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Region Amberg
Freitag, 24. November 2017 13° 2

Umwelt

Fichte könnte Weihnachtsbaum werden

Die Fichte ist „Baum des Jahres 2017“. Der Umweltausschuss hat daher am Amberger Mariahilfberg drei Exemplare gepflanzt.
Von Gerd Spies

  • Oberbürgermeister Michael Cerny und die Stadtratskollegen vom Umweltausschuss schaufelten kräftig, um die drei Fichten am Mariahilfberg fachmännisch zu pflanzen. Foto: Spies
  • So sieht der grüne Mehrwegbecher des Projekts „To Go Green“ aus. Foto: Archiv age

Amberg.Seit Jahren ist es Tradition, dass der Umweltausschuss der Stadt Amberg im Herbst den „Baum des Jahres“ durch eine Pflanzaktion an einem geeigneten Ort würdigt. In diesem Jahr ist die Fichte (Picea abies) dieser Baum des Jahres, Nachfolger der Winter-Linde im Jahr 2016. Und da die „Gemeine Fichte“, wie die in Deutschland häufigste Baumart offiziell heißt, einen kühlen Platz benötigt, trafen sich die Stadträte des Umweltausschusses in dieser Woche auf dem Mariahilfberg bei der Obstwiese unterhalb des provisorischen Parkplatzes für das Bergfest, um dort gleich drei Stück dieser Sorte zu pflanzen.

Der „Brotbaum“ der Holzwirtschaft

„Willst Du den Wald vernichten, pflanze nichts als Fichten!“ Über keinen anderen Baum wird so gestritten wie über die Fichte. Mit 26 Prozent ist sie heute die am stärksten verbreitete Baumart Deutschlands.

Aufgrund der vielseitigen Verwendbarkeit des Fichtenholzes für Papier oder als Bauholz wird sie als der „Brotbaum“ der Holzwirtschaft bezeichnet. Im 19. Jahrhundert brauchte die damals stark wachsende Bevölkerung viel Holz, sei es zum Heizen, Kochen, Bauen oder beim Bergbau und in der Glashütte. So sind riesige Flächen der schnell wachsenden Fichte in Monokulturen entstanden.

Der Baum ist aber empfindlich, er leidet unter der ansteigenden sommerlichen Trockenheit, hält starken Windgeschwindigkeiten nicht stand. Heute tendiert die Forstwirtschaft zu stabilen Mischwäldern.

Die Winter-Linde wurde zerstört

Mit den Stadträten im Umweltausschuss pflanzte Oberbürgermeister Michael Cerny die drei etwa zwei Meter hohen Fichten an dem vom städtischen Forstamt empfohlenen Standort. Vielleicht, so hofft das Stadtoberhaupt, schafft es ja eines der drei Exemplare, in 50 bis 60 Jahren als Weihnachtsbaum für den Amberger Marktplatz ausgewählt zu werden.

Nicht zu hoffen ist, dass die drei jungen Bäume dasselbe Schicksal erleiden wie die Winter-Linde, der „Baum des Jahres“ 2016. Das im vergangenen Jahr nur wenige hundert Meter von der jetzigen Stelle am Mariahilfberg gepflanzte Exemplar fiel Vandalen zum Opfer: Sie haben die Winter-Linde zerstört.

„To Go Green“

  • Das Projekt

    „Coffee to go“ wird immer beliebter – doch die Wegwerfbecher belasten die Umwelt. So wurde in diesem Jahr wie in vielen anderen Städten auch in Amberg ein System mit Mehrwegbechern eingeführt. Zurück geht das Projekt auf eine Initiative der SPD-Stadtratsfraktion.

  • Die Umsetzung der Idee

    Entwickelt haben das Projekt „To Go Green“ für ein Pfandsystem das Amt für Ordnung und Umwelt der Stadt und Stadtmarketing Amberg. Der grüne, langlebige „To Go Green“-Becher fasst 350 Milliliter und ist spülmaschinenfest.

  • So geht es

    Kunden können den Mehrwegbecher mit Deckel für fünf Euro mit nach Hause nehmen oder wieder zurückgeben und die fünf Euro wiederbekommen. Rund 500 Becher wurden ab 1. Juli 2017 an die beteiligten Geschäfte ausgegeben.

Auf die Ressourcen achten

„Gib Dingen ein zweites Leben!“ So lautet in diesem Jahr das Motto der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“, informierte Matthias Seufert von der Abfallberatung den Umweltausschuss in der Sitzung, die sich an die Pflanzaktion auf dem Mariahilfberg anschloss. Die Aktion findet vom 18. bis 26. November 2017 in Deutschland und 33 weiteren Ländern in Europa statt. Mit dieser europaweiten Veranstaltung soll zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen im Alltag und in der Wirtschaft aufgerufen werden.

Die Stadt Amberg beteiligt sich an dieser Aktionswoche mit dem in diesem Jahr eingeführten Projekt „To Go Green“ – Ambergs Mehrwegbecher-Pfandsystem“. Die Abfallberatung der Stadt und der Verein Stadtmarketing e. V. haben alle weiterführenden Schulen zur Mitwirkung eingeladen.

Zum einen können sie sich an dem Pfandsystem mit einer eigenen Ausgabe- und Rückgabestelle beteiligen, zum anderen erhalten sie die Gelegenheit, bei der Erstellung eines kurzen Films über „To Go Green“ als Akteure oder Statisten mitzuwirken. Die Anschreiben an die Schulen sind durch das Umweltamt schon verschickt worden, der Rücklauf ist im Moment noch im Gange. Die beste Schule wird mit einem Siegerpreis von 1000 Euro belohnt.

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