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Region Amberg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 3

Vorbild

Für die Caritas rechnen sich E-Autos

17 E-Fahrzeuge sind bei ambulanten Diensten der Caritas Amberg-Sulzbach im Einsatz. Die wirtschaftliche Bilanz ist positiv.
Von Gerd Spies

Die Caritas Amberg-Sulzbach fährt seit Jahren elektrisch! Das würdigten (von links) Joachim Scheid (Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Amberg-Sulzbach), Günther Koller (Geschäftsführer Caritas-Verband), Ingeborg Gerlach (Caritas-Station Amberg), Richard Sellmeyer (Geschäftsführer Caritas Amberg und Hirschau), Landrat Richard Reisinger und dessen Fahrer Stephan Dießner. Foto: Spies

Amberg.Auch wenn der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger zum Pressegespräch in der Amberger Sozialstation der Caritas mit dem neuen E-Auto des Landkreises vorfuhr – der eigentliche Vorreiter in Sachen Elektro-Mobilität in der Region ist der Caritas-Verband Amberg-Sulzbach. Schon seit Jahren sind täglich 17 E-Autos im ambulanten Dienst der vier Caritas-Stationen in der Stadt Amberg bzw. dem Landkreis Amberg-Sulzbach im Einsatz. Günther Koller, der Geschäftsführer des Caritas-Verbands für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach, und Richard Sellmeyer, zuständig für die beiden Caritas-Stationen in Amberg und Hirschau, stellten jetzt ihre Erfolgsgeschichte vor.

Kein Auto ist stehengeblieben

Angefangen habe alles vor vier Jahren, erzählt Günter Koller vom Caritas-Verband, als die ersten vier E-Fahrzeuge der Marke Nissan vom Typ „Leaf“ angeschafft wurden. Seitdem habe sich viel verändert. Aus den ursprünglich vier E-Fahrzeugen hat sich ein Fuhrpark mit 17 Elektromobilen von insgesamt 80 Fahrzeugen entwickelt, die für die vier Caritas-Stationen Amberg, Ensdorf, Sulzbach-Rosenberg und Hirschau im Einsatz sind.

Auch die Reichweite der Fahrzeuge habe sich inzwischen deutlich erhöht. „Die meisten Autofahrer haben Angst wegen der Reichweite“, erklärte Richard Sellmeyer, der Leiter der Caritas-Stationen in Amberg und Hirschau, „aber bei uns ist noch kein Auto liegengeblieben!“ Schaffte die erste Generation gerade einmal 100 Kilometer, besitzen die Fahrzeuge mit der neuesten Generation von Batterien eine Reichweite von fast 400 Kilometern, so Sellmeyer.

Bei Unterhaltskosten unschlagbar

Der Strom für die E-Autos kommt in der Caritas-Sozialstation von der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Foto: Spies

50 000 Kilometer haben die E-Autos der Caritas inzwischen durchschnittlich auf dem Buckel. Die wirtschaftliche Bilanz, die der Caritas-Geschäftsführer zieht, fällt durchweg positiv aus. Bereits der Anschaffungspreis von rund 17 000 Euro inklusive der staatlichen Förderung von 4000 Euro plus Batterie halte dem Vergleich mit einem herkömmlichen Fahrzeug stand. Die meisten Hersteller würden dabei für die Batterie einen Leasing-Vertrag anbieten, der dann eine Versicherung mit einschließt.

Bei den Unterhaltskosten, so die Erfahrung der vier Jahre laut Sellmeyer, seien aber die E-Autos unschlagbar. 15 bis 16 kW Strom würden die Fahrzeuge pro hundert Kilometer benötigen, das wären gerade einmal 3,75 Euro, bei geleaster Batterie kämen noch einmal 50 Cent hinzu. Circa 3000 Euro Kosten für den Strom wären so für alle 17 Elektro-Fahrzeuge pro Jahr angefallen, rund 20 000 Euro Sprit-Kosten bei herkömmlichen Fahrzeugen habe man dadurch aber eingespart. Dabei seien die geringeren Kosten für anfallende Kundendienste noch gar nicht miteingerechnet.

Ökologisch vorbildlich ist natürlich, wenn man den dadurch entstehenden erhöhten Strombedarf auch noch selbst produziert. Nicht nur auf dem Dach der Amberger Caritas-Station an der Breslauer Straße steht eine 16,7 kW-Photovoltaik-Anlage, auch die beiden anderen Häuser in Sulzbach-Rosenberg und Hirschau produzieren Strom – und zwar mehr, als die E-Fahrzeuge brauchen. Im Haus in Sulzbach-Rosenberg lässt sich sogar seit 2014 der Strom speichern.

Für ambulante Dienste geeignet

Für eine ganze Reihe von Einrichtungen biete sich aus der Sicht der beiden Caritas-Vertreter dieses E-Mobilitäts-Modell an. „Für alle Organisationen, die ambulante Pflege anbieten, würde sich diese Option rechnen“, ist Sellmeyer überzeugt. Aber auch für die Kommunen oder für wirtschaftliche Unternehmen wie zum Beispiel Bäckereien, die regelmäßig relativ kurze Strecken zu bewältigen haben, würde sich aus wirtschaftlicher Sicht ein Wechsel zur E-Mobilität anbieten.

Elektromobilitätskonzept

  • Lade-Infrastruktur ist zentral

    Wesentlicher Bestandteil des staatlich geförderten Konzepts ist der Aufbau einer Lade-Infrastruktur. Die beiden Projekt-Leiter Matthias Groher und Hardy Barth stellten in diesem Zusammenhang eine Landkreis-Karte zusammen, auf der alle 25 potenziellen Standorte mit Ladestationen eingezeichnet sind.

  • E-Mobilität für Unternehmen

    Am Donnerstag, 28. September, bieten Richard Sellmeyer vom Caritas-Verband Amberg-Sulzbach und Hardy Barth eine Informationsveranstaltung für Unternehmen zum Thema E-Mobilität an. Die Veranstaltung findet statt im König-Ruprecht-Saal im Landratsamt Amberg-Sulzbach. (age)

Im Landkreis Amberg-Sulzbach ist ja schon seit Anfang des Jahres das staatlich geförderte Elektromobilitäts-Konzept angelaufen. Matthias Groher (Institut Neue Mobilität) und Hardy Barth (Elektrotechnik Hardy Barth, Schwend) arbeiten bereits intensiv mit den Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach an dem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt, das auch den Ausbau des Ladesäulen-Netzes im Landkreis beinhaltet. Und auch für den neuen Klimaschutzkoordinator des Landkreises, Joachim Scheid, ist es ein zentrales Thema, die Elektromobilität voranzubringen.

Spätestens seit der Dieselaffäre macht sich so mancher Autofahrer Gedanken, ob das nächste Zweitauto in der Familie nicht doch ein Fahrzeug mit Stromantrieb sein sollte. Landrat Richard Reisinger macht es bereits vor: Bei kürzeren Dienst-Fahrten bleibt der große BMW mit Diesel-Antrieb in der Garage und er steigt auf das neue E-Fahrzeug um.

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