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Region Amberg
Dienstag, 12. Dezember 2017 10

Unglück

Brückeneinsturz gibt Rätsel auf

Am 23. Dezember bricht der Übergang zur Vilsinsel Vilswörth bei Rieden plötzlich ein. Sachverständige werden nun die Ursache suchen müssen.
Von Michaela Fichtner

  • Eingestürzt ist die Brücke, die über den Triebwerkskanal zum Hammerschloss auf der Vilsinsel Vilswörth führt. Foto: Popp
  • Die Wasserleitung wird gesichert. Foto: Popp

Rieden-Vilswörth. Noch viele offene Fragen gibt es, nachdem am vierten Adventssonntag die Brücke eingestürzt ist, die über den Triebwerkskanal zur Vilsinsel Vilswörth führt. Dabei wurde auch die Wasserleitung abgerissen, die das Hammerschloss der Familie Merl-Frank und das Anwesen der ebenfalls auf Vilswörth lebenden Familie Huger versorgt.

Wasserversorgung steht wieder

Warum die etwa zweieinhalb Meter breite und rund acht Meter lange Brücke eingestürzt ist, ist noch völlig unklar, so Riedens 1. Bürgermeister Gotthard Färber auf Nachfrage der MZ. Und derzeit auch noch gar nicht klar seien die Besitzverhältnisse; um einen öffentlichen Übergang und damit eine gemeindeeigene Brücke handele es sich jedenfalls nicht. „Eine verzwickte Sache“, meinte der Bürgermeister nur angesichts der vielen Fragen, die dem Vernehmen nach nun auch durch Gutachter geklärt werden müssen.

Sicher aber ist: Wasser haben die auf Vilswörth lebenden Bürger längst wieder. Wie Färber sagte, habe er sich noch am 23. Dezember mit Christian Schneider, dem „Ersatzwasserwart“, vor Ort informiert. Am Heiligen Abend seien dann auch schon die Beschäftigten des gemeindlichen Bauhofs ausgerückt. „Das Wichtigste war, dass die Schlossbesitzer und die Familie Huger so schnell wie möglich wieder Wasser bekamen“, so Färber.

Inzwischen ist oberirdisch eine Art Schlauch verlegt, der dies sicherstellt. Gestern wurde auch noch eine „Heizung“ für diese provisorische Wasserleitung installiert: ein dicker Draht, der am Rohr befestigt ist, mit Strom geheizt und dann samt Leitung nochmals isoliert wird. Dies soll davor schützen, dass die Leitung bei Kälte einfriert, erklärte der Bürgermeister.

Denn: Das Provisorium müsse vorerst so bleiben. Mit der Reparatur der Wasserversorgung könne die dafür zuständige Marktgemeinde überhaupt erst beginnen, wenn die offenen Fragen und damit die weitere Vorgehensweise geklärt seien. Und Bürgermeister Färber geht schon davon aus, dass dies noch einige Zeit dauern könne.

Zwar gibt es über das zweite Anwesen ebenfalls eine Möglichkeit, auf die Vilsinsel Vilswörth zu gelangen, doch laut Färber wurde auch ein Provisorium für den Zugang zum Schloss geschaffen: Über eine Holztreppe kann man von dort die Uferböschung hinabsteigen – und dann eben über die im Kanal liegende Betonbrücke hinüber.

Vor Ort informierte sich am Donnerstag auch Ulrich Bauer, der stellvertretende Leiter des Sachgebiets Wasserrecht am Landratsamt; es ist Genehmigungsbehörde für Triebwerke und wurde eingebunden, da es eben auch um den Triebwerkskanal ging. Ein Bild machte sich dort ebenso der zuständige Flussmeister des Wasserwirtschaftsamts Weiden; während das Landratsamt für die juristischen Aspekte rund um Gewässer zuständig ist, kümmern sich die Fachleute des Wasserwirtschaftsamts als Bauingenieure um die technische Seite.

Keine größere Hochwassergefahr

„Es ist schwierig zu sagen, was die Ursache war“, meinte Abteilungsleiter Günther Michler in Vertretung des WWA-Leiters zu dem Brückeneinsturz. Offensichtlich sei ein Teil des Widerlagers der Brücke eingebrochen; eine Unterspülung, auch als Folge der Regenfälle und des Tauwetters, könnte eine mögliche Ursache sein. Die Fachleute vom Wasserwirtschaftsamt beschäftigte vor allem jedoch die Frage eines möglichen Hochwassers. Eine größere Gefahr schloss Michler da aber aus, zumal der Triebwerksbesitzer die Turbinen abgestellt habe.

Wie Michler machte auch Bauer deutlich, dass man nun die Untersuchungen von Sachverständigen abwarten müsse. Eingeschaltet wird laut Bauer aber auch die Denkmalschutzbehörde am Landratsamt: Unter der Betonbrücke, die vor einigen Jahren gebaut wurde, befand sich nämlich noch die alte Rundbogenbrücke – und diese steht unter Denkmalschutz. Oder stand. Denn von ihr gibt es nun nur noch ein paar klägliche Reste.

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