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Region Amberg
Dienstag, 20. Februar 2018 4

Fasching

Für Spaß sind sie immer zu haben

Seit vielen Jahren sind Lisa Götz und Andreas Segerer im Faschingskomitee Schmidmühlen engagiert. Jetzt folgt die Krönung.
Von Michaela Fichtner

Andreas Segerer und Lisa Götz genießen es, Spaß zu haben – besonders auch als Prinzenpaar des Faschingskomitees Schmidmühlen. Foto: Babl

Schmidmühlen.Die verschmitzte Miene von Andreas und die neckischen, liebevollen Blicke, mit denen er und seine Lisa sich ansehen: Das ist das erste, das bei dem jungen Paar auffällt. Fröhlich und offen plaudern sie, machen auch keinen Hehl daraus, dass sie gern Spaß haben und Spaß machen – wenn das nicht ideale Voraussetzungen für närrische Hoheiten sind!

Andreas Segerer und Lisa Götz regieren in dieser Saison als Prinzenpaar des traditionsreichen Faschingskomitees im Markt Schmidmühlen, mit viel Humor und erfrischender Lockerheit. Und dabei hat das junge Paar das gar nicht so geplant, auch wenn für beide der Fasching bzw. das Engagement im Faschingskomitee ein wichtiger Teil des Lebens ist. Nicht zuletzt haben sich die beiden bei der Gesellschaft kennen- und liebengelernt.

Drei Jahre in der Prinzengarde

In der Saison 2011, beim Thema „Las Vegas“ hat Lisa Götz (vorn) erstmals in der Schmidmühlener Prinzengarde mitgetanzt. Foto: Babl

Zumeist ist das „närrische Ehrenamt“ als Prinzessin ja Höhepunkt und Abschluss für die Zeit als Tänzerin in der Prinzengarde. Die 23-jährige Lisa war zwar auch drei Jahre als Gardemädchen aktiv, aber sie hat diese „Karriere“ bereits nach der Saison 2013 beendet. Seitdem bringt sie sich im Elferrat ein – wie ihr Andreas, der sogar seit elf Jahren dabei ist. Seit einer Geburtstagsparty, wie der 25-Jährige grinsend verrät: Da hätten auch ein paar Elferräte mitgefeiert – „am nächsten Tag war ich auch dabei“.

Ein paar lockere Scherze und Späße der Gardemädchen gab es; sie wären ein passendes Prinzenpaar und ja auch schon so lang dabei. Als die Nachfragen dann hartnäckiger und ernster wurden, haben Andreas und Lisa noch ein bisschen überlegt – und dann Ja gesagt. „Die Überredungskünste der Mädels…“, meint Lisa augenzwinkernd.

Ihre Eltern seien im ersten Moment mächtig überrascht gewesen, als die Tochter ihnen diese Neuigkeit erzählt hat, „aber sie haben sich riesig gefreut“, erzählt Lisa, und man spürt, wie sehr auch sie sich über diese Unterstützung freut. Für die Eltern Hildegard und Peter Segerer sei es weniger überraschend gewesen, meint Andreas, schließlich unterstütze die Familie das Faschingskomitee schon lange.

Die Sache mit dem Walzer

„Golden Oldies“ hieß in der Saison 2013 das Motto für den Showtanz der Prinzengarde – für Lisa Götz (mittlere Reihe Erste von links, mit schwarzem Oberteil und silbernem Rock) die letzte Saison als aktive Tänzerin. Repro: Bauer

Der heuer sehr kurzen, aber dafür intensiveren Faschingssaison haben beide bisher recht gelassen entgegengeblickt. Nervosität? „Die richtige Aufregung kommt erst am Komiteeball“, ist Lisa überzeugt, auch wenn Prinzenpaar und Prinzengarde beim großen Landkreisball schon den ersten Auftritt hinter sich haben – und alle begeistert haben. Und dann blitzt der Schelm bei Andreas wieder durch: „Ich kann nicht tanzen“, grinst er. Und der obligatorische Prinzenwalzer? „Das klappt, wir sind da sehr spontan“ – man wird das Gefühl nicht los, dass er sein Gegenüber gern mal auf den Arm nimmt.

„Ich war scho a bisserl sprachlos!“

Andreas Segerer zum Kleid von Lisa

Was die große Garderobe angeht, da hatte Lisa jedenfalls ganz genaue Vorstellungen: Ihr Kleid in Schwarz und Gold – natürlich passend zum Motto „Fußball“ der Prinzengarde und den schwarz-rot-goldenen Kostümen der Gardemädchen – ist der Entwurf der 23-Jährigen. „Genau so wollte ich es – mit Spitze und rückenfrei“, zeigt sie das atemberaubende Outfit. Etliche Meter verschwenderisch glänzender Goldlamé, darüber heller, glitzernd besetzter Tüll und dann ein dritter Rock in schwarzem Tüll, dazu das Oberteil aus prachtvoller schwarzer Spitze, teils mit Glitzertüll unterlegt: „Hofschneiderin“ Irma Schmid hat wie immer fantastische Arbeit geleistet. „Ich war scho a bisserl sprachlos“, erzählt Andreas von dem ersten Moment, in dem er seine Lisa in dem Kleid gesehen hat. Und was trägt er? „Leiberl und dazu Zylinder, keine Faschingskappe“; viel Aufhebens macht er nicht um seine Garderobe.

Mit dem Zylinder ist Andreas übrigens dann auch schon bestens gerüstet für den Fischzug am Aschermittwoch. „Der ist sowieso das Wichtigste im ganzen Fasching“, sagt der 25-Jährige gleich. Warum? Weil es halt ein richtig schöner Ausklang sei, und schon seit er 20 ist, sei er immer dabei.

