Dorfgemeinschaft wurde der Baum am Samstagnachmittag aufgestellt, der nun als Zeichen der Dorfkirchweih in den nächsten Wochen bis zur Allerweltskirchweih weithin über den Dächern zu sehen ist. Zur Kirchweih im Dorf gehört natürlich ebenso der sonntägliche Kirchgang, auch wenn es für den einen oder anderen noch mitten in der Nacht gewesen ist.

Das Kirwafest zeigt nicht nur den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, sondern es ist auch Treffpunkt für viele Gäste aus der Umgebung und benachbarte Kirchweihgesellschaften. Vor allem am Sonntag: 22 Paare haben heuer zu den Klängen der „Bouchdna Kirwamusi“, die 1:1 mit der Gruppe „Wöidarawöll“ identisch ist, den Baum ausgetanzt. Einstudiert haben die jungen Leute heuer die Sternpolka, einen reschen Boarischen, einen Zwiefachen, den Etzelwanger, einen Plattler, Walzer, Dreher und natürlich das Mühlradl, dass sich auch hoch droben im Jura im Wirtshof trotz Windstille drehte.

Neues Oberkirwapaar ermittelt

Lena Kopp und Martin Delling sind das neue Oberkirchweihpaar in Mendorferbuch. Foto: abp

Richtig eng war es im Hof, denn schließlich wollten mehrere hundert Gäste beim großen Spektakel mit dabei sein. Gespannt waren alle auch, wer wohl das neue Oberkirchweihpaar werden wird. Beim Austanzwalzer fiel das „Glückslos“ auf Lena Kopp und Martin Delling, die das Amt von Franziska Hofmann und Florian Schießl übernehmen.

Dass das Schnoderhüpfl-Tablett wieder randvoll bepackt war, gehörte auch heuer wieder mit dazu. „Da sind wir immer richtig neugierig, was heuer so alles von den jungen Leute breitgetreten wird und welchen Nachbarn in die Kirwasuppe gespuckt wird“, hörte man aus den Zuschauern.

Da wurde von der weitangereisten Spitzenband erzählt und die Egelsheimer Kirwa als Ableger der Mendorferbucher Kirwapaare in ein paar Wochen angepriesen. Der lange Heimweg vom Bratwürstlfest und die rasante Bobby-Car-Fahrt wurden breitgetreten. Das Watterturnier wurde in einer Neuauflage unter dem Kirwabaum noch einmal gespielt und die Geschichte des Partylöwen im Dorf kennen jetzt auch alle Kirwagäste.

Kirwabaum

  • Verlosung

    Zur Kirwa gehört auch die Baumverlosung. Den Mendorferbucher Kirwabaum hat heuer Lukas Dechant aus Heimhof bei der Verlosung gewonnen.

  • Versteigerung

    Mit nach Hause nehmen werden den Baum allerdings die Riedener Kirchweihpaare nach einer ausgiebigen Versteigerung. (abp)

Viele bekamen ihr Fett weg

Die verlorene Hinterachse des Ladewagens wurde wieder angeschraubt und die Geschichte des auf den Hund gekommenen Drittwagens kam als zünftiges Schnoderhüpfl heraus. Die Schönheit mancher Lederhose wurde angepriesen und der Hohenburger Kirwabaum rundum mit der Taschenlampe beleuchtet. Da wurde das Freundschaftsbett ausgesungen und so mancher Saukopf gemeinsam abgefieselt.

Man konnte die eingepressten Hohenburger Leberwürste probieren und selbst der ausgegangene „Stoff“ des nächtlichen Zechers im Nachbardorf Allertshofen wurde nachgefüllt. Neben den Schmidmühlnern bekamen natürlich auch die Hohenburger traditionell einige Querschläge in den Gstanzln ab, die sich aber letztlich alle in Wohlgefallen auflösten und durch die gut nachbarschaftlichen Beziehungen bei einem Besuch in der Bar aus der Welt geschafft wurden.(abp)

Mehr aus der Region Amberg-Sulzbach/Amberg finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht