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Region Amberg
Mittwoch, 22. November 2017 10° 2

Ausstellung

Ein künstlerischer Tausendsassa

Das Stadtmuseum Amberg zeigt mehr als 100 Werke von Armin Mueller-Stahl – in der Museumsnacht gab es spannende Einblicke.
Von Josef Popp

Die Bilder von Armin Mueller-Stahl sind auf verschiedenen Ebenen ausgestellt – thematisch geordnet. Foto: Popp

Amberg.Er gehört ohne Zweifel zu den profiliertesten Künstlern Deutschlands: Armin Mueller-Stahl. Ihm widmet das Stadtmuseum in Amberg eine überaus sehenswerte Sonderausstellung. Unter dem großen Themenbogen „Gesichter und Figuren“ sind mehr als 100 groß- und kleinformatige Malereien, Druckgrafiken und Skizzen des künstlerischen Allroundtalents zu sehen.

Eintauchen und Erleben – nächtliche Führung mit Beate Wolters Foto: Popp

Armin Mueller-Stahl ist ein künstlerischer Tausendsassa, der viele Sprachen spricht. Gemeint sind nicht Weltsprachen, sondern die Sprachen der Kunst – Töne und Musik, Rollen und Theater, Farbe und Bilder, Noten und Lieder. Er gehört ohne Zweifel zu den „ganz Großen“ in der Bundesrepublik Deutschland.

Viele kennen Armin Mueller-Stahl als Schauspieler. Dies ist aber nur ein Teil seines Künstlerlebens. Der im Jahr 1997 für den Oskar nominierte Künstler machte in den vergangenen 15 Jahren auch immer mehr als Maler auf sich aufmerksam. Genauso interessant, genauso facettenreich wie seine Filmrollen sind seine Bilder. Sie geben ihm Freiheit – im Gegensatz zu Filmrollen, die immer auch einschränken, eben einen bestimmten Charakter, einen bestimmten Weg vorgeben –, sagte der Künstler einmal.

Die Epochen seines Malerlebens

Der Künstler stellt Menschen in den Mittelpunkt. Foto: Popp

Das Malen begleitet ihn schon fast sein ganzes Leben lang – schon über sechs Jahrzehnte. Über diese vielen Jahre hinweg hat sich sein Stil – wie der Mensch Armin Mueller-Stahl auch – immer wieder verändert. Diese verschiedenen Epochen seines Malerlebens zeigt das Stadtmuseum in seiner Ausstellung.

In einer langen Museumsnacht konnten die Besucher auf ihre ganz eigene Weise dem Künstler und seinen Werken begegnen. Stadtheimatpflegerin Beate Wolters beschrieb ihn bei einer nächtlichen Führung durch die Ausstellung als einen „Meister des feinen Strichs“, der es immer wieder schaffe, mit wenigen Strichen charakteristische Züge der Porträtierten zu zeichnen.

„Oft gelingt es dem Künstler, mit wenigen Strichen die Charakteristik einer Person zu zeichnen, um deren wesentliche Züge wiederzugeben.“

Björn Engholm bei der Vernissage

Armin Mueller-Stahl ist ein aufmerksamer Betrachter seiner Mitmenschen. In seinen Bildern stellt er Menschen in den Mittelpunkt, er zeichnet Porträts von Menschen, die jeder kennt: Musiker wie Bob Dylan, David Bowie oder die Beatles, Dichter und Denker wie Goethe, Schiller, aber auch Politiker wie Willy Brandt. Man begegnet aber auch unterschiedlichen Selbstbildnissen wie „Selbst mit Geige“.

Aus allernächster Nähe

Die Gruppe Leroy Liqueur spielte während der Museumsnacht. Foto: Popp

Oft gelinge es dem Künstler, wie Björn Engholm vor wenigen Tagen bei der Vernissage sagte, mit wenigen Strichen die Charakteristik einer Person zu zeichnen, um deren wesentliche Züge wiederzugeben. Die Porträtierten werden aus allernächster Nähe gezeigt so dass der Betrachter ihre individuellen Züge erkennen kann; im Gegensatz zu den groß- oder mehrfigurigen Szenen mit oft nur verschwommenen Umrissen.

Hintergrund: Armin Mueller-Stahl

  • Bekanntheit:

    Armin Mueller-Stahl, am 17. Dezember 1930 in Tilsit, Ostpreußen geboren, gehört mit zu den bedeutendsten Kunstschaffenden in Deutschland. Dabei hat er sich nicht nur als exzellenter Schauspieler einen Namen gemacht, sondern auch als Maler, Schriftsteller und Musiker.

  • Star:

    Für seine Rolle in „Shine – Der Weg ins Licht“ wurde er 1997 für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert. In der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik wurde er bald zu einem gefeierten Star. Mehr als 60 Hauptrollen fürs Kino und Fernsehen bekam er während der 1960er und 1970er Jahre angeboten.

  • Ausreise:

    Doch das Verhältnis zur DDR war stets gespalten. Im Jahr 1980 stellte Mueller-Stahl den Antrag, zusammen mit seiner Ehefrau Gabriele und dem gemeinsamen Sohn in den Westen ausreisen zu dürfen. Dem Antrag wurde stattgegeben.

  • Erfolge:

    Als einem der wenigen Künstler gelang es ihm, an seine Erfolge in der DDR anzuknüpfen. (ajp)

Landschaftsbilder hingegen gibt es nur wenige. Dennoch existieren einige, die leicht abstrahiert eine anmutende Stimmung verbreiten. Sind Arbeiten aus früheren Jahren eher zurückhaltend und schlicht, sind bei seinen aktuellen Werken mehr Farben im Spiel.

Armin Mueller-Stahl ist gefragt, Kunstinteressierte, Galerien, Museen und Sammler schätzen seine Arbeiten. So konnten seine Werke auch in Metropolen wie Los Angeles, Rom oder Hamburg bewundert werden. Sein erstes Bild entstand bereits im Jahr 1952, knapp fünf Jahrzehnte später, im Jahr 2001, fand die erste Präsentation seiner Werke in Potsdam statt.
Die lange Museumsnacht mit Kunst, Musik und Wein im Stadtmuseum wurde von der Gruppe Leroy Liqueur mit Markus Strobl, Marcus Ehebauer, Uli Wähner, Mike Scherer und Max Gellfart stilvoll umrahmt.

Am Sonntag, 19. November, bieten die Museumsverantwortlichen von 11 bis 17 Uhr einen „Erlebnistag Armin Mueller-Stahl“ für die ganze Familie mit kostenlosen Kurzführungen, Kinderführungen und Aktionsprogramm an.

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