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Region Amberg
Montag, 20. November 2017 9

Tradition

Feines Wild macht den Markt bekannt

Im Jahr 1981 wurden die Wildspezialitätenwochen in Schmidmühlen ins Leben gerufen. Auftakt ist wieder die Hubertusmesse.
Von Josef Popp

Wild hat man im Markt Schmidmühlen quasi vor der Haustür. Mit den Wildspezialitätenwochen hat die Gemeinde – neben den Lauterachforellen – ein weiteres kulinarisches Aushängeschild. Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa

Schmidmühlen.Ohne Zweifel hat der Herbst als Jahreszeit seine besonderen Reize. Dies gilt besonders für das Lauterachtal. Dort kann man diese bunte Jahreszeit nicht nur in ihrer Farbenpracht mit den Augen genießen oder den Geruch des Laubes riechen, man kann ihn auch schmecken. Denn zum „Herbst im Naturpark Hirschwald“ gehören vor allem auch die Wildspezialitätenwochen in Schmidmühlen. Der Rechtsvorgänger des Kulturvereins, der Fremdenverkehrsverein, hat einst diese Schmankerlwochen initiiert – und sie haben immer noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Stilvoll und wie es sich für eine bodenständige Gemeinde gehört, wird diese besondere Zeit mit einer Hubertusmesse in der Pfarrkirche St. Ägidius gefeiert. Bei diesem Gottesdienst gedenkt auch der Heimat- und Kulturverein seiner verstorbenen Mitglieder. Heuer findet die Hubertusmesse am 28. Oktober statt. Die Gestaltung übernehmen wieder die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Burglengenfeld und der Männergesangsverein Schmidmühlen.

Impuls von Fremdenverkehrsverein

Neben dem Männergesangsverein Liederkranz werden die Parforcehornbläser aus Burglengenfeld auch die Hubertusmesse gestalten. Foto: Archiv abp

Geprägt wird sie in christlicher Tradition natürlich vom Heiligen Hubertus, dessen Namenstag am 3. November gefeiert wird. Die Legende des Heiligen ist weithin bekannt. Der Überlieferung zufolge soll dem Adeligen bei der Jagd ein imposanter Hirsch mit einem goldenen Kreuz zwischen den Geweihstangen erschienen sein. Von dieser Begegnung tief beeindruckt, soll Hubertus sein Leben geändert haben – er wurde Priester.

Waren es früher nur die Lauterachforellen, so sind es jetzt vor allem auch die Wildspezialitäten, die den Markt Schmidmühlen über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt machen. Vor mehr als drei Jahrzehnten hatte der damalige Fremdenverkehrsverein zwei wichtige, weil immer noch nachhaltig wirkende Entscheidungen gefällt. Dies waren zum einen das Marktfest, die größte Open-Air-Party im südlichen Landkreis, die seit fast vier Jahrzehnten gefeiert wird, und eben diese Schmankerlwochen. Damals suchte man ein besonderes kulinarisches Aushängeschild – eben neben den Forellen. Nachdem man Wild „direkt vor der Haustür“ hatte, kam man auf die Idee, Wildwochen zu veranstalten.

Beginn mit vier Gasthöfen

Am 30. Oktober 1981 war es soweit: Um 19 Uhr gaben die Jagdhornbläser aus Amberg im Schlossgarten des Oberen Schlosses das Signal zu diesen Schmankerlwochen. Man fing klein an: Es war anfangs nur eine Wildwoche mit nur wenigen Gerichten. Vier Gasthöfe waren beteiligt: Schmid Bräu mit der Familie Schmid, Lindenhof mit der Familie Eckmeder, Im Vilstal mit der Familie Kellermeier und Oberpfälzer Jura mit der Familie Holler. 1988 kam der Gasthof zum Goldenen Lamm dazu, die Familie Holler siedelte nach Wiefelsdorf über. Der Gasthof Schmid-Bräu beendete im Lauf der Jahre seinen Betrieb.

Die Kontinuität ist wichtig

Der Start verlief anfangs etwas zaghaft, aber dann wurden die Wildwochen immer besser angenommen. Natürlich entwickelten sie sich in den Jahrzehnten auch. Aus einer Woche wurden mittlerweile drei, die Hubertusmesse als Auftakt kam hinzu, später noch ein Knödelbogen, den es heuer allerdings nicht gibt. Das Marktfest und die Wildwochen prägen als Fixpunkte immer noch das Gemeindeleben und locken jedes Jahr viele tausend Besucher nach Schmidmühlen. Beide Veranstaltungen unterscheiden sich aber in einem wichtigen Punkt: Das Marktfest lebt von Innovationen, die Wildwochen leben von der Kontinuität.

Jagd verpflichtet

  • Jagd und Hegen

    Treibjagden oder Ansitzjagden gehören zum Alltag eines Reviers und eines Jägers. Dabei dienen diese Jagden in erster Linie der Hege. In einer durchgestylten Landschaft mit immer mehr schrumpfenden Naturräumen muss der Jäger den Tierbestand und somit das ökologische Gleichgewicht regulieren. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden. Diese Hegepflicht obliegt demjenigen, der berechtigt ist, die Jagd auszuüben, aber auch den Grundeigentümern eines Jagdbezirks, zum Beispiel, wenn es um die Bereitstellung von Flächen für Biotope geht. Der Biotopschutz ist Bestandteil des Artenschutzes, und nach dem Naturschutzrecht ist allein die öffentliche Hand zum Artenschutz verpflichtet.

  • Artenschutz

    Die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen von Wildtieren sollte sich demnach nicht nur darauf konzentrieren, seltene oder gefährdete Lebensräume zu erhalten. Vielmehr geht es um alle Biotoptypen, um intakte Lebensgemeinschaften zu fördern. Im Mittelpunkt der Bemühungen darf nicht die Unterscheidung stehen, ob eine Art „nützlich“ oder „schädlich“ bzw. „jagdlich interessant“ ist oder nicht. Maßnahmen des Biotopschutzes dienen auch den Tierarten, die nicht dem Jagdrecht unterliegen. So haben die Jäger in enger Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern die Aufgabe, dass die Kulturlandschaft auch den Ansprüchen einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt gerecht wird. (ajp)

Echte Volksmusik erklingt

Auch wenn die Gaststätten mittlerweile diese Wildwochen in Eigenregie organisieren, ist der Kulturverein noch mit eingebunden, eben mit der Hubertusmesse am 28. Oktober in der Pfarrkirche als Startschuss. Auch an den Zeitrahmen halten sich die Wirte traditionsgemäß: Die Wildwochen enden heuer am 19. November. Beteiligt sind in diesem Jahr die Gasthäuser Lindenhof und Goldenes Lamm sowie mit je einem „Wildspezialitätentag“ das Gasthaus Lautenschlager in Eglsee und das Dorfgemeinschaftshaus in Winbuch.

Bereits im Anschluss an die Hubertusmesse ab 18 Uhr bietet die Wirtsfamilie Altenbuchner in ihrem Gasthof Goldenes Lamm einen Wildwochenauftakt, wie es sich gehört – mit echter Volksmusik und kulinarischen Schmankerln. Gestaltet wird der Abend mit den Gerner Zipfelklatschern und der Regental-Musi. Die Musikanten werden an diesem Abend das traditionelle Wirtshaussingen im Goldenen Lamm zelebrieren.

Es gibt auch einzelne Wildtage

Mit dabei ist von Anfang an das Gasthaus Lindenhof. Und auch in den drei „Wildwochen“ des Jahres dreht sich im Gasthof Lindenhof wieder alles um dieses Thema.

2017 wird allerdings das Motto „Schlemmen für den guten Zweck“, wie es im vergangenen Jahr hieß, ausgesetzt, 2018 soll es aber wieder stattfinden. Am 28. Oktober um 18 Uhr findet zudem ein „Wildtag“ im Dorfgemeinschaftshaus Winbuch statt (nur nach Voranmeldungen bei Ludwig Spies). Am Sonntag, 4. November, ist jeweils mittags und abends im Gasthaus Lautenschlager ebenfalls ein Wildtag angesetzt (nur mit Voranmeldungen). An den Samstagen 4. November und 11. November spielen im Gasthaus Lindenhof jeweils ab 18.30 Uhr die Salleröder Buam.

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