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Region Amberg
Samstag, 17. Februar 2018 10

Neujahrsempfang

Ein flammender Appell für Europa

Neben den Aufgaben für das Amberg-Sulzbacher Land betonte Landrat Reisinger vor allem das friedliche Miteinander in Europa.
Von Michaela Fichtner

Große Herzlichkeit prägte das Defilee beim Neujahrsempfang – wie hier bei Landrat Richard Reisinger mit Kastls Bürgermeister Stefan Braun. Foto: Babl

Amberg.Schallendes Lachen erfüllte den König-Ruprecht-Saal, als Landrat Richard Reisinger augenzwinkernd beschrieb, wie ein typisches Jubiläum im Landkreis abläuft – das kurzweilige sommerliche Sonntagsprogramm von Kommunalpolitikern eben. Das kam nicht von ungefähr, denn auch er feierte ein Jubiläum: seinen zehnten Neujahrsempfang.

Das Stiber-Fähnlein Sulzbach-Rosenberg mit Präsidentin Tanja Weiß und König Ruprecht (Michael Koller) dürfen beim Neujahrsempfang des Landkreises als Begleitung von Landrat Richard Reisinger nicht fehlen. Foto: Babl

Unverzichtbar dabei: das große Defilee, eingerahmt vom Stiber-Fähnlein Sulzbach-Rosenberg und König Ruprecht mit seinem Gefolge. Hunderte von Händen haben Landrat Reisinger sowie seine Stellvertreter Franz Birkl, Brigitte Bachmann und Martin Weiß am Freitag im Landratsamt Amberg-Sulzbach geschüttelt. Mit ehrlicher Herzlichkeit haben sie allen gute Wünsche ausgesprochen, hochrangigen Vertretern von Politik, Behörden, Kirchen und Wirtschaft ebenso wie all den Ehrenamtlichen, die sich im Kreis und für dessen Menschen in vielfältiger Weise engagieren.

Nicht enden wollender Applaus

Gute Wünsche und neue Ideen: Landrat Richard Reisinger mit Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald Foto: Babl

„So richtig austoben und ausleben“ könne er sich beim Neujahrsempfang des Landkreises, bekannte Reisinger schmunzelnd, womit er darauf anspielte, dass er seine Grußworte auf oft nur drei bis vier Sätze beschränke. Und er verriet seinen Gästen auch, was eine Besucherin des letztjährigen Empfangs zu ihm gesagt habe: „Ihnen würde ich gerne länger zuhören!“ Der nicht enden wollende Applaus am Ende von Reisingers Rede bewies, dass die Zuhörer diese Meinung teilten. Und wären die vielen Menschen nicht sowieso schon im Saal gestanden, hätten sie die Worte des Landrats wohl mit Standing Ovations gewürdigt.

Humorvoll, wie von Richard Reisinger gewohnt, war seine Rede, mit persönlichen Bekenntnissen, inspirierenden Zitaten und schelmischen Randbemerkungen gewürzt. Natürlich gehörte dazu auch der Blick auf Höhepunkte 2017 wie die Tagung des Bayerischen Kabinetts mit ermutigenden Impulsen oder die Landessynode der evangelischen Kirche.

Mehr Impressionen vom Neujahrsempfang des Landkreises Amberg-Sulzbach finden Sie hier in unserer Bilderstrecke!

Neujahrsempfang des Landkreises Amberg-Sulzbach

Situation im Landkreis ist gut

Der Landrat verhehlte aber auch seinen Stolz nicht über die gute Situation im Amberg-Sulzbacher Land: Den Rekordtiefstand von 2,4 Prozent bei der Arbeitslosenquote und den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse auf 28.223 (Stand 30. Juni 2017) hob er vor allem hervor – und dankte im gleichen Atemzug den Bürgern, ob es nun die Unternehmer sind oder die Arbeiter, die ihren Beitrag zu diesem Wohlstand leisten. Aber er vergaß dabei auch die Menschen nicht, bei denen „Einkommen und Rente nicht für ein gesellschaftlich-inklusives Leben“ reichen. Da Besserungen herbeizuführen, sei die große Herausforderung für die Politik – vor allem des Bundes, denn die kommunale Ebene allein sei da überfordert, gestand Reisinger ein.

Rund um den Neujahrsempfang

  • Gäste

    Hunderte von Gästen kamen wieder zum Neujahrsempfang des Landkreises in den König-Ruprecht-Saal – aus Politik, Kirchen, Bildung, Behörden und Wirtschaft, aus Vereinen und Verbänden, ebenso viele, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen.

