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Gefahr

Fliegerbombe in Poppenricht entschärft

Beim Ausheben einer Baugrube wird eine 500-Kilo-Bombe entdeckt. Spezialisten räumen den Sprengkörper. 500 Menschen können zurück in ihre Häuser.
Von Christina Röttenbacher

  • Rund 500 Menschen mussten ihre Häuser werden. Foto: Röttenbacher
  • Die Einsätze der Rettungskräfte werden koordiniert. Foto: Röttenbacher
  • Die Rettungskräfte bei der Einsatzbesprechung. Foto: Röttenbacher
  • An allen Türen klingelten die Kräfte der Feuerwehren. Foto: Röttenbacher
  • Landrat Richard Reisinger (hinten) im Gespräch mit Anwohnern Foto: Röttenbacher
  • Lagebesprechung mit (hinten von links) Kreisbrandrat Fredi Weiß, Landrat Richard Reisinger und Polizeihauptkommissar Nikolaus Erras Foto: Röttenbacher
  • Über Polizeihubschrauber wurde das Sperrgebiet aus der Luft überwacht. Foto: Röttenbacher

Poppenricht. Alarm in Poppenricht: Am Ortsrand wurde am Freitagmittag eine 500-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Spezialisten des Sprengmittelräumdienstes Nordbayern aus Nürnberg haben den Sprengkörper am Freitagabend erfolgreich entschärft. Der Umkreis von rund 500 Metern um den Fundort wurde abgesperrt, rund 500 Menschen mussten evakuiert werden.

Gefunden wurde die Fliegerbombe auf einem abgeernteten Maisfeld in einer Tiefe von etwa drei bis vier Metern. In diesem Bereich plant die Gemeinde Poppenricht das Neubaugebiet „Zum Glaser“. Wie Poppenrichts Bürgermeister Franz Birkl sagte, habe man schon vermutet, dass sich in diesem Bereich ein Blindgänger befinden könnte. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs soll dort eine Bombe niedergegangen sein. Birkl, der sich mit Landrat Richard Reisinger vor Ort ein Bild machte, berichtete von einem älteren Bewohner, der sich auch noch an den Bombentrichter habe erinnern können. Daher habe die Gemeinde gezielt nach einer Bombe suchen lassen – am Freitag gegen 11.30 Uhr wurde man schließlich fündig.

Bevor mit der Entschärfung der Fliegerbombe begonnen werden konnte, mussten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, die bis aus Sulzbach-Rosenberg kamen, alle Bewohner des Sperrgebietes zum Verlassen ihrer Häuser auffordern. „Kommt’s ihr wegen der Bombe?“, so die häufige Frage der Poppenrichter Bewohner, wenn die Feuerwehrkräfte an den Türen klingelten, in Gärten nach Anwohnern suchten und Familien beim Beladen der Autos halfen.

Wer keine Möglichkeit hatte, bei Freunden oder Bekannten unterzukommen, fand eine Notbleibe und Anlaufstelle für erste Hilfe durch die Einsatzkräfte des BRK in der Poppenrichter Schule. Rund 35 Anwohner nahmen dieses Angebot an. Das BRK war auch mit einer eigenen Einsatzstelle vor Ort.

Trotz aller Ruhe und Gelassenheit, mit der die Poppenrichter Bürger auf die Evakuierung reagierten – etwas Panik kam vereinzelt doch auf. „Ich habe ja noch die schrecklichen Bilder vonder Münchener Bombe vor Augen. „Was wird, wenn die Bombe hier auchhoch geht, unser Haus zerstört wird?“, fragten sich drei Freundinnen und trösteten sich dann gegenseitig. „Ich nehme nur Geld, Handy und die Schlüssel mit.“ Ein älterer Herr hängt gar seinen Anhänger an den Pkw. Auf die Frage, ob er seinen Hausrat mitnehmen wolle, lacht er nur: „Ich hol Holz jetzt, passt doch gut“.

Routiniert und mit freundlichem Nachdruck bewältigten die Feuerwehrkräfte unter der Leitung von Kreisbrandrat Fredi Weiß die Evakuierung der rund 500 Menschen. Allerdings verzögerte sich am Abend der Beginn der Entschärfung, da in einigen Häusern niemand angetroffen wurde. Die Feuerwehr musste die Türen öffnen, hieß es vor Ort – man wollte sichergehen, dass wirklich niemand in den Häusern war.

Mehr als 20 Polizeikräfte koordinierten mit den Rettungskräften die Einsätze, sperrten die Ortszufahrten und leiteten den Verkehr großräumig um. Eingesetzt waren auch Polizeihubschrauber: Sie kreisten während der Entschärfung über dem Gebiet, um zum Beispiel mögliche Wanderer per Lautsprecher warnen zu können. Aus der Luft konnten die Polizisten zwei Jugendliche ausmachen, die sich trotz Evakuierung auf einem Spielplatz innerhalb des Sperrgebietes aufhielten.

Dann, gegen 19.25 Uhr Erleichterung für die Sicherheitskräfte: Das Sprengkommando konnte mit der Entschärfung der Bombe beginnen. „Gerade noch vor Einsetzen der Dunkelheit“, wie Hauptkommissar Erras feststellte. Nur 20 Minuten später, gegen 19.40 Uhr war die Entschärfung der 500-Kilogramm-Bombe abgeschlossen. „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen“, drückte Bürgermeister Birkl die Erleichterung aus, die wohl alle in diesem Moment spürten.

Über Medienaufrufe und Information durch die Feuerwehr erfuhren die evakuierten Anwohner, dass sie in ihre Häuser zurück dürfen. Die entschärfte Bombe wurde gleich am Fundort in einen Transporter verladen und zur gesicherten Sprengung nach Roth gebracht.

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