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Region Amberg
Sonntag, 19. November 2017 11

Parteien

Die SPD kürt Uwe Bergmann als Kandidaten

Der Kreisvorsitzende Amberg-Sulzbach erhält mehr als doppelt so viele Stimmen wie Ambergs Fraktionschefin Birgit Fruth.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Sag es mit Blumen: Kandidatin Birgit Fruth (Amberg) ist gescheitert, Martin Seibert (Amberg) schaut nach vorn, Uwe Bergmann strahlt. Foto: Reichert
  • MdL Reinhold Strobls Abschiedsrede Foto: Reichert
  • Birgit Fruth gratuliert Richard Gaßner, der weiter im Bezirkstag arbeiten will. Foto: Reichert
  • Ehepaar Gaßner, Bender, Schindler, Ehepaar Bergmann, Strobl, Danninger Foto: Reichert
  • MdL Franz Schindler, Bezirksvorsitzender der SPD Foto: Reichert

Gebenbach.Im Gasthaus „Zur Blauen Traube hat die SPD die Weichen für die Wahlen 2018 gestellt. Alle 75 Delegierten waren da, um die Kandidaten für Landtag und Bezirkstag zu küren. Im übervollen Saal leitete MdL und Bezirksvorsitzender Franz Schindler die Stimmkreiskonferenz Wahlkreis 301. Man solle der Regierung zeigen, dass nicht die CSU den Freistaat gegründet hat – „sie wollte 1945 Bayern abgeschafft wissen“. Es waren, so Schindler, Sozialdemokraten, auch bei der Verfassung. Am Anfang hätten Sozialdemokraten Bayern wieder aufgebaut und zu dem geformt, was es heute ist.

Nach nötigen Formalien ging es an die Wahl. Vorgeschlagen waren Birgit Fruth (SPD Amberg) und Uwe Bergmann (SPD Kreis Amberg-Sulzbach. Beide hatten die Möglichkeit, sich mit den politischen Zielen und Aussagen den Delegierten vorzustellen.

Sozialdemokratische Familie hat ihn geprägt

Strahlender Gewinner ist Uwe Bergmann. Foto: Reichert

Uwe Bergmann ist 46, verheiratet, zwei Kinder. Die sozialdemokratische Familie hat ihn geprägt. Er ist Lehrer, seit 1995 ist er Stadtrat in Schnaittenbach, 2. Bürgermeister, seit 2015 Kreisvorsitzender. Wichtig ist ihm gute Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen. Bergmann sagt, er will im Landtag noch mehr für die Region erreichen. Besonders liegen ihm Ausbildung und Arbeitsmarkt am Herzen. Man müsse alles tun, um Schulabgänger und Studenten hier zu halten. Dazu solle 2020, wenn der Länderfinanzausgleich ausläuft, der kommunale Finanzausgleich für ländliche Regionen verstärkt werden. In der Digitalisierung sieht Bergmann dringenden Handlungsbedarf, die CSU habe trotz der Forderung der SPD im Landtag den Zug verschlafen. Digitalisierung sei entgegen der Meinung der Regierung kein einmaliges Investment, sondern Daueraufgabe.

Fruths Förderer ist MdEP Ismail Ertug

Birgit Fruth Foto: Reichert

Birgit Fruth ist 47, verheiratet, zwei Kinder. Seit 1990 arbeitet sie bei einer Krankenkasse. Politisch begann sie als Mitglied der ÖTV – heute ver.di – 1988. Neben langem Engagement im Elternbeirat und in Vereinen ist sie im Stadtrat Amberg, seit 2013 Fraktionsvorsitzende, stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands, stellvertretende Vorsitzende Unterbezirk Amberg/Neumarkt, Beisitzerin ASG. Sie will Mitbürgern und speziell Kindern eine Stimme geben in der Politik. Sie will intensiv dafür sorgen, dass die Arbeitnehmerrechte geschützt und gefördert werden. Ihr Förderer war/ist der Europa-Abgeordnete Ismail Ertug. Sie sagt, die Zusammenarbeit mit der CSU in Amberg sei auch nicht „vergnügungssteuerpflichtig“. Sie will für die Region kämpfen.

Ergebnisse

  • Kandidaten:

    Uwe Bergmann erhält von 75 Delegierten 54 Stimmen, Birgit Fruth 21 Stimmen. Richard Gaßner erhält bei 73 gültigen Stimmen, 69 Ja, 3 Nein und 1 Enthaltung. Dr. Armin Rüger (Sulzbach-Rosenberg) ist einstimmig nominiert (Einverständnis liegt vor. Peter Danninger ist einstimmig nominiert.

  • Delegierte Wahlkreiskonferenz:

    Uwe Bergmann 62 Stimmen, Richard Gaßner 59, Reinhold Strobl 56, Rudolf Bergmann 43, Birgit Fruth 43, Brigitte Netta 43, Isabell Bergmann 39. Ersatzdelegierte: Martin Seibert 33. Günter Sertl 30, Sibylle Kraus 23, Sarah Dobmeier 21. (arr)

Kinder- und Jugendpsychiatrie Thema

Richard Gaßner Foto: Reichert

Für den Bezirkstag wurde erneut Richard Gaßner vorgeschlagen. Er stellte sich trotz seines hohen Bekanntheitsgrades vor. Er ist 66, verheiratet, 40 Jahre SPD, 35 Jahre OV, seit 1983 im Kreisvorstand, seit 22 Jahren Vorstand, 1990 bis 2014 1. Bürgermeister in Kümmersbruck, ab 1990 Kreisrat. Sein Anliegen: Sozialpolitik. Großen Wert legt er auf örtliche Einrichtungen; hier verweist er auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie (Neubau am Klinikum): Da wurden mehrere Millionen Euro investiert. Zudem sind für Gaßner auch die Sanierung des Klosters Michelfeld und die Denkmalpflege in der Maxhütte Anliegen. Es dürfe keinen Stillstand geben, deshalb kandidiere er erneut.

Und dann Reinhold Strobl. Am Ende der Karriere auch im Bundestag dankte er allen, die ihn über lange Jahre „ertragen“ haben. Ihm sei bewusst, dass es nicht immer einfach mit ihm war, – was der Sache wegen zuweilen notwendig gewesen sei. Im Jahr 2016 habe er ganz bewusst seinen Rücktritt eingeleitet. Und jetzt sei es also so weit. Er möchte gerne noch ein paar Jahre mit seiner Frau endlich das machen, was sie beide wollen. Von den Anwesenden erhielt er großen Applaus.

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