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Region Amberg
Mittwoch, 24. Januar 2018 5

Projekt

Die Vereine packen gemeinsam an

Der Backofen im Umfeld des Hammerschlosses Schmidmühlen ist fertiggestellt. Stück für Stück wird das Areal revitalisiert.
Von Josef Popp

Norbert Fischer, Günther Bauer, Johann Mehringer, Josef Fischer, Bürgermeister Peter Braun, Markus Mehringer (von links) sind stolz auf den gemeinsam geschaffenen Backofen. Foto: ajp

Schmidmühlen.Vier plus eins – ein Projekt. So lässt sich die wohl vorerst letzte Baumaßnahme des Marktes Schmidmühlen im Bereich des Hammerschlosses beschreiben. Die Arbeiten im Hammerschlossareal, die derzeit in erster Linie die Sanierung des Schlossstadels umfassen werden, schreiten sukzessive und im Zeitplan voran. Sie werden wohl im Spätsommer nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Nun konnte ein weiteres, wenn auch zugegeben ein kleines, aber nicht weniger arbeitsintensives Projekt zum Abschluss gebracht werden. Vier Vereine, der Heimat- und Volkstrachtenverein, der Verein der Maurer und Zimmerer, die Blaskapelle St. Ägidius und der Imkerverein, haben einen Backofen gebaut. Mit im Boot war natürlich der Markt Schmidmühlen.

Heimat für viele Vereine

Fleißig waren viele Helfer, um den Backofen errichten zu können. Foto: ajp

Stück für Stück wurde und wird das Hammerschlossareal mit dem Hammerschloss als Zentrum wieder neu erschlossen, „revitalisiert“, wie Bürgermeister Peter Braun bei der ersten Feuerprobe betonte. Mittlerweile haben dort die Blaskapelle St. Ägidius, der Trachtenverein, das Faschingskomitee, der Kulturverein, der Verein der Maurer und Zimmerer, die Imker (im Vereinsstadel) oder die Pfarrei mit einigen Räumen im Hammerschloss und auch die Reservistenkameradschaft eine Heimat gefunden – und sei es nur mit einer Unterstellmöglichkeit für Vereinsutensilien.

Als weiteres Objekt kam nun der Backofen hinzu, den Markus Mehringer vorstellte. Dabei handelt es sich um einen indirekten Backofen: Er wird von unten befeuert und darüber wird gebacken. Die Grundmaße des Ofens sind 4,5 x 2,5 Meter, der Backraum selbst ist 0, 90 x 1,70 Meter groß. Bereits im Sommer wurde mit den Arbeiten begonnen. Auch wenn es nur ein „kleines“ Gebäude ist, ein Backofen muss „wachsen“. Viele Facharbeiter- und Helferhände waren notwendig. Mit Josef Fischer (Ofenbauer), Norbert Fischer und Johann Mehringer sowie Günther Bauer hatte man die richtigen, fachlich versierten und erfahrenen Fachleute, die bestens unterstützt wurden von den Helfern von den Vereinen. Nur so konnte das Projekt auch gelingen.

Die Arbeit war aufwändig

Markus Mehringer zeigt es: Die Ausrüstung zum Backen wurde auch schon angeschafft. Foto: ajp

Markus Mehringer wies auch noch besonders auf dies hin: Eingedeckt wurde mit den Biberschwanztaschen vom alten Fochtnerstodl. Dazu wurde ein altdeutscher Kamin erstellt. Die spezielle Schalung hat Günther Bauer angefertigt. Der Backofen selbst ist mit einer Betonbodenplatte grundgelegt, das Außenmauerwerk besteht aus Ziegeln, im Inneren sind Schamottsteine eingebaut. Für die Feuerstelle wurde ein feuerfester Beton verwendet, in der Unterseite des Backraums wurden ebenfalls Schamottplatten verlegt.

Für den Backraum wurde eine eigene Schalung gefertigt und mit acht, einzeln angefertigten Bögen aus feuerfestem Beton betoniert und dann versetzt. Die Bögen wurden anschließend mit Isolierung verkleidet, mit Alufolie eingewickelt, mit Dämmbeton betoniert, darüber wurde Sand gefüllt, damit die Wärme im Backofen bleibt. Auf die Mauer wurde danach der Dachstuhl aufgesetzt, die Vorderseite wurde mit Klinkern verkleidet.

Das Hammerschlossareal

  • Backofen

    Viele Helfer aus den beteiligten Vereinen (Trachtenverein, Imkerverein, Blaskapelle, Zunftverein) und Fachleute haben seit dem Sommer mit angepackt, damit der Backofen im Umfeld des Hammerschlosses gebaut werden konnte.

  • Vereinsstadel

    Ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt von Trachtlern, Imkern, der Blaskapelle und dem Verein der Maurer und Zimmerer ist der neue Stadel. Er hilft, die umfassende Ausrüstung und Geräte der Vereine sicher und trocken unterzubringen.

  • Schlossstadel

    Der Schlossstadel wird derzeit mit einem Aufwand von 1,5 Millionen Euro saniert. Das Gebäude wird künftig als Veranstaltungsraum genutzt – dafür haben sich die Bürger beim Bürgerentscheid 2015 ausgesprochen. Ende 2018 soll das Projekt fertiggestellt sein.

  • Hammerschloss

    Das Hammerschloss selbst und das sich anschließende Rosendorfanwesen mit dem Torbogen wurden bereits in den Jahren 2001 bis 2004 grundlegend saniert. Das Schloss wird seitdem für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt, vor allem von Gemeinde und Pfarrei.

Die Feuerprobe ist gelungen

Der Backofen wird von unten befeuert. Foto: ajp

Mit großer Spannung wurde der Inbetriebnahme entgegengefiebert, denn der Ofen musste 72 Stunden lang langsam auf eine Temperatur von 500 Grad angeheizt werden. Wichtig war, dass das Feuer nie ausging. Entsprechend freuten sich alle, als diese Premiere pannenfrei verlief. Aber etwas anderes hatten die Beteiligten auch nicht erwartet.

Jetzt will man noch den Winter und die Bauarbeiten im Bereich des Schlosstadels abwarten. Dann gibt es eine Premiere: Am 10. Juni, so Gerald Stauber, der Vorsitzende des Trachtenvereins, werden die Trachtler und der Verein der Maurer und Zimmerer ein großes Backofenfest feiern – zusammen mit der Bevölkerung. Natürlich mit schmackhaftem Essen aus dem Backofen. Was es sein wird, verrät der Trachtenvorsitzende noch nicht. Aber er rät, sich diesen Termin auf jeden Fall schon vorzumerken.

Die vier beim Backofenbau beteiligten Vereine haben auch gemeinsam einen Vereinsstadel erstellt, um ihre Ausrüstungen und Geräte unterbringen zu können.

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