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Region Amberg
Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Kirche

Ein Festtag für Hofstetten steht an

Gefeiert wird das Patrozinium der Kirche St. Martin. Im 17. Jahrhundert stand es noch schlimm um das Gotteshaus.

•Blick in die Kirche St. Martin in Hofstetten Foto: Archiv abl

Ensdorf.Am Sonntag, 12. November, feiert Hofstetten Kirchweih. In der Kirche St. Martin wird um 9. 30 Uhr ein festlicher Patroziniumsgottesdienst für die Verstorbenen des Dorfes zelebriert. Die weltliche Kirwa schließt sich im Gasthof Graf an.

Das genaue Alter der Kirche St. Martin in Hofstetten ist nicht zu ermitteln. Aber schon 1645 wird über sie berichtet – damals wenig Rühmliches. Der Pfleger Lemming aus Amberg beklagte gegenüber dem Klosterrichter Teuscher aus Ensdorf den schlechten Zustand des Gotteshauses: Es gebe keinen Schlüssel zur Kirchentür, keine Glocke, kein Gestühl, der Altar sei zerbrochen, das Dach kaputt – er sprach sogar von einem „Schweinestall“.

Wahrscheinlich wurde die Kirche bald darauf gründlich renoviert, wenn nicht gar neu errichtet. Eine erhaltene Bodenplatte datiert aus dem Jahr 1664. Auch die Bauform lässt darauf schließen, dass die jetzige Kirche damals erbaut wurde; zudem wird der bekannte Pater Odilo Schreger vom Kloster Ensdorf 1731 als Pfarrvikar von Hofstetten genannt. Er war mit der Ausbesserung des Chores beschäftigt, der vom Einsturz bedroht war.

Die Säkularisation überstand das Gotteshaus, weil es als Filialkirche galt. 1812 drohte der Kirche der Entzug von Zuschüssen, obwohl der Staat dazu verpflichtet war, da er das Vermögen des Klosters Ensdorf eingezogen hatte. Von 1829 bis 1858 erhielt die Kirche aber aus der Staatskasse einen jährlichen Zuschuss, weil sie als ehemaliges „Zubehör“ zum Kloster Ensdorf Ansprüche darauf hatte. 1869 haben staatliche Behörden die Notwendigkeit der Kirche bestritten, was wohl auf die Ablehnung der Baulast zielte – aber dies hatte keinen Erfolg.

Mehrmals waren damals Bauschäden zu beheben, besonders am Dach. 1869 wurde an der Frontseite ein kleiner Glockenturm aufgesetzt. Auch die Innenausstattung wurde ergänzt und ständig verbessert. Die 1792 gegossene Glocke ertönt heute noch, obwohl sie im Zweiten Weltkrieg zum Einschmelzen beschlagnahmt worden war. Sie konnte 1947 wieder zurückgeholt werden. Seit 1817 schmückt ein Bild des Patrons St. Martin das Gotteshaus. 1887 wurde ein Kreuzweg angebracht, 1895 von Schreiner Hiltner aus Ensdorf die sehr wertvolle Kassettendecke. 1914 setzte man zwei bunte Glasfenster im Altarraum ein, der 1970/80 neu gestaltet wurde. 2002 gab es eine umfassende Sanierung der Kirche.

Den Innenraum beherrschen das Nothelferbild vom Eggenberg und ein Martinsbild; von der Decke schwebt eine Rosenkranzmadonna herab. Die Kanzel mit den vier Evangelisten und ihren Symbolen sowie das Bild des hl. Florian vervollständigen die Innenausstattung. Das Bild des hl. Benedikt und seine Schwester, der hl. Scholastika, halten die Erinnerung an die Zeit wach als Hofstetten zum Benediktinerkloster Ensdorf gehörte. (abl)

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