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Region Amberg
Mittwoch, 17. Januar 2018 11

Militär

Brigade freut sich auf Cham

Die „Zwölfer“ haben ihre letzte Weihnachtsfeier in Amberg abgehalten: Im März steht der Umzug nach Cham an.
Von Paul Böhm

Das Bläserquintett des Reservistenmusikzuges „Oberpfalz“ spielte adventliche Musikstücke. Foto: Böhm

Amberg.Eine derartige militärische Bilanz zum Jahresende hin wird es wohl künftig in Amberg nicht mehr geben. Am 6. März 2018 wird sich die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ endgültig mit dem großen Zapfenstreich auf dem Amberger Marktplatz in Richtung Cham verabschieden. Etwa 340 Soldatinnen und Soldaten aus dem Brigadekommando werden dann ihren Dienst von Cham aus versehen.

Damit geht in Amberg eine mehr als 300-jährige Geschichte als Garnisonsstadt zu Ende. In direkter Nachbarschaft werden das Logistikbataillon 472 und andere Dienststellen in Kümmersbruck die Truppenfahne hochhalten. „Wir Soldaten der Panzerbrigade 12 schauen nun nach vorn und freuen uns auf unseren neuen Standort“, sagte Brigadegeneral Jörg Torsten See anlässlich der Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltung beim 4. und wohl auch letzten Weihnachtsmarkt in den Mauern der altehrwürdigen Leopoldkaserne.

Small Talk beim Weihnachtsmerkt in der Leopoldkaserne. Von links: Brigadegeneral Jörg Thorsten See, die beiden Militärgeistlchen Siegfried Nagel und Alexander Prosche sowie der Amberger Bürgermeister Martin Preuß Foto: Böhm

Gedanken zum Advent haben die beiden Militärgeistlichen Alexander Prosche und Siegfried Nagel vorgetragen. Gleich hinter dem Offizierskasino gab es nicht nur herzhafte Currywurst und duftenden Glühwein, sondern auch manche von Wehmut bestimmte Unterhaltung in der festlich beleuchteten Budenstadt.

In seiner Eigenschaft als Hausherr und verantwortlicher Kommandeur begrüßte Brigadegeneral See neben den Kommandeuren und Vertretern aus den Verbänden seiner Brigade zahlreiche Bürgermeister, darunter auch 2. Bürgermeister Martin Preuß von der Stadt Amberg und den 3. Bürgermeister der Stadt Cham Josef Blaha, samt einem treuen Kreis aus Behördenvertretern, Wirtschaft und Ehemaligen.

Einsätze in Mali und im Nordirak

Brigadegeneral Jörg Thoeresen See: Die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ ist mit den in 2017 erbrachten Leistungen und der in 2018 anstehenden Herausforderungen ein fester Bestandteil deutscher Sicherheitsvorsorge und Bündnissolodarität. Foto: Böhm

In der Panzerbrigade 12 ist der Einsatz allgegenwärtig und er wird es bleiben – die erste Priorität, so der Kommandeur. 2017 zählte die Brigade rund 1100 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz und vergleichbaren Verpflichtungen. Dazu gehören Mali, der Kosovo, Resolut Support und Litauen; aber auch der Nordirak oder der Sudan. In Mali seien es derzeit rund 160 Soldaten, überwiegend vom Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung. Sie bilden in Gao die gemischte Aufklärungskompanie.

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2018 werden etwa 450 Soldaten wieder im Kosovo sein, einschließlich des Auftrages der operativen Reserve für den KFOR-Einsatz. „Die Planungen für das Litauenkontingent 2018 laufen bereits mit Hochdruck. Zum Jahresende 2018/19 wird das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd mit 450 bis 500 Soldaten der Brigade für ein halbes Jahr in Litauen stationiert sein“, so der Brigadegeneral.

Blick auf die Politik

  • Die Wahlen

    in den USA, Frankreich, Österreich und Deutschland sind laut Brigadegeneral See „Ereignisse und Entwicklungen, die unmittelbar auf den Rahmen, in dem wir als Streitkräfte, als Brigade operieren, Einfluss nehmen oder vielleicht noch nehmen werden.“

  • Die EU

    habe mit der jüngsten Festlegung auf eine „permanente strukturierte Zusammenarbeit (PESCO)“ einen wichtigen Schritt in Richtung „gemeinsames Europa“ und auch mehr Kooperation zwischen den Streitkräften auf den Weg gebracht, so Brigadegeneral See.

Er berichtete weiter, dass heuer an das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen 30 Schützenpanzer Puma ausgeliefert worden sind. „Ab 2018 werden die Panzergrenadiere in Oberviechtach mit diesem System ausgerüstet.“ Die Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ sei mit den 2017 erbrachten Leistungen und den 2018 anstehenden Herausforderungen ein fester Bestandteil deutscher Sicherheitsvorsorge und Bündnissolidarität und werde als Großverband des Deutschen Heeres diese Verantwortung auch künftig tragen, betonte See.

Bei allen Aufträgen – ob Einsatz, Übung, Ausbildung, national und multinational sowie Not- und Katastrophenhilfen – hätten die „Zwölfer“ immer Professionalität, Mut und Tapferkeit bewiesen, so der Brigadegeneral. „So wie seit Jahrzehnten. Ja, Sie haben Haltung gezeigt!“

60-jährige Geschichte

Mehrere hundert Gäste zählte man beim 4. Weihnachtsmarkt der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ in der Leopoldkaserne. Foto: Böhm

Der Umzug nach Cham bietet nun auch die Chance, die nahezu 60-jährige Geschichte der Panzerbrigade 12 aus Amberg und die Geschichte des Standorts Cham miteinander in der Region zu verknüpfen. „Das sind für mich, für uns alle wert- und traditionsstiftende Elemente. Hier leisten wir als Brigade unseren Beitrag zur Diskussion um die Tradition der Bundeswehr. Wir Soldaten und Soldatinnen der Brigade – und hier schließe ich die Familien ausdrücklich mit ein – können dies alles aber ganz besonders gut leisten, weil wir jeden Tag aufs Neue ein hohes Maß an Wertschätzung durch die Menschen in Ostbayern entgegengebracht bekommen.“ Diese Region gebe der Truppe Halt, Wertschätzung und Vertrauen.

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