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Freitag, 3. Juli 2015 31° 1

Bundeswehr

Garnison: Entscheidung fällt Ende des Jahres

MdB Rainer Erdel vom Verteidigungsausschuss sprach beim Logistikbataillon 472 mit Soldaten aller Dienstgradgruppen.

MdB Rainer Erdel (rechts) im Gespräch mit einem Soldaten in Gärmersdorf

Kümmersbruck. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel nutzt die sitzungsfreie Zeit in Berlin, um sich direkt bei der Truppe zu informieren. Am Mittwoch besuchte er auch die Schweppermannkaserne und suchte das Gespräch mit dem Kommandeur, Oberstleutnant Georg Schreglmann, und den Soldaten. Es sei ja nicht so, dass man das ganze Jahr über in Berlin im Büro sitze – da würde man an den Soldaten vorbei entscheiden, machte Erdel deutlich.

Außerdem könne man viele wichtige Informationen nur vor Ort erfahren. Als Beispiel erinnerte er an das Gewehr G36, das als hochmodern galt und auf das Jahrzehnte bewährte G3 folgte – sich nach den Aussagen der Soldaten im Einsatz aber als untauglich erwiesen habe. Durch die Anregungen der Soldaten werde nun wieder das G3 eingesetzt, zeigte Erdel auf.

Hoffen auf Nachwuchs für Truppe

Daher erachtete er es für Abgeordnete und besonders Mitglieder des Verteidigungsausschusses als wichtig, auch das Gespräch mit Soldaten vor, während und nach einem Einsatz zu suchen. Erdel, der aus Franken kommt und selbst Oberst der Reserve ist, verhehlte aber nicht, dass sich oft auch Skepsis bei den Soldaten breitmache, dass sie bestimmte Dinge schon seit Jahren ansprechen würden. Der Abgeordnete warb um Verständnis, dass es nicht immer einfach sei, als wichtig Erkanntes gleich umzusetzen, zum Beispiel wegen Verträgen mit der Rüstungsindustrie. Oft wäre es wünschenswert, wenn die Industrie sich hier als flexibler erweisen würde.

Kommandeur Schreglmann hatte zum Gespräch auch zwei Soldaten mitgebracht, die erst kürzlich aus Afghanistan zurückgekommen sind: Oberfeldwebel Dennis Frey und Oberleutnant Roman Weigl. Sie schilderten ihre Eindrücke aus dem Einsatz, Frey in infanteristischer Verwendung, Weigl als Mentor bei der afghanischen Armee.

Im Gespräch mit den Soldaten zeigte sich auch der Wunsch, dass Maßnahmen, um Nachwuchs zu gewinnen, bald fruchten würden. Denn seit dem Wegfall der Wehrpflicht stehe die Bundeswehr beim Nachwuchs im direkten Wettbewerb mit der Industrie und den Betrieben. Erdel sprach auch die problematische Situation angesichts rückläufiger Übernahmezahlen zum Berufssoldat an. Er könne sich auch durchaus neue Modelle wie den Soldaten auf Zeit mit bis zu 20 Dienstjahren vorstellen. Damit würde auch die Truppe flexibler.

Erdel nahm zudem klar Stellung zum geplanten zeitlichen Ablauf hinsichtlich Struktur und Standortfragen. Unabhängig von allen Spekulationen sei das Prozedere eindeutig geregelt. So lasse der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière nun prüfen, was die angedachte Truppenstärke von 145000 Soldaten kosten würde und was damit leistbar sei. Es stelle sich auch die Frage, für welches Einsatzspektrum die Soldaten jeweils gebraucht würden.

Viele Kriterien werden untersucht

Wenn dies abgeschlossen ist – dies solle Ende Mai sein – werde er dem Parlament Rede und Antwort stehen. Im September seien dann Gespräche mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Standorte geplant. Jeder Standort komme dabei auf dem Prüfstand, machte Erdel deutlich. Viele Faktoren würden untersucht. Ein entscheidendes Kriterium sei nicht allein, wie gut die Truppe von der Bevölkerung akzeptiert sei. Das familiäre Umfeld, die Infrastruktur, durchgeführte Baumaßnahmen und vieles andere mehr werde geprüft, bevor man sich gegen Ende des Jahres für oder gegen einen Standort entscheide.

Danach konnte sich Erdel von den Soldaten noch die gesicherten Einsatzfahrzeuge zeigen lassen. Mit diesen konnten die rund 300 Soldaten, die im Juni mit ihrem Kommandeur in den Einsatz gehen, seit Oktober 2010 bereits üben. Es werden die gleichen sein, die dann im Land zur Verfügung stehen.

Im Beisein von Oberst d. R. Erdel bekam Hauptmann Wolfgang Frenzl für seine Verdienste auch das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen. Er freute sich über die Anwesenheit Erdels, war dieser doch auch jahrelang Vorsitzender der Ehrennadelträger und ist dem Bataillon nach wie vor eng verbunden.

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