  • Historische Gruppen

    Nicht fehlen dürfen beim Neujahrsempfang des Landkreises das Stiber-Fähnlein Sulzbach-Rosenberg mit Präsidentin Tanja Weiß, quasi die Leibgarde von Landrat Richard Reisinger, sowie König Ruprecht (Michael Koller) und sein Gefolge.

  • Kulinarisches

    Verwöhnt wurden die Besucher wieder vom Team des St. Anna Krankenhauses Sulzbach-Rosenberg um Chefkoch Andreas Gallner: mit Wildrahmsuppe, Zander, Kalb und Rind mit feinen Beilagen, oder auch vegetarischem Asiagemüse – und als Dessert mit leckerem Strudel.

  • Begegnung

    Der Neujahrsempfang war natürlich für die vielen Gäste wieder eine willkommene Gelegenheit, sich auszutauschen, vielleicht auch gleich gemeinsam Neues zu planen. Nach dem offiziellen Teil blieben viele noch lange im König-Ruprecht-Saal für angeregte Gespräche.

Klare Worte zu den Krankenhäusern

Ambergs Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer (rechts) mit Stellvertretendem Landrat Franz Birkl und stellvertretender Landrätin Brigitte Bachmann (von links) Foto: Babl

Viel aber könne der Landkreis tun – und tut er auch für seine Bürger: Der Landrat nannte Investitionen ins Kreisstraßennetz und in die Bildungslandschaft mit millionenschweren Sanierungen von Schulen, die Unterstützung von nachhaltigen Lebensprozessen und von regenerativer Energienutzung. Oder die engagierte Arbeit von verschiedenen Bündnissen, von Regionalentwicklung über Inklusion bis zu Integration und Migration, um „Neuzugewanderten die Chancen zur dauerhaften Eingliederung in die Gesellschaft“ zu ermöglichen. „Auch dieses Jahr muss niemand im Landkreis vor Überfremdung Angst haben“, machte Reisinger deutlich.

Klare Worte fand er auch zu den Krankenhäusern in Sulzbach-Rosenberg, wo die große Generalsanierung läuft, und Auerbach als wichtigem Bestandteil der medizinischen Grundversorgung der Landkreisbürger. Ambergs OB Michael Cerny wird da besonders genau hingehört haben. Einer Fusion mit Amberg erteilte der Landrat erneut eine unmissverständliche Absage.

Verbindung wichtiger denn je

Kulinarische Genüsse hatte das Team des St. Anna Krankenhauses wieder bereit. Foto: Babl

Vor allem aber stellte Richard Reisinger Europa in den Mittelpunkt seiner Rede – es war ein flammender Appell für den europäischen Gedanken des Miteinanders, gegen nationalistische Bestrebungen und das Aufkündigen des solidarischen Prinzips. 2017 hat der Landkreis das 50-jährige Bestehen der Partnerschaften mit dem Canton Maintenon in Frankreich und dem schottischen District Argyll & Bute gefeiert – beide Freundschaften sind gelebter europäischer Gedanke.

Gerade mit Blick auf die deutsch-französische Freundschaft betonte der Landrat, Worte aus dem Festakt zitierend: Das Anliegen, die beiden Völker in Freundschaft zu verbinden, sei hochaktuell und dringlicher denn je. Und er erinnerte auch an seine tief beeindruckende Begegnung mit dem französischen Staatspräsidenten Macron: „Er verkörpert die ernsthafte und glaubhafte Bereitschaft zu einem starken deutsch-französischen Tandem in einem hoffentlich bald wieder solidarischen Europa“, sagte Richard Reisinger, und es war zu spüren, dass ihm dies ein echtes Herzensanliegen ist, wie sehr er sich auch als Europäer sieht.

Grußbotschaften der Freunde

Unterstrichen wurde dies durch Video-Grußbotschaften der französischen und schottischen Freunde. Aileen Morton, Council Leader von Argyll & Bute, hoffte auf viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Jahr 2018. „Ich freue mich darauf, unsere Partnerschaft weiter zu stärken!“ Und Marie-Claire Thomain, Präsidentin des Comité de jumelage, sprach von einer „wertvollen Freundschaft“ und bereichernden Begegnungen. Mit Blick auf das Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 machte sie deutlich, dass die Geschichte die fest verankerte Freundschaft in keinster Weise trübe. Im Gegenteil: „Nie wieder!“ würden alle sagen – so wünschte sie vor allem Frieden in einem vereinten Europa.

„Bleiben sie menschlich, gesund und vernünftig!“ Die abschließenden Worte des Landrats an die Gäste waren so nicht nur als Wunsch für deren persönliches Leben und ein Engagement zugunsten eines weiterhin lebenswerten Amberg-Sulzbacher Landes zu verstehen, sondern vor allem auch für ein gutes Miteinander über die Grenzen des Landkreises hinaus: in Europa.

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