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Region Amberg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 2

Initiative

Erinnern an Wirken von Johann Flierl

In Fürnried wird dem Missionar, der in Papua-Neuguinea tief verehrt wird, ein Denkmal gesetzt – mithilfe von LEADER-Mitteln.

  • Der Missionar Johann Flierl wirkte im 19. Jahrhundert in Neuguinea. Er wird dort heute noch tief verehrt. Copyright: Mission EineWelt
  • Anni Weber und Gerda Stollner mit Johann Flierl im Bayerischen Garten in Wittenberg, wo auch an Missionar Johann Flierl erinnert wurde. Foto: Stollner
  • Blick auf Buchhof, wo der berühmte Missionar Johann Flierl geboren wurde Foto: Alfred Kaula
  • 192 hat Johann Flierl in Neuguinea die Missionsstation Sattelberg gegründet und Kirche, Schule und Krankenstation gebaut. So sieht die dortige Kirche heute aus. Foto: Archiv Stollner

Birgland.Ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement und funktionierende Strukturen würdigten Landrat Richard Reisinger (1. Vorsitzender der LAG Regionalentwicklung Amberg-Sulzbach), Maria Schmalzl (LAG-Management) sowie Hans-Michael Pilz (LEADER-Koordinator am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt). Sie überzeugten sich bei einem Vorort-Termin über den aktuellen Stand der Bauarbeiten beim „Johann-Flierl-Schulhaus“ im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus in Fürnried (Gemeinde Birgland). Sie hatten zudem laut einer Mitteilung einen LEADER-Förderbescheid über knapp 90 000 Euro in der Tasche.

Landrat Reisinger war beeindruckt von dem Schlüsselprojekt dieser Förderperiode: „Das Projekt setzt dem Missionar Flierl ein lebendiges Denkmal, das über Generationen und Nationen verbindet. Ein Aushängeschild für das Birgland und den Landkreis!“. Flierl, geboren 1858 in Buchhof in der heutigen Gemeinde Birgland, war der erste evangelische Missionar in Neuguinea und ist dort bis heute wohl der bekannteste.

Initiative der Kirchengemeinde

Die LEADER-Verantwortlichen mit dem Flierl-Team aus Fürnried, von links Kerstin Bodendörfer, Maria Schmalzl, Gerda Stollner (Projektverantwortliche), Lukas Stollner, Landrat Richard Reisinger, Bürgermeisterin Brigitte Bachmann, Hans-Michael Pilz, Anni Weber und Pfarrer Andreas Utzat Foto: Dießner

Im Gegensatz zu Papua Neuguinea, wo Flierl als Volksheld verehrt wird, ist sein Wirken in der Heimat in den Hintergrund gerückt. Die Kirchengemeinde Fürnried, an der Spitze mit Pfarrer Andreas Utzat und einem Team an Ehrenamtlichen, will nun in Kooperation mit der politischen Gemeinde unter Federführung von Bürgermeisterin Brigitte Bachmann sein Wirken besser in Szene setzen. Im ersten Stock des Gemeindehauses wird eine Dauerausstellung eingerichtet werden, die über das Leben und Wirken informiert. Flierl war dort selbst zur Schule gegangen.

Die Hauptverantwortliche, Gerda Stollner, informierte bei dem Termin kurz über die Bauarbeiten und den Stand des Projekts: „Im Herbst wird die Synode der Landeskirche in Amberg tagen. Hier wollen wir den Synodalen schon etwas präsentieren. Und wir sind auf dem besten Weg dorthin, die Bauarbeiten haben mit dem Abriss der alten Decke bereits begonnen. Auch bei der Weltausstellung in Wittenberg haben wir für unser Johann-Flierl-Schulhaus werben können.“

Johann Flierl

  • Wirken

    Johann Flierl war im Alter von 17 Jahren in die Neuendettelsauer Missionsanstalt eingetreten. 1878 reiste er als Missionar zunächst nach Südaustralien, wo er sieben Jahre unter den Ureinwohnern der Inlandswüste wirkte. Am 12. Juli 1886 kam Johann Flierl in Neuguinea an; ein Teil der Insel war inzwischen deutsche Kolonie. Er wirkte dann in Simbang, 1892 gründete er die Missionsstation Sattelberg. Weitere von ihm gegründete Stationen sind Heldsbach I und Heldsbach II.

  • Bedeutung

    Wie Gerda Stollner weiß, hat Johann Flierl eigentlich Entwicklungshilfe in Papua-Neuguinea geleistet. „Er hat Landwirtschaft vorgelebt, hat die Kranken versorgt und das Evangelium gepredigt.“ Er habe immer Krankenstationen, Schulen und Kirchen bei seinen Stationen aufgebaut, die es auch heute an diesen Orten noch gebe. Die Exponate von der Ausstellung in Wittenberg – vorgestellt wurden dort sechs Persönlichkeiten, die „Großes“ für die Bayerische Landeskirche bewirkt haben – sollen zum 160. Geburtstag von Johann Flierl im April 2018 auf dem Dorfplatz Fürnried aufgestellt werden. (mi)

Großes Lob vom Landrat

Missionar Johann Flierl gehört zu den sechs Persönlichkeiten, die „Großes“ für die Bayerische Landeskirche bewirkt haben. Foto: Stollner

LAG-Managerin Schmalzl und LEADER-Koordinator Pilz betonten ebenso den verbindenden Charakter des Projekts: „Insgesamt sind in den vergangenen beiden Jahren schon über 600 000 Euro an LEADER-Fördermitteln in das Amberg-Sulzbacher Land geflossen.“ Perfekt ergänze sich dazu ein weiteres LEADER-Projekt: Der Simultankirchenradweg führt mit der Route 1 auch nach Fürnried zu St. Willibald, in direkter Nachbarschaft zum Johann-Flierl-Schulhaus.

Der Landrat erinnerte an den Besuch einer Delegation in der schottischen Partnerregion des Landkreises Amberg-Sulzbach, Argyll & Bute. „Die Menschen dort kämpfen mit den Auswirkungen des Ausstiegs aus der EU. Seien wir froh, dass es die EU gibt und dass sie so tolle Projekte in unseren Regionen finanziell unterstützt! Und wenn dann engagierte Leute mit dem Projekt auch über Landkreisgrenzen hinweg für solche Persönlichkeiten und damit auch für das Amberg-Sulzbacher Land Werbung betreiben, macht mich das als Vorsitzender der LAG und auch als Landrat stolz“, betonte Richard Reisinger.

Vielfältige Projekte können im Amberg-Sulzbacher Land dank der LEADER-Förderung durch die LAG-Regionalentwicklung realisiert werden.

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