Premiere bei den Kasperln

Seit sieben Jahren gehen Lisa Götz und Andreas Segerer schon gemeinsam als Paar durchs Leben. Foto: M. Fichtner

Bei den „traditionellen“ närrischen Terminen für die Damen gibt es für Lisa eine Premiere: Noch nie konnte die junge Elferrätin bisher mitmachen, wenn am Unsinnigen Donnerstag die Damen des Faschingskomitees als Kasperln Jagd auf die Krawatten machten. „Da freue ich mich schon wahnsinnig“, gibt sie zu. Und tags darauf wird sie dann als Hexe wieder mit den anderen „wilden Damen“ durch den Markt tanzen.

„Fans“ haben die beiden Hoheiten übrigens auch schon. Vor allem Lisa. Sie arbeitet als medizinische Fachangestellte in einer Kinderarztpraxis, und da werde sie immer wieder mal von den kleinen Patienten angesprochen. Sie strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt, ihr „Traumberuf“ sei es; „ich würde nichts anderes mehr machen. Der Umgang mit Kindern ist meines!“

„Die richtige Aufregung kommt erst am Komiteeball.“

Lisa Götz

Der Prinz wird von den Kollegen schon eher aufgezogen, wie Andreas grinsend verrät. Schreiner hat der junge Schmidmühlener zunächst gelernt, weil die Mama aus einer Schreinerei stammt und er als Bub natürlich viel beim Opa war. Aber ebenso sei er oft den Beschäftigten im Autohaus und der Werkstatt des Vaters zwischen den Beinen herumgelaufen. So absolvierte er dann eine Ausbildung als Karosseriebauer, die er als Prüfungsbester in der Oberpfalz abgeschlossen hat. Inzwischen weiß er: „Karosseriebau – das ist mein Traumberuf!“

Das Prinzenpaar

  • Lisa Götz

    Drei Jahre hat Lisa Götz in der Schmidmühlener Prinzengarde mitgetanzt: 2011, als das Thema „Las Vegas“ war, 2012 beim „Schrei der Nacht“ und 2013 mit den „Golden Oldies“. „Alle Tänze waren super“, schwärmt sie, „aber der erste war für mich der Beste!“

  • Andreas Segerer

    Ein großes Hobby von Andreas Segerer ist die Musik. Durch seinen Vater kam er zur Blaskapelle St. Ägidius. Peter Segerer spielt dort seit vielen Jahren Schlagzeug – kein Wunder, dass auch der Sohn als Schlagzeuger aktiv dabei ist.

  • Das Paar

    Lisa Götz kommt aus dem benachbarten Pilsheim (Stadt Burglengenfeld) und ist das achte Jahr im Faschingskomitee, seit elf Jahren engagiert sich Andreas Segerer als Elferrat in der Schmidmühlener Gesellschaft. Sieben Jahre gehen beide nun als Paar gemeinsam durchs Leben. (mi)

Musik und alte Bulldogs

Andreas Segerer (rechts) spielt Schlagzeug bei der Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen (im Bild mit zwei Musikerkollegen der Kapelle). Foto: Böhm

Doch da gibt es noch einiges mehr, was Andreas wichtig ist in seinem Leben. Zusätzlich zum Faschingskomitee, wo er sich bei vielfältigen Arbeiten engagiert, die man gar nicht sieht, die aber auch gemacht werden müssen. Und da wird der Schmidmühlener ernst: Noch viel mehr Menschen könnten sich bei solchen Aufgaben mit einbringen.

Seine große Leidenschaft ist die Musik. Er ist Schlagzeuger bei der Blaskapelle St. Ägidius Schmidmühlen, außerdem spielt er in einer kleinen Band mit zwei Freunden vom Faschingskomitee, zum Beispiel bei Geburtstagen oder Polterabenden. „Gern mehr partymäßig, um zu tanzen und Spaß zu haben!“

Daneben stehen zwei Schlüter-Bulldogs in der Garage, „Youngtimer“, aus den 1980er Jahren. Da schraubt Andreas gern mit einem Freund dran. „Und das Gerät muss ja auch arbeiten“, sagt er. Will heißen: Im Sommer wird schon mal Bauern bei der Feldarbeit geholfen.

Jetzt aber hat erst einmal der Fasching Priorität. Mit vielen Bällen, Auftritten sowie den Faschingszügen in Regensburg, Dietldorf und Schmidmühlen. Beim „Ostbayerischen“ am 4. Februar in Regensburg wird Papa Peter Segerer höchstpersönlich die Hoheiten chauffieren. Beim Schmidmühlener Gaudiwurm am Faschingsdienstag muss er das Paar anderen Händen anvertrauen: „Da muss er ja selbst bei der Blaskapelle mitspielen“, so Andreas.

Die Vorfreude ist groß auf die närrischen Wochen, auf eine Zeit mit einer Menge Spaß. Und das alles „daheim“: „Daheim ist es am schönsten“, sagen Lisa und Andreas mit dem Brustton der Überzeugung. In der Stadt leben? Das wäre gar nichts für sie, winken sie gleich ab! In Schmidmühlen bzw. Pilsheim fühlen sie sich wohl, das ist ihre Heimat. Da will Andreas noch tiefer Wurzeln schlagen: Nach dem Fasching packt er die nächste persönliche Herausforderung in seinem Leben an, für seinen Traumberuf: die Meisterschule.

Ausgelassen wird in der Region Amberg/Amberg-Sulzbach Fasching gefeiert – unser MZ-Spezial zeigt es!